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Deutsche Telekom: Ein defensiver Outperformer

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Netze halten, der Ausbau kommt voran, die Prognose dürfte bald erneut angepasst werden und auch die Dividende scheint sicher. Das überzeugt die Anleger und macht die Telekom zu einem Outperformer der Corona-Krise

Sicherlich, in einer Welt ohne Covid-19 wäre die Telekom gerade ganz woanders – zumindest aus Börsensicht. Erst zwei Monate ist es her, als Anleger mit den viel gelobten Geschäftszahlen aus dem vergangenen Jahr sichtlich Vertrauen gefasst und den Kurs auf lange nicht gesehene Höhen getrieben haben.

Mit der Aussicht auf die Fusion von T-Mobile US und Sprint war die Euphorie auch davor schon angefacht worden. Konzernchef Tim Höttges hat in den USA Großes vor: Er will den Platzhirschen Verizon und AT&T die Marktführerschaft streitig machen.

Der Deal ist mittlerweile in trockenen Tüchern. Nun fordert allerdings das Coronavirus einen nicht zu kleinen Teil der Aufmerksamkeit für sich ein und lässt den Bonnern als Betreiber kritischer Infrastruktur gleichzeitig noch größere öffentliche Aufmerksamkeit zukommen.

Da Schulen und Läden geschlossen sind und Millionen Menschen von Zuhause aus arbeiten, geht vieles nur noch über das Internet. Sorgen vor einer Überlastung der Netze hat der Konzern aber bereits Mitte März ausgeräumt. Technik-Chef Walter Goldenits bekräftigte dies vor wenigen Tagen erneut in einem Video-Statement: "Die Netze sind stabil", sagte er.

Netzausbau kostet Milliarden

Den Netzausbau treibt die Telekom daneben weiter voran – allerdings unter erschwerten Bedingungen, wie eine Sprecherin sagte. "Viele Faktoren spielen hier eine Rolle, zum Beispiel die Abarbeitung der Genehmigungsverfahren oder auch Kapazitäten bei Baufirmen." Eine seriöse Abschätzung, inwieweit es durch Corona zu Verzögerungen bei der Fertigstellung von einzelnen Bauvorhaben kommt, sei zu diesem Zeitpunkt nicht machbar.

Der Netzausbau ist für die gesamte Branche eine teure Angelegenheit. Nach eigenen Angaben investiert die Telekom allein in Deutschland pro Jahr gut fünf Milliarden Euro. In den USA wollen die Bonner mit der "New T-Mobile" zudem nun über 40 Milliarden US-Dollar in die Hand nehmen, unter anderem um den neuen Datenfunk 5G zu etablieren.

Gleichzeitig treibt der dortige Sprint-Zukauf die Verschuldung nach oben, was dem Konzern bereits eine gesenkte Bonitätsnote von der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) eingebracht hat. Insgesamt hat die Telekom zuletzt für das laufende Jahr 13 Milliarden Euro für Investitionen vorgesehen - ungefähr so viel wie 2019.

Prognose für 2020 kann Anleger überzeugen

Gewinnseitig wollte die Telekom zudem wieder zulegen. Nach einem Sprung beim EBITDA von mehr als sieben Prozent auf 24,7 Milliarden Euro im Vorjahr sollte es 2020 nochmal um gut drei Prozent nach oben gehen. Der freie Mittelzufluss (Free Cashflow) vor Dividenden und Ausgaben für Mobilfunklizenzen sollte von sieben auf acht Milliarden Euro klettern.

Das macht die Aktie

Das starke Prognose besonders gut am Aktienmarkt an, sagt der Cashflow doch einiges über die Finanzkraft des Unternehmens unter anderem für künftige Ausschüttungen aus. Mit dem eingetüteten US-Deal gehen Beobachter nun nochmal von einer baldigen Anpassung der Jahresprognose aus.

Die Aktie der Deutschen Telekom +1,34% zählt daher in der Viruskrise mit einem Verlust von 15 Prozent seit Jahresanfang zu den besseren DAX-Titeln. Somit hat sich das Papier zumindest in dieser Zeit nicht als absoluter Fehlgriff erwiesen.

Mit Material von dpaAFX.
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