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Die Spur führt nach Aserbaidschan: Adler Group spielt Hauptrolle im Agententhriller (Teil 1)

| Quelle: DER AKTIONÄR | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
Die in Verruf geratene Adler Group kommt nicht aus den Schlagzeilen. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg gibt es Dokumente zu einer Reihe hochkarätiger Londoner Immobiliendeals, die neue Fragen rund um die umkämpfte Adler Group und ihre Finanziers aufwerfen. Sie bringen Akteure aus der Gruppe rund um den österreichischen Geschäftsmann Cevdet Caner in Zusammenhang mit der Familie von Ilham Alijew, dem Langzeitpräsidenten von Aserbaidschan.Adler ist im vergangenen Jahr zum Ziel von Attacken von Leerverkäufern geworden, allen voran Fraser Perring und seiner Orginsation Viceroy Research, die Caner als Kopf einer "Clique von Kleptokraten" bezeichnet. Viceroy bemängelt die Intransparenz von Adlers Struktur und Transaktionen, und hat auch einige der aserbaidschanischen Deals herausgegriffen. Adler und Caner bestreiten alle Vorwürfe von Viceroy.Die Informationen in diesem Artikel stammen zum Teil aus den Pandora Papers der Journalistengruppe Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP), die im letzten Jahr Investitionen von Alijew und seiner Familie erstmals nachzeichneten. Andere Quellen sind mit den Transaktionen vertraute Personen und offizielle Unterlagen.Aus den Unterlagen geht hervor, dass die Finanziers, die dabei halfen, Adler zu einem der größten deutschen Vermieter zu machen, mit zentralen Akteuren in dem Finanzimperium der Alijews zu tun hatten, Objekte von ihnen gekauft haben und zwei von ihnen sogar angestellt hatten.Für Adlers Aktionäre sind die angeblichen Verbindungen auch deshalb relevant, weil laut den Unterlagen eines der Unternehmen aus dem Aserbaidschan-Komplex Adler jedenfalls letzten Juni immer noch fast 250 Millionen Euro aus den Transaktionen schuldete. Das ist etwa ein Drittel von Adlers Außenständen, die Kritiker der hoch verschuldeten Gruppe in den letzten Monaten besonders ins Visier genommen haben.Zahlreiche Deals liefen über die Triangle Group, ein geheimnisumwittertes Vehikel, das etwa 2014 Holborn Links kaufte, ein 212,5 Millionen Pfund (255 Millionen Euro) teures Renommierprojekt in der Nähe des British Museum. Weil Triangle dabei alteingesessene Interessenten wie Legal & General Group Plc ausstach und seine eigenen Hintermänner anonym blieben, schlug der Deal seinerzeit hohe Wellen in der Londoner Immobilienszene. Nun zeigt sich, dass zu den Käufern ein Geschäftspartner der Alijews gehörte sowie einer mit engen Verbindungen zu Caner.Caner dementiert jegliche Rolle bei den Deals. Aggregate Holdings, Adlers größter Aktionär, teilte mit dass es bis zur Veröffentlichung des OCCRP nicht wusste, dass gewisse Vermittler von Geschäften Partner der Alijews waren. Alijews Sprecher sagt, weder der Präsident noch dessen Familie kenne Caner oder irgendwelche der Firmen und Personen, die das OCCRP mit ihnen in Verbindung gebracht habe. Triangle reagierte nicht auf Anfragen.Aggregate war allerdings nicht der einzige Investor, der Immobilien aus dem Dunstkreis der Familie Alijew gekauft hat. In den Pandora Papers zeigte sich auch der Kauf einer Gewerbeimmobilie in der Nähe der Maddox Street Row im Jahr 2018 durch die Crown Estate, die Immobiliengesellschaft des britischen Königshauses. Die Enthüllung veranlassten die Crown Estate, eine interne Überprüfung einzuleiten.

Teil 2 erscheint am Sonntag, 16. Januar, um 9:00 Uhr.

(Quelle: Bloomberg)

Thomas Bergmann

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