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Daimler: Verluste voraus

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Coronavirus-Krise hat Daimler im ersten Quartal nur knapp an einem Verlust vorbeischrammen lassen – im zweiten Quartal soll der Autobauer laut Geschäftsführung jedoch in die roten Zahlen rutschen.

Im ersten Quartal stürzte der auf die Aktionäre entfallende Gewinn auf nur noch 94 Millionen Euro ab, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Vor einem Jahr waren es noch rund 2,1 Milliarden Euro gewesen. Kein Wunder, denn Daimler hatte im ersten Quartal nur 644.300 Autos und Nutzfahrzeuge verkaufen können. Das waren 17 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz ging im Vergleich dazu nur leicht um sechs Prozent auf 37,2 Milliarden Euro zurück.

Im laufenden zweiten Quartal rechnet das Management jedoch mit roten Zahlen. Angesichts der Produktionsstopps und der ausbleibenden Nachfrage dürfte das um Sondereffekte bereinigte EBITDA negativ ausfallen, sagte Daimler-Finanzchef Harald Wilhelm. Das werde sich auch bei der Entwicklung des Cashflow auswirken. Daimler rechnet wegen der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr auf allen Märkten und in allen Segmenten mit deutlichen Rückgängen der Nachfrage.

Jetzt kommt es auf Steherqualitäten an. Der April dürfte nahezu ein komplett verlorener Monat sein. Und niemand weiß, wie schnell die Kunden wieder Autos kaufen, nachdem die Autohäuser in Deutschland und anderswo ihre Verkaufsräume wieder öffnen. Vorsichtshalber hat Finanzchef Harald Wilhelm Anfang April mit Banken eine zusätzliche Kreditlinie über 12 Milliarden Euro vereinbart, um den Laden am Laufen zu halten.

Ob der Staat womöglich eine Kaufprämie auslobt, um die Geschäfte in der für die Volkswirtschaft wichtigen Industrie wieder anzuschubsen, könnte sich am 5. Mai beim Autogipfel bei Kanzlerin Angela Merkel zeigen. Wichtige Branchenvertreter haben sich bereits dafür ausgesprochen, darunter Schwergewicht Volkswagen, Rivale BMW und auch der Lobbyverband VDA. Vorbild wäre demnach die Abwrackprämie aus Zeiten der Finanzkrise.

Das sagen die Analysten zu den Ergebnissen

Tim Rokossa von der Deutschen Bank wertete die Ergebnisse als schwach, wenn auch besser als diejenigen der Konkurrenten Renault und Ford. Auch wenn einige Fragen offenblieben, es hätte Daimler auch schlimmer treffen können, so der Experte.

Vor allem der Bereich Finanzdienstleistungen habe sich wegen der Vorsorge für Kreditrisiken negativ entwickelt, schrieb Analyst George Galliers von Goldman Sachs in einer Einschätzung. Besser sei die Entwicklung bei Mercedes gewesen.

Eine gute Nachricht sah Kepler-Cheuvreux-Experte Michael Raab in der Entwicklung der Kassenlage. Die Corona-Krise scheine sich stärker auf die Gewinne als auf den freien Mittelfluss (Free Cashflow) ausgewirkt zu haben, schrieb er.

Das macht die Aktie von Daimler

Vor rund fünf Jahren notierte die Daimler-Aktie +4,19% auf ihrem Rekordhoch noch bei über 96 Euro. Daran dürften die vielen Aktionäre mit Wehmut zurückdenken, ging es doch seitdem um rund 70 Prozent abwärts. Allein in diesem Jahr ging es rasant bergab, von rund 50 Euro zu Jahresanfang stürzte das Papier in der Corona-Krise bis auf 21 Euro ab.

Zuletzt hat sich die Daimler-Aktie etwas unter 30 Euro stabilisiert. Im Corona-Crash steht damit aber immer noch ein Kursrutsch von knapp einem Drittel zu Buche.


Mit Material von dpaAFX.
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