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Deutsche Post: Sehen Anleger das Risiko nicht?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Deutsche Post gilt aufgrund ihres Paketdienstes DHL als einer der Corona-Gewinner. Doch eine neue Branchenstudie zeigt nun, dass die tatsächliche Lage weniger rosig aussehen könnte.

Ab Mitte März schlossen die Geschäfte in Deutschland für mehrere Wochen die Türen, die Menschen saßen zuhause. Wer einkaufen wollte, tat das online. Doch trotz der hohen Nachfrage im Online-Handel erwartet der Bundesverbands Paket & Express Logistik keinen rasanten Zuwachs der Sendungsmengen. Zu groß sind dafür die Rückgänge im Business-Bereich.

Viele Läden im Einzelhandel brauchten keine Warenlieferungen mehr, Fabriken standen still, Produktionsketten waren unterbrochen. Daher erwartet die Paket-Branche bei den nationalen B2B-Paketsendungen einen coronabedingten Rückgang von drei bis fünf Prozent. Das hat großen Einfluss auf die Branche: 2019 machten die Business-Sendungen fast die Hälfte des Gesamtvolumens aus.

Die Gesamtprognose sieht daher weniger rosig aus: So rechnet der Verband für das Jahr 2020 maximal mit 1,5 Prozent mehr Sendungen als im Jahr zuvor, in einem pessimistischeren Szenario jedoch vielleicht sogar mit einem Prozent weniger. 2019 hingegen wurde ein Anstieg von 3,8 Prozent verzeichnet. Blickt man weiter zurück, legte das Wachstum in ähnlichem Maße zu: Seit 2000 stiegen die Sendungsmengen dank des Online-Handels stetig an, im Schnitt pro Jahr um 4,1 Prozent.

Langfristig bleibt der Branchenverband, in dem sich die großen Wettbewerber von DHL vereinigen, daher weiter optimistisch und sagt einen Anstieg des Sendungsvolumens bis 2024 auf 4,48 Milliarden voraus. 2019 waren es 3,65 Milliarden Sendungen.

Das macht die Aktie der Post

Auf die Zahlen des zweiten Quartals müssen die Anleger noch warten. Ende des ersten Quartals hat die Deutsche Post zwar ein Paketgeschäft auf Vorweihnachtsniveau verzeichnet – doch Fracht- und Kontraktlogistikgeschäft verloren gegenüber dem Vorjahr. Zudem musste der DAX-Konzern bereits die negativen Auswirkungen der Pandemie mit 210 Millionen Euro beim EBIT bereinigen. Nach dem Rückzug der Prognose hat sich die Geschäftsführung mit Hinweis auf die Krise ebenfalls noch nicht geäußert.

Anleger scheinen die Risiken jedoch nur bedingt wahrzunehmen und treiben die Post-Aktien auch am Mittwoch wieder nach oben. Kurzfristig wurde sogar das Zwischenhoch von Anfang Juni getestet. Zuletzt stand das Papier der Deutschen Post mit einem Plus von 1,8 Prozent im Plus bei 31,31 Euro.

Mit Material von dpaAFX.
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