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Deutsche Wohnen weiter im Aufwind

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Seit Jahren profitieren Wohnimmobilienkonzerne wie Deutsche Wohnen von einer starken Wohnungsnachfrage in den Großstädten. Mit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts gegen den Berliner Mietendeckel fällt nun zudem ein Unsicherheitsfaktor weg und steigert somit das Interesse auf Seiten der Investoren. 

Die Deutsche Wohnen gehört zu den größten Wohnimmobilienkonzernen Deutschlands. Dem Unternehmen gehören in Deutschland rund 155.400 Wohnungen. Knapp drei Viertel davon stehen in Berlin. Wie in vielen Ballungsräumen sind die Mieten dort in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen.

Allerdings bekam der DAX-Konzern den Mietendeckel in der Hauptstadt im vergangenen Jahr deutlich zu spüren. Die Bestandsmiete im Gesamtportfolio fiel um gut vier Prozent auf durchschnittlich 6,70 Euro pro Quadratmeter, in Berlin war es ein Minus von sechs Prozent. 

Geringe Auswirkungen

Trotz der Belastungen konnte die Deutsche Wohnen auf ein stabiles Jahr 2020 zurückblicken. Der für den Konzern maßgebliche operative Gewinn (Funds from Operations 1, kurz FFO1) ging leicht um 1,6 Prozent auf gut 544 Millionen Euro zurück. Für das laufende Jahr erwartet der Konkurrent von Vonovia -1,26% , LEG Immobilien -0,79% und TAG Immobilien einen operativen Gewinn etwa auf dem Niveau von 2020. Dabei rechnete das Unternehmen bereits damit, dass der Mietendeckel in Berlin gekippt wird.

Bundesverfassungsgericht kippt Mietendeckel-Gesetz

Erst jüngst erklärte das Bundesverfassungsgericht das seit mehr als einem Jahr geltende Berliner Mietendeckel-Gesetz in einem Beschluss für nichtig. Für das Mietrecht sei der Bund zuständig, daneben dürfe es kein Landesgesetz geben, hieß es zur Begründung. Damit gelten die im Landesgesetz festgelegten Mietobergrenzen nicht mehr. 

Auf viele Menschen in Wohnungen mit gedeckelter Miete in Berlin kommen nun Nachzahlungen zu. Die Deutsche Wohnen kündigte bereits an, auf Nachforderungen an Mieter nicht verzichten zu wollen. "Keine Mieterin und kein Mieter der Deutsche Wohnen wird durch die Entscheidung die Wohnung verlieren", teilte das Unternehmen am selben Tag der Urteilsverkündung aus Karlsruhe mit. 

Das sagen die Analysten 

Für Analyst Charles Boissier von der Schweizer Großbank UBS ist der Richterspruch das bestmögliche Ergebnis für die in der deutschen Hauptstadt tätigen Wohnimmobilienunternehmen. Die Entscheidung sei unwiderruflich und müsse mit sofortiger Wirkung umgesetzt werden. Der Richterspruch ist laut Analyst Sander Bunck von der britischen Investmentbank Barclays unmissverständlich gewesen und habe deshalb positiv überrascht. Bei der Deutschen Wohnen stünden die Zeichen damit wieder auf Wachstum.

Zudem beseitigt der Beschluss nach Ansicht von Julian Livingston-Booth vom Analysehaus RBC die regulatorischen Risiken. Deutsche Wohnen dürfte versuchen, die entgangenen Mieteinnahmen einzufordern, denn die im März veröffentlichten Jahresergebnisziele für 2021 waren auf dieser Basis gegeben worden. 

DZ-Bank-Analyst Karsten Oblinger bewertet das Aus des Berliner Mietendeckels als Etappensieg. Allerdings dürfe nicht vergessen werden, dass in diesem Jahr die Bundestagswahl anstehe und das Thema Mietpreisregulierungen damit noch mehr in den Fokus des Wahlkampfes rücke, mahnte er. Die politischen Mehrheitsverhältnisse in Deutschland hätten sich in den letzten Wochen und Monaten spürbar verschoben, sodass eine deutlich stärke Mietregulierung auf Bundesebene nicht mehr ausgeschlossen werden könne. 

Das macht die Aktie von Deutsche Wohnen 

Am Freitag notiert die Deutsche-Wohnen-Aktie +2,61% rund ein halbes Prozent schwächer bei 46,30 Euro. Damit notieren die Papiere fast wieder auf dem Rekordniveau aus dem Herbst 2020. Anfang des Jahres hatten die Aktien vorübergehend unter Inflationssorgen gelitten, da eine anziehende Teuerung und damit möglicherweise auch steigende Zinsen an den Anleihemärkten den Immobilienunternehmen das Leben schwerer machen würde - sowohl bei der Finanzierung neuer Projekte als auch bei der Bewertung der Bestandsobjekte. Die Sorgen sind mittlerweile aber weitgehend abgeklungen.

Sechs-Monats-Chart Deutsche Wohnen (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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