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Deutsche Wohnen: Das sagen die Analysten zu den Problemen des DAX-Aufsteigers

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Deutsche Wohnen hat den Sprung in den DAX geschafft. Zwar kämpft auch der Immobilienkonzern wie der DAX-Absteiger Lufthansa mit Problemen – doch die Analysten bleiben zuversichtlich, dass die Probleme zu meistern sind.

Problem: Mietendeckel

Seit Jahren verdient Deutsche Wohnen dank steigender Mieten vor allem in Berlin gut. Im ersten Quartal steigen die Mieten in den 116 000 Berliner Wohnungen allerdings weniger stark. Dies hängt mit dem erst seit Februar in Kraft getretenen Berliner Mietendeckel zusammen. Vermieter mussten in der Hauptstadt Mieterhöhungen ab Mitte Juni 2019 zurücknehmen und sich bei Neuvermietungen an Obergrenzen halten.

Zudem müssen Vermieter in Berlin zum 23. November Bestandsmieten reduzieren, die mehr als 20 Prozent über der zulässigen Obergrenze liegen. "Hiervon sind circa 30 Prozent unserer Berliner Mietverhältnisse betroffen", sagte Vorstandsmitglied Lars Urbansky auf der Hauptversammlung. Das Unternehmen rechnet in diesem Jahr mit Mietausfällen von neun Millionen Euro durch das Gesetz, im nächsten Jahr sind es 30 Millionen Euro.

Kein Problem: Corona-Krise

Die Corona-Krise bekommt Deutsche Wohnen hingegen kaum zu spüren. "Weder auf der Wohn- noch auf der gewerblichen Seite haben wir bislang signifikante Mietausfälle", sagte Zahn. Es zeichne sich bereits schon jetzt ab, dass die Mietausfälle wirtschaftlich zu bewältigen und der Hilfsfonds mit ausreichend finanziellen Mitteln ausgestattet sei.

Das sagen die Analysten zur Aktie von Deutsche Wohnen

Von 14 Analysten empfiehlt mehr als die Hälfte die Aktie von Deutsche Wohnen -0,87% zum Kauf. Während fünf Experten das Papier zum Halten empfehlen, spricht sich einer für den Verkauf aus. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 40,20 Euro und damit etwa auf dem aktuellen Kursniveau.

Für Analyst Simon Stippig vom Analysehaus Warburg Research ist das Immobilienunternehmen werthaltig mit positiven Kurstreibern. Vor allem brächten fortgesetzte Aktienrückkäufe Potenzial mit sich, auch wenn der Mietendeckel am Berliner Immobilienmarkt für Unsicherheit sorge. Die Aktie empfiehlt er zum Kauf mit einem Kursziel von 47,40 Euro, womit er den höchsten Wert auf dem Zettel hat.

Positiv gestimmt für das Papier ist auch Neil Green von der US-Bank JPMorgan. Das größte Risiko für den Immobilienkonzern sei aktuell zwar die Überprüfung des Berliner Mietendeckels durch das Bundesverfassungsgericht. Nach Einschätzung des Experten ist bei einem negativen Ergebnis aber das Rückschlagrisiko für die Aktie kleiner als das Aufwärtspotenzial im positiven Fall, urteilt Green.

Nach den Zahlen für das erste Quartal zeigte sich auch Analyst Julius Stinauer von der Privatbank Hauck & Aufhäuser zuversichtlicher für die Aktie der Deutschen Wohnen. Die Aussichten für den Berliner Wohnimmobilienmarkt seien freundlicher als er bislang erwartet hab. Die dortige Preisstabilisierung bei Immobilienkäufen sollte die Bewertung des Konzerns nach oben treiben. Die Aktie stufte er von "Halten" auf "Kaufen" hoch und hob das Kursziel von 36 auf 46 Euro an.

Weniger euphorisch zeigte sich Analyst Thomas Rothäusler vom Analysehaus Jefferies. Die Quartalszahlen des Immobilienunternehmens seien durchwachsen ausgefallen, befand er. Die Auswirkungen des Mietendeckels in Berlin zeigten sich zunehmend. Rothäusler rät, das Papier zu halten.

Für Thomas Martin von der britischen Investmentbank HSBC ist die Aktie von Deutsche Wohnen dagegen ein Verkauf mit einem Kursziel von 30 Euro. Die starke Erholung der Aktie des Immobilienunternehmens seit März sei überraschend gewesen, da der Ausblick im Vergleich zu den Wettbewerbern am schwächsten gewesen sei. Da Berlin wegen der Bedeutung des Dienstleistungssektors besonders stark von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen sei, habe dies entsprechend negative Auswirkungen auf Mieten und Immobilienpreise in den kommenden zwei bis drei Jahren.

Mit Material von dpaAFX.
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