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Darum steht Henkel mit am DAX-Ende

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Aktien des Konsumgüter-Riesen Henkel gehören heute zu den schwächsten DAX-Werten. Mit verantwortlich für die überwiegenden Verkäufe ist eine Analysten-Einschätzung. Die US-Bank JPMorgan hat ihre Hoffnung auf eine rasche und damit kurstreibende Belebung der Geschäfte des Konsumgüterherstellers Henkel aufgegeben.

Nach einem enttäuschenden ersten Halbjahr sieht JPMorgan-Analystin Celine Pannuti laut einer aktuellen Studie auch in der zweiten Jahreshälfte keine Besserung. Das Wachstum dürfte sich verlangsamen, während die steigenden Rohstoffpreise Henkels Ergebnisse belasteten. Zugleich sei auch eine Trendwende im Konsumentenverhalten noch nicht in Sicht. Die derzeit niedrige Aktienbewertung sei ihrer Ansicht nach daher kein Kaufargument.

Entsprechend stufte Pannuti die im DAX -4,15% notierte Henkel-Vorzugsaktie  von "Overweight" auf "Neutral" ab. Das Kursziel kappte sie von 115 auf 90 Euro und sieht damit aktuell nur noch ein Kurspotenzial von neun Prozent.

Die Papiere von Henkel -2,22% geben daraufhin zeitweise bis zu 1,5 Prozent nach und sind wieder an ihre Chartunterstützung bei 82 Euro zurückgefallen. Seit einem Jahr hatten sich in diesem Bereich immer wieder Käufer für die Papiere des Konsumgüterkonzerns gefunden. Mit einem Kursabschlag von gut 11 Prozent für 2021 im gleichzeitig starken DAX können die Anleger nicht zufrieden sein. 

Sechs-Monats-Chart Henkel Vz. (in Euro, Xetra)


Trotz der Fortschritte in der Strategie, etwa dem Zurechtstutzen der nur schwach wachsenden Marken, seien die in der ersten Jahreshälfte 2021 von Henkel gelieferten Zahlen immer noch enttäuschend gewesen, schrieb Pannuti weiter. Strukturelle Probleme in den Bereichen US-Waschmittel und im weltweiten Kosmetikgeschäft seien weiter vorhanden.

"Der Schönheitsbereich hat im ersten Halbjahr erneut enttäuscht- mit Margen, die wieder auf 10 Prozent zurückgefallen sind. Das wirft Fragen über Management-Maßnahmen auf und das mittelfristige Potenzial dieses Bereichs nach den Reinvestitionen in den Jahren 2019 bis 2020." Sie senkte daher ihre Schätzungen für das Jahresergebnis je Aktie 2021 und 2022 erneut.

Einziger Lichtblick im bisherigen Jahresverlauf sei das Klebstoff-Geschäft gewesen, das eine starke zyklische Erholung erlebt und mittelfristig angesichts der zunehmenden Einführung von Elektrofahrzeugen weiteres Potenzial habe. Im zweiten Halbjahr 2021 aber dürfte sich auch dieses Wachstum zunächst wegen der allgemein schwächelnden Industrieproduktion - samt dem Autosektors - verlangsamen. Außerdem werde die Vergleichsbasis herausfordernder.

Das Umfeld sei herausfordernder geworden, so dass ein Anheben der Preise und eine wettbewerbsmäßig gute Positionierung nötig sei, schrieb sie zur Unternehmensstrategie und ihren wachsenden Zweifeln an einer raschen Trendwende. Vor diesem Hintergrund aber dürfte sich eine Trendwende im Konsumentenverhalten verzögern.

Daher reiche es nicht aus, dass die Henkel-Papiere aktuell mit einem erheblichen Abschlag zu denen der Wettbewerber gehandelt werden. Zwar spiegele der Kurs nicht den Wert der Henkel-Geschäftsbereiche angemessen wider, dennoch fehle es mit Blick auf die negative Ergebnisdynamik und das verlorene Vertrauen in das Management an Kurstreibern, um die Bewertungslücke zu schließen.

Gemäß der Einstufung "Neutral" geht JPMorgan davon aus, dass sich die Aktie in den kommenden sechs bis zwölf Monaten im Gleichklang mit dem jeweiligen Sektor entwickeln wird. (Mit Material von dpa-AFX)

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