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Deutsche Bank: 9 wichtige Dinge zur Aktie

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Mitten in der Sanierung hat die Corona-Pandemie die Deutsche Bank erwischt – es droht nun das sechste Jahr mit einem Verlust in Folge. Doch die Aktie kann sich gut halten und die Restrukturierung geht weiter. Was Anleger jetzt zur Deutschen Bank wissen sollten:

1. Fokus auf profitable Geschäftsbereiche

Knapp ein Jahr ist es her, dass Vorstandschef Christian Sewing bei der Deutschen Bank zum großen Kahlschlag ausholte. Binnen kürzester Zeit schredderte er den Aktienhandel, stutzte das Investmentbanking und verlegte den Fokus auf profitable Bereiche wie Unternehmens- und Privatkunden sowie internationaler Zahlungsverkehr, Handelsfinanzierung und Wertpapierdienstleistungen.

2. Stellenkürzungen aber keine Schließungen

Bis zum Jahr 2022 will die Deutsche Bank rund 18.000 Jobs abbauen, rund 74.000 Vollzeitstellen sollen dann weltweit übrigbleiben. Größere Kürzungen im Filialnetz hat die Deutsche bisher nicht auf dem Zettel. Andere Banken haben bereits entschieden, einzelne Geschäftsstellen im Zuge der Corona-Krise endgültig dichtzumachen.

3. Niedrigzinsen und Corona-Rückstellungen belasten

Doch derzeit hat die Deutsche Bank noch ganz andere Sorgen, als ihre Betriebskosten zu senken. Neben den Niedrigzinsen, die seit Jahren an Erträgen und Ergebnissen nagen, drohen wegen des Wirtschaftseinbruchs infolge der Coronavirus-Pandemie reihenweise Kredite auszufallen. Im ersten Quartal legte die Deutsche Bank deshalb 500 Millionen Euro zurück. Im zweiten Quartal dürften bei der Risikovorsorge 800 Millionen hinzukommen, hatte Finanzchef James von Moltke im Juni gesagt.

4. Erholung nach der Krise

Das zweite Quartal sei wahrscheinlich der Tiefpunkt, sagte der Finanzchef – und zeigte sich von der jüngsten Entwicklung im laufenden Geschäft positiv überrascht. Nicht nur die Investmentbank, auch andere Bereiche hätten sich seit März deutlich stärker von der Krise erholt als vom Vorstand erwartet. Daher sieht er für das Management auch keinen Grund, seinen Kurs zu ändern. "Wenn wir durch diese Krise durch sind, werden wir zeigen, dass wir nicht von unserem strategischen Weg abgekommen sind."

5. Vorbereiten auf Konsolidierungswelle

Allerdings geht von Moltke davon aus, dass die Banken in Europa um grundlegende Veränderungen nicht herumkommen. "Das Bankgeschäft, wie wir es kennen, geht durch eine massive Evolution." Dabei versucht sich die Deutsche Bank auch für eine Welle von Fusionen und Übernahmen zu rüsten. "Wir wollen die Deutsche Bank in die richtige Position bringen", sagte der Finanzchef.

6. Keine Kapitalerhöhung nötig

Das für das Risikomanagement der Deutschen Bank verantwortliche Vorstandsmitglied Stuart Lewis erteilte Befürchtungen eine Absage, dass der DAX-Konzern wegen der Belastungen eine Kapitalerhöhung benötigen könnte. "Wir haben genügend Kapital, um schwere Wirtschaftskrisen durchzustehen". Die derzeit absehbaren Belastungen werde die Deutsche Bank wegstecken können, ohne die Eigenkapitalbasis übermäßig zu schwächen.

7. Keine Dividende für 2019

Eine Dividende für 2019 hatte das Geldhaus nach dem Milliardenverlust im vergangenen Jahr ohnehin nicht geplant. Und Europas Bankenaufseher erlauben Geldhäusern wegen der Corona-Krise vorübergehend dünnere Kapitalpuffer, damit die Institute Unternehmen ausreichend mit Krediten versorgen können.

8. Übernahme der Wirecard-Bank?

Solches Geld könnte jetzt auch die Bank-Tochter des pleitegegangenen Zahlungsabwicklers Wirecard -1,30% gebrauchen - und die Deutsche Bank hat bereits ihre Fühler ausgestreckt. "Wir können uns grundsätzlich vorstellen, im Rahmen der Fortführung der Geschäftsaktivitäten diese Unterstützung zu gewähren, sofern es erforderlich werden sollte", sagte ein Sprecher am Donnerstag. Bloomberg berichtet unter Berufung auf Insider, dass auch eine Übernahme möglich ist.

9. Aktie performt auf Jahressicht

Die Deutsche-Bank-Aktie +0,54% hat sich in diesem Jahr trotz der Corona-Krise vergleichsweise gut geschlagen. Vom Jahreshoch bei 10,37 Euro Mitte Februar stürzte ihr Kurs bis Mitte März zwar um mehr als die Hälfte auf 4,449 Euro ab. Seitdem erholte sich er sich aber wieder auf zuletzt 8,55 Euro. Innerhalb eines Jahres hat die Aktie der Deutschen Bank rund 23 Prozent erzielt. Langfristig gehört das DAX-Papier aber weiterhin zu den größten Verlierern seit der Finanzkrise.

Mit Material von dpaAFX.
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