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Devisen: Lira-Crash in der Türkei setzt sich fort

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Sinkflug der türkischen Lira hält an. Allein seit Jahresbeginn hat sich der Wert der Lira zu US-Dollar und Euro in etwa halbiert. Gegenüber den beiden Währungen wurden am Montag abermals neue Rekordtiefstände verzeichnet. Ein Dollar kostete im Gegenzug erstmals mehr als 14 Lira, für einen Euro mussten erstmalig mehr als 16 Lira gezahlt werden.

Umgekehrt gibt es für eine Lira nur noch 6 Cent (siehe Chart). Belastung kommt vor allem seitens der Geldpolitik: Von der türkischen Notenbank wird in dieser Woche abermals eine kräftige Zinssenkung erwartet, obwohl die Inflation mit zuletzt gut 21 Prozent ungewöhnlich hoch ist. Lebensmittel sind im November im Schnitt sogar um 27 Prozent teurer geworden.

Nach der Ratingagentur Fitch hat am Freitag auch Standard & Poors den Bonitäts-Ausblick für die Türkei von zuvor "stabil" auf "negativ" gesenkt. Die Kreditwürdigkeit sinkt damit weiter.  

Hintergrund der Lira-Krise ist nach Ansicht von Kritikern unter anderem die Einmischung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan in die Geldpolitik der Notenbank. Erdogan drängt immer wieder auf niedrige Zinsen und vertritt entgegen gängiger volkswirtschaftlicher Lehre die Ansicht, hohe Zinsen förderten die Inflation.

Sechs-Monats-Chart Türkische Lira in Euro

Der Crash der Landeswährung beschert dem türkischen Aktienmarkt derweil einen Höhenflug. Der BIST100-Index klettert heut um weitere gut drei Prozent auf über 2.100 Punkte auf ein neues historisches Hoch.

Der BIST100 wird von exportorientierten Unternehmen dominiert. Sie profitieren vom Lira-Verfall, weil ihre Produkte im Ausland dadurch wettbewerbsfähiger werden.

Am Wochenende waren in der Türkei derweil wieder zahlreiche Menschen auf die Straße geganen. In der Metropole Istanbul versammelten sich am Sonntag Tausende Demonstrierende im asiatischen Teil der Stadt und hielten Schilder hoch mit der Aufschrift: "Es reicht!"

In Ankara wurden unterdessen mindestens 90 Studierende festgenommen, wie die Initiative "Wir finden keinen Unterschlupf" mitteilte. Sie hatten trotz eines Demonstrationsverbots des Gouverneurs versucht, sich in der Hauptstadt zu versammeln. Studierende protestieren seit diesem Sommer mit verschiedenen Aktionen gegen hohe Mieten und fordern bezahlbaren Wohnraum.

In Istanbul hat sich das Leben nach Angaben der Stadtverwaltung innerhalb eines Jahres um mehr als 50 Prozent verteuert. Der Generalsekretär der Gewerkschaft Disk, Adnan Serdaroglu, warnte im Sender Halk TV: "Die Menschen verarmen." Er forderte eine deutliche Anhebung des monatlichen Mindestlohns von aktuell rund 3.600 TL brutto (rund 230 Euro).  (Mit Material von dpa-AFX)

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