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Deutsche Bank muss wegen fauler Kredite eingreifen

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Deutsche Bank wird im zweiten Quartal noch mehr Geld für faule Kredite zurückstellen als zuvor – das offenbarte Finanzvorstand James von Moltke den Anlegern. Doch es gibt auch positive Überraschungen in der Krise.

Das Geldhaus werde die Risikovorsorge voraussichtlich um 800 Millionen Euro aufstocken, sagte Finanzvorstand von Moltke am Mittwoch in einer Online-Veranstaltung für Anleger. Keine gute Nachricht, denn die Rückstellungen lassen die Gewinne schmelzen.

Zu Beginn der Corona-Pandemie hatte der DAX-Konzern für die Monate Januar bis März zu diesem Zweck 506 Millionen Euro zurückgelegt. Für das Gesamtjahr rechnet das Management damit, dass die Risikovorsorge 0,35 bis 0,45 Prozent des gesamten Kreditvolumens erreicht.

Er rechne nicht damit, dass sich die Entwicklung in der Krise weiter verschlimmert, sagte von Moltke. Das zweite Quartal sei wahrscheinlich der Tiefpunkt. Von der jüngsten Entwicklung im laufenden Geschäft der Bank zeigte er sich positiv überrascht. Nicht nur die Investmentbank, auch andere Bereiche hätten sich seit März deutlich stärker von der Krise erholt als vom Vorstand erwartet.

Große Veränderungen für europäische Banken stehen an

Unterdessen will sich der Vorstand in der Corona-Krise nicht von seinem Kurs abbringen lassen. "Wenn wir durch diese Krise durch sind, werden wir zeigen, dass wir nicht von unserem strategischen Weg abgekommen sind", sagte von Moltke. Deutschlands größtes Kreditinstitut hatte sich vergangenen Sommer einen radikalen Umbau verordnet, in dessen Zuge 18.000 Jobs wegfallen sollen. Die hauseigene Investmentbank wurde deutlich gestutzt, der Aktienhandel komplett eingestellt.

Der europäischen Bankenlandschaft sagte er große Veränderungen voraus. "Das Bankgeschäft, wie wir es kennen, geht durch eine massive Evolution." Auch weil Niedrigzinsen infolge der Krise noch länger anhalten dürften, komme die Branche um grundlegende Veränderungen nicht herum.

Dabei versucht sich die Deutsche Bank dafür zu rüsten, dass es in diesem Zuge auch zu einer Welle von Fusionen und Übernahmen kommt. "Wir wollen die Deutsche Bank in die richtige Position bringen", sagte von Moltke. "Wir haben Hausaufgaben zu machen und wir arbeiten hart daran."

Die Banken in den USA hätten anders als ihre Rivalen in Europa beachtliche Größenvorteile erreicht. Angesichts der zersplitterten Bankenlandschaft in Europa werde es eine Menge Arbeit, um hier ein ähnliches Niveau zu erreichen.

Das macht die Aktie der Deutschen Bank

Die Risikovorsorge dürfte damit im laufenden Quartal so hoch werden wie seit 2009 zu Zeiten der Finanzkrise nicht mehr. Da die Deutsche Bank im ersten Quartal aber weniger als die Konkurrenz zurückgestellt hatte, war die Höhe der Rückstellungen wohl schon eingepreist und Anleger zeigten sich wenig überrascht. Die Aktie der Deutschen Bank +0,24% legte am Mittwoch nach den deutlichen Verlusten vom Vortag sogar leicht um 1,4 Prozent auf 8,74 Euro zu.

Mit Material von dpaAFX.
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