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Continental: Die nächste Enttäuschung

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Vor vier Wochen wurde die Aktie von Continental für eine schwache Jahresprognose abgestraft. Doch anscheinend war die Geschäftsführung damals sogar zu optimistisch – denn der Autozulieferer muss die Prognose jetzt schon wieder einstampfen.

Wegen der Unsicherheit über die Dauer der Beeinträchtigungen von Produktion, Lieferketten und Nachfrage nehme der Vorstand den Ausblick zurück, wie Continental am Mittwoch mitteilte. Es sei derzeit auch nicht abzuschätzen, wann ein neuer Ausblick gegeben werden kann.

Im ersten Quartal bekam Conti die Krise bereits deutlich zu spüren. Der Konzernumsatz dürfte nur zwischen 9,4 und 9,8 Milliarden Euro betragen, die um Sondereffekte bereinigte EBIT-Marge lediglich zwischen 2 und 3 Prozent liegen. Der Umsatzrückgang im Jahresvergleich betrug demnach mindestens zehn Prozent. Ein Jahr zuvor hatte Conti rund 11 Milliarden Euro erlöst bei einer operativen Marge von 8,1 Prozent.

Der Nachfrageeinbruch und die Lieferketten-Probleme haben inzwischen auch deutliche Einschnitte in der Produktion zur Folge. Vor allem im Kerngeschäft mit der Autotechnik sowie in der Reifensparte stehen derzeit weltweit mehr als 40 Prozent der Standorte still. In Deutschland sei für etwa die Hälfte der Beschäftigten Kurzarbeit angemeldet, rund 30 000 Mitarbeiter seien davon betroffen.

"Die von Behörden verfügten Beschränkungen sowie Produktionsstopps und andere Maßnahmen von Kunden und Lieferanten als Reaktion auf die Pandemie haben zu erheblichen Anpassungen und Unterbrechungen geführt", erklärte Continental. Bisher hatte der Hersteller allgemein von einer "schrittweisen Anpassung" der Produktion in den Werken gesprochen, die "vorübergehend teilweise auf null" zurückgefahren werde.

Das macht die Aktie von Continental

An der Börse rutschte die Conti-Aktie +5,23% am Vormittag um 6,1 Prozent auf 61,60 Euro ab. Schon die ursprüngliche Prognose Anfang März war von den Anlegern mit einem deutlichen Kursrutsch quittiert worden. Seitdem die Corona-Krise die Aktienmärkte am 24. Februar erstmals mit Wucht traf, hat das Conti-Papier 46 Prozent eingebüßt. Auf dem Rekordhoch im Januar 2018 war der Kurs bis auf 257,40 Euro gestiegen.

Mit Material von dpaAFX.
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