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Daimler-Hauptversammlung segnet Dividenden-Erhöhung ab

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Auto- und Lkw-Bauer Daimler hat heute zu seiner Hauptversammlung geladen - virtuell versteht sich. Im Vorfeld hat der Konzern erste Daten zum ersten Quartal vorgelegt. Daimler erwartet demnach eine Fortsetzung des zuletzt positiven Trends bei den eigenen Geschäften. Die Daimler-Aktie reagiert im frühen Mittwochs-Handel mit dem höchsten Stand seit gut drei Jahren.

Trotz zeitweiser Lieferengpässe bei Chips sollten Absatz und Umsatz von Mercedes-Benz Pkw und Vans über dem Vorjahresquartal liegen. Insbesondere der chinesische Markt und eine Verschiebung hin zu teureren Autos trugen demnach dazu bei. Aufgrund guter Preisdurchsetzung und strikter Kostendisziplin blicke Mercedes-Benz daher auch zuversichtlich auf die Profitabilität im ersten Quartal.

Vielversprechende Auftragseingänge für Trucks

Auch bei den Lkws und Bussen geht es wieder bergauf. Daimler Trucks verzeichne sehr vielversprechende Auftragseingänge, hieß es, insbesondere in Europa und den USA. Der Absatz dürfte in den Monaten Januar bis Ende März voraussichtlich Vorjahresniveau erreichen.

Bei der Profitabilität erwartet Daimler im künftig abzutrennenden Geschäft eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahresniveau. Auch hier sorgten höhere Durchschnittspreise und das Kostenmanagement für Besserung. Die Einflüsse des Halbleitermangels auf die Lieferketten bei Trucks und Bussen habe die Sparte im Blick und stehe in engem Austausch mit Lieferanten.

Umstrittene Dividenden-Erhöhung

Update: Auf der Hauptversammlung wurde heute ungeachtet großer Kritik die umstrittene Erhöhung der Dividende für das Jahr 2020 beschlossen. Daimler hatte im vergangenen Jahr durch Kurzarbeitergeld konzernweit rund 700 Millionen Euro eingespart - und erhöht dennoch die Ausschüttungen an seine Anteilseigner um 50 Prozent auf 1,35 Euro pro Aktie. Insgesamt fließen so 1,4 Milliarden Euro an die Aktionäre. Gesetzlich ist dieses Vorgehen kaum angreifbar, aber wie sieht es ethisch aus?

Die Interessenvertretung Bürgerbewegung Finanzwende bezeichnete die Maßnahme als "moralisch verwerflich". Im Ergebnis würden so Steuergelder, die Beschäftigung sichern und Pleiten verhindern sollten, als Gewinnausschüttungen an Aktionäre weitergeleitet. In Berlin umwickelten Demonstranten einen Mercedes mit weiß-rotem Absperrband und hielten Plakate mit Aufschriften wie "Keine Staatshilfen an Aktionäre" sowie "Lockdown für Dividenden" hoch.

Der scheidende Daimler-Aufsichtsratschef Manfred Bischoff, der sein Amt nach der Hauptversammlung wie angekündigt an den Ex-VW +0,21%- und BMW -0,27%-Chef Bernd Pischetsrieder abgab, wies die Vorwürfe zurück. "Die Unterstellung, dass die Dividende ausbezahlt würde aus Steuergeldern, die wir als Subventionen in der Krise erhalten haben, ist schlicht und einfach falsch", sagte er.

De Masio fordert Dividenden-Lockdown

Beim Kurzarbeitergeld handle es sich um eine Versicherungsleistung aus der Arbeitslosenkasse. Das passt zur Argumentationslinie von Vorstandschef Ola Källenius, der zuletzt obendrein darauf verwiesen hatte, dass Daimler in die Arbeitslosenkasse ja lange auch viel Geld eingezahlt hat.

Kritiker lassen das nicht gelten, schließlich werde das Kurzarbeitergeld mittlerweile auch in erheblichem Maße durch Steuergelder bezuschusst. Der Linken-Finanzpolitiker Fabio De Masi sagte, coronabedingte Kurzarbeit sei angesichts des Finanzbedarfs längst keine Versicherungsleistung mehr. "Es kann nicht angehen, dass Staatsgelder an Aktionäre weitergereicht werden. Wo der Staat hilft und Unternehmen rettet, braucht es einen Dividenden-Lockdown."

Keine Entscheidung über Abspaltung der Truck-Sparte

Wegen der Corona-Beschränkungen waren keine Live-Redebeiträge von Aktionären zugelassen. Indes: Die Übertragung der Eingangsreden auf der HV konnten ab 10 Uhr auch Interessierte verfolgen, die keine Daimler-Aktien halten - über diesen Link.

Über die anvisierte Abspaltung der Truck-Sparte aus dem Daimler-Konzern fiel noch keine Entscheidung. Hierzu soll im dritten Quartal eine außerordentliche Hauptversammlung stattfinden.

Die Daimler-Aktie +0,05% startete auf Xetra leicht über dem Vortagsniveau bei gut 76 Euro und ging so letztlich auch in den Feierabend - immerhin auf dem höchsten Stand seit Januar 2018. (Mit Material von dpa-AFX)

Sechs-Monats-Chart Daimler (in Euro, Xetra)
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