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DAX-Schluss: Wenige Lichtblicke in einem tiefroten Markt

| Quelle: DER AKTIONÄR | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Seit heute wird der DAX mit 40 Indexmitgliedern gehandelt und hat direkt ein schwaches Debut abgeliefert: Die sich zuspitzende Krise beim chinesischen Immobilienkonzern Evergrande sowie Zurückhaltung vor den geldpolitischen Signalen der US-Notenbank haben den deutschen Leitindex bis nahe an die Marke von 15.000 Punkten gedrückt – zum Handelsschluss stand ein Minus von 2,3 Prozent auf 15.132 Zählern.

An der Aufnahme der zehn Mitglieder in den neuen DAX 40 habe es wohl kaum gelegen, dass der Markt der 15.000er-Marke am Montag gefährlich nahegekommen sei, erläuterte Analyst Konstantin Oldenburger vom Handelshaus CMC Markets. Stattdessen hätten die Anleger seit Wochen ein Ventil gesucht, um Druck aus dem Kessel zu lassen – und in den Turbulenzen um den chinesischen Immobilien-Giganten Evergrande dieses nun scheinbar gefunden.

Größte Verlierer

Banken waren europaweit die größten Verlierer im sehr schwachen Marktumfeld. Im DAX lagen Deutsche Bank mit minus 7,7 Prozent hinten, im MDAX verbuchten die Commerzbank-Papiere mit 7,9 Prozent einen ähnlich hohen Abschlag.

Im Schlepptau der weiter sinkenden Metallpreise ging es auch für Stahl-Aktien ordentlich bergab. Neben trüben Konjunktursignalen und einem festeren Dollar drückt hier zusätzlich die Sorge durch, dass die Evergrande-Krise weitere Kreise zieht und die Nachfrage nach Industriemetallen wie Kupfer, Aluminium oder Stahl seitens der Baubranche beeinträchtigt.

Die Aktien von Thyssenkrupp verbilligten sich um 5,6 Prozent, Salzgitter gaben um 5,6 Prozent nach und Klöckner & Co um acht Prozent.

Sattes Kursplus bei der Lufthansa

Im MDAX stand zudem die Lufthansa im Fokus, die mit einer Kapitalerhöhung die Weichen für die Rückzahlung der deutschen Staatshilfen stellt. Nach anfänglichen Kursverlusten gewannen die Papiere zum Handelsschluss fünfeinhalb Prozent. Anleger gewichteten letztlich höher, dass die Airline ihre Abhängigkeit vom Staat verringert und wieder mehr eigenen Gestaltungsspielraum bekommt.

Die vor allem am Nachmittag deutlichen Kursgewinne der Lufthansa-Aktien hingen auch mit der Nachricht zusammen, dass die USA die Einreisebeschränkungen aus der Europäischen Union und Großbritannien bald für Geimpfte aufheben. Davon profitierten auch die Anteile des Flughafenbetreibers Fraport mit plus vier Prozent.

Positiv auch Sixt

Mit einem Kurssprung von 7,1 Prozent in Nähe ihres Rekordhochs reagierten die im ebenfalls umgestalteten Nebenwerteindex SDAX notierten Stämme von Sixt auf eine höhere Prognose des Autovermieters.

Benedikt Kaufmann

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