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Daimler: Neue Ziele, neue Milliardeninvestitionen

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Autobauer Daimler hat seine Ziele auf dem Weg ins Zeitalter der Elektromobilität nachgeschärft und will sich im Pkw-Bereich bald komplett von der Verbrennertechnologie verabschieden. Zudem gab der Stuttgarter DAX-Konzern am Donnerstagnachmittag milliardenschwere Investitionen in batterieelektrische Fahrzeuge bekannt.

Man wolle unter dem Leitbegriff "Electric only" künftig das ganze Geschäft der Pkw-Stammmarke Mercedes-Benz auf elektrisches Fahren ausrichten, wie der Konzern mittteilte. Schon im Jahr 2025 wollen die Schwaben rund 50 Prozent ihrer Neuverkäufe mit vollelektrischen oder Plug-in-Autos erzielen –- das sind doppelt so viel wie bisher geplant. Man bereite sich zudem vor, bis zum Ende des Jahrzehnts "vollelektrisch zu werden", wo immer die Marktbedingungen dies zuließen. Die operative Marge soll dem aber nicht geopfert werden.

Milliardenschwere Investitionsvorhaben 

Das Unternehmen kündigte an, zwischen 2022 und 2030 seien Investitionen von mehr als 40 Milliarden Euro in batterieelektrische Fahrzeuge vorgesehen. Konkret sollen bei Mercedes alle neuen Fahrzeug-Architekturen – die technische Basis von Automodellen – ab 2025 ausschließlich elektrisch sein. Im gleichen Jahr werde man drei neue dieser Plattformen einführen. Ebenfalls bis Mitte des Jahrzehnts soll den Kunden für jedes Mercedes-Modell in jedem Fall auch eine vollelektrische Alternative zur Auswahl stehen.

Neue Batteriezellfabriken geplant 

Angesichts der Neuaufstellung will Daimler nun auch selbst mit anderen Unternehmen zusammen in größerem Stil Batteriezellen produzieren. Mit Partnern plane man, weltweit acht Gigafabriken zur Zellproduktion mit einer Gesamtkapazität von mehr als 200 Gigawattstunden zu errichten. Bisher hatte der Konzern eine eigenständige Großserien-Zellproduktion abgelehnt und auf Zulieferer gesetzt. Zudem übernimmt Daimler den britischen Elektromotorspezialisten Yasa, nannte aber keine finanziellen Details.

Die Batteriezellfabriken sollen das bereits geplante Netz an neun Fabriken ergänzen, die Batteriesysteme aus angelieferten Zellpaketen zusammensetzen. Die nächste Batteriegeneration werde hochgradig standardisiert und für den Einsatz in mehr als 90 Prozent aller künftigen Mercedes-Pkw geeignet sein, hieß es. 

Margenziele bleiben bestehen 

Trotz des Umstiegs auf die zunächst weniger lukrativen Elektroautos will Daimler-Chef Ola Källenius die versprochenen mittelfristigen Margenziele halten. Vergangenes Jahr im Oktober hatte er für Mercedes-Benz vorgegeben, dass die Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern auch im ungünstigen Umfeld den mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich erreichen sollte, und im günstigen Umfeld auch zweistellig ausfallen sollte - wie derzeit im ersten Halbjahr 2021. Die Umsatzrendite ist Maßstab für die Profitabilität eines Unternehmens; je höher die Prozentzahl ist, desto mehr Gewinn holt das Unternehmen aus jedem Euro Umsatz heraus.

Das macht die Daimler-Aktie 

Die Daimler-Aktie +0,22% lag am Donnerstagnachmittag 1,5 Prozent im Plus bei 71,93 Euro. Das Papier hat seit dem Börsen-Crash wegen des Ausbruchs der Corona-Pandemie im Februar 2020 stetig an Wert gewonnen und war im Juni bis auf die Marke von rund 80 Euro gestiegen. Vor dem Crash vor rund anderthalb Jahren war das Papier um die 45 Euro wert gewesen. Vor allem die Aufspaltungspläne in einen reinen Auto- und Nutzfahrzeugkonzern haben den Kurs nachhaltig gestützt.

Sechs-Monats-Chart Daimler (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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