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Diese 5 Themen sind am Freitag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Freitag nach den bisher deutlichen Wochengewinnen seinen Aufschwung zum Handelsauftakt noch fortsetzen. Vor Xetra-Handelsstart wurde der DAX -0,02% 0,3 Prozent höher gesehen bei nun 12.642 Punkten. Bereits gestern hatte der deutsche Leitindex knapp drei Prozent zugelegt und damit das bisherige Wochenplus auf mehr als vier Prozent ausgebaut. Zudem übersprang er eine charttechnische Hürde bei 12.500 Punkten.

Der Markt schwankt weiterhin zwischen der Hoffnung auf eine Erholung der Konjunktur und Corona-Sorgen, die derzeit fast jeden Tag mit neuen hohen Infektionszahlen vor allem in den USA befeuert werden. Heute wird in den Vereinigten Staaten wegen des Independence Day am Samstag nicht gehandelt, so dass von dort zum Wochenschluss keine Impulse für den deutschen Markt zu erwarten sind. Und auch in der Eurozone stehen keine spannenden Konjunkturdaten an. Ferner mangelt es bislang an relevanten Nachrichten zu deutschen Unternehmen.

"Der Optimismus an den Börsen nimmt mit den steigenden Kursen immer weiter zu - unsere Skepsis aber auch. Wir warten nach wie vor auf eine zweite Verkaufswelle an den Märkten und halten es für sehr unwahrscheinlich, dass diese ausbleibt", hieß es in der aktuellen Ausgabe des Börsenbriefs Fuchs-Kapital. Die Märkte würden vom billigen Geld getrieben, die Leitzinsen seien weltweit historisch tief und die Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken sei atemraubend. Zudem erreichten die Ausgabenprogramme der Regierungen völlig neue Dimensionen. Als zusätzliche Kurstreiber kämen nun noch die institutionellen Investoren hinzu, stellten die Autoren des Börsenbriefs fest. - Auch DER AKTIONÄR und finanztreff.de informieren Sie börsentäglich am Nachmittag über die wichtigsten News von Wirtschaft und Börse. Hier können Sie sich kostenlos anmelden: www.boersenbriefing.de

Folgende Themen könnten heute Einfluss auf die Kurse nehmen:

Vorgaben aus den USA

Eine überraschend starke Erholung am Arbeitsmarkt hat der Wall Street am Donnerstag zwischenzeitlich deutlichen Aufwind beschert und die Rekordrallye der Technologiewerte angeheizt. Allerdings ließ der Schwung im Handelsverlauf stark nach. Börsianer verwiesen auf einem Medienbericht, wonach es bei einer klinischen Studie des Biotech-Unternehmens Moderna +10,89% zu einem Impfstoff gegen das Coronavirus zu einer Verzögerung gekommen sei, die Aktien verloren fast fünf Prozent. Ein Sprecher von Moderna hingegen betonte, man halte an dem Zeitplan für die Studie fest. Derweil spitzte sich die Corona-Pandemie in den USA mit einer Rekordzahl von mehr als 50.000 Neuinfektionen an einem Tag dramatisch zu.

Der Dow Jones Industrial -0,38% schloss 0,4 Prozent höher bei 25.827 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich bis zu 1,8 Prozent gewonnen hatte. Damit schaffte der US-Leitindex in der verkürzten Gesamtwoche ein Plus von 3,3 Prozent.

Handel in Fernost

Die wichtigsten Börsen Asiens haben am Freitag zugelegt. Der japanische Leitindex Nikkei 225 +1,63% ging mit einem Tagesplus von 0,7 Prozent bei 22.306 Punkten ins Wochenende. An den chinesischen Festlandsbörsen legte der CSI 300 im späten Handel um ein Prozent auf 4.379 Punkte zu. In Hongkong kletterte der Leitindex Hang Seng +1,36% zuletzt um 1,1 Prozent auf 25.388 Zähler.

Konjunkturdaten

Aus China und Japan erwarteten Investoren den Einkaufsmanager-Index für den Dienstleistungsbereich. In China hat sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Bereich Dienstleistungen überraschend weiter aufgehellt und den besten Wert seit über zehn Jahren erreicht. Der vom Wirtschaftsmagazin "Caixin" ermittelte Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor stieg im Juni auf 58,4 Punkte, nach 55,0 Zählern im Monat zuvor. Der Juni-Wert ist der höchste seit dem April 2010. Der Indikator steht damit deutlich über dem Niveau, das er vor dem Ausbruch der Corona-Krise hatte.

Das Barometer für Deutschland folgt um 9.55 Uhr, jenes für die Eurozone um 10 Uhr. Zur gleichen Zeit will der VDMA den Auftragseingang im deutschen Maschinenbau für Mai bekannt geben. Danach wird der Verband der deutschen Automobilindustrie VDA noch Bilanz des ersten Halbjahres ziehen sowie Perspektiven für die Branche in den kommenden Monaten aufzeigen.

Unternehmens-News

Unter den Einzelwerten sind die als DAX-Kandidat geltenden Aktien von Delivery Hero +2,93% im vorbörslichen Geschäft sehr gefragt. Auf der Plattform Tradegate kletterten sie im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs vom Vortag zuletzt um 5,7 Prozent und knackten damit erstmals die runde Marke von 100 Euro. Damit summiert sich der bisherige Jahresgewinn der Papiere auf mehr als 46 Prozent.

Der Essenslieferdienst setzt sein starkes Wachstum inmitten der Corona-Krise fort. Allein im Juni verdoppelte sich die Anzahl der Bestellungen, woraus sich für das zweite Quartal ein Auftragsplus von 94 Prozent ergab. Delivery Hero ist einer der großen Profiteure der Corona-Pandemie. Da Restaurants in vielen Ländern teils wochenlang geschlossen waren, bestellten viele Menschen ihr Essen und ließen es liefern.

Der Essenslieferant könnte im September den in einem Bilanzskandal steckende Zahlungsabwickler Wirecard -2,67% im DAX ablösen. Neben Delivery Hero ist auch der Hersteller von Duftstoffen und Aromen Symrise -0,63% laut Experten ein Aufstiegskandidat.

Wirecard-Aktien zucken am Morgen ein paar Cent nach oben. Hintergrund sind mögliche "Hilfspläne" der Deutschen Bank +0,80%, der bisher nicht von der Insolvenz ihres Mutterkonzerns betroffenen Wirecard Bank unter die Arme zu greifen. Solches Geld könnte die Bank-Tochter des pleitegegangenen Zahlungsabwicklers Wirecard gut gebrauchen - und die Deutsche Bank hat bereits ihre Fühler ausgestreckt. Bloomberg berichtet zudem unter Berufung auf Insider, dass auch eine Übernahme möglich ist.

Die Anteilsscheine von HeidelbergCement -0,23% gewannen auf Tradegate zuletzt 1,5 Prozent. Zuvor hatten die Analysten von Morgan Stanley die Papiere des Baustoffkonzerns gleich um zwei Stufen von "Underweight" auf "Overweight" erhöht.

Nach der US-Zulassung von Remimazolam zur Kurznarkose sind die Aktien von Paion -3,05% am Freitagmorgen kräftig angesprungen. Auf der Handelsplattform Tradegate machten die Papiere des Aachener Pharmaunternehmens einen Satz um 37 Prozent - das höchste Niveau seit Mai 2014. Nach dem grünen Licht der US-Aufsicht für das unter dem Namen Byfavo vermarktete Mittel erhält Paion vom Entwicklungspartner Cosmo eine Meilensteinzahlung von 15 Millionen Euro. Zudem fließen gestaffelte Lizenzgebühren von mindestens 15 Prozent auf die Nettoumsätze mit dem Mittel in den USA.

Bundestag und Bundesrat beschließen schrittweisen Kohleausstieg

Bundestag und Bundesrat wollen am Freitag einen schrittweisen Kohleausstieg in Deutschland bis spätestens 2038 beschließen. Am Vormittag stimmt zunächst der Bundestag über zwei zentrale Gesetze ab, danach folgt die Länderkammer. Der Chef der Gewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, sprach von einer "historische Wegmarke" - mahnte aber, die Arbeit fange nun erst richtig an. Dagegen bezeichnete Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser das Kohlegesetz der schwarz-roten Koalition als einen "historischer Fehler": Es verfehle den eigentlichen Zweck: den Schutz der Menschen vor den dramatischen Auswirkungen der Klimakrise. (mmr mit Material von dpa-AFX)

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