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Diese 6 Themen sind am Freitag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die kräftigen Schwankungen am Aktienmarkt dürften vor dem Wochenende weitergehen. So geht der Kampf des DAX um die Marke von 9.500 Punkten am Freitag in die nächste Runde: Vor dem Beginn des Xetra-Handels wurde der deutsche Leitindex etwa 0,6 Prozent tiefer taxiert bei 9515 Punkten. Die weitere Erholung im Späthandel im Zuge der gefestigten Wall Street ist damit wieder mehr als ausradiert.

Bereits am Montag, Mittwoch und Donnerstag war der DAX +1,00% im Handelsverlauf immer wieder unter 9.500 Punkte gefallen - tags zuvor vorübergehend gar bis auf 9.337 Punkte - und konnte sie letztlich nur mit Mühe halten. Weiter ziehen täglich Unternehmen im Zuge der Corona-Krise ihre Prognosen zurück. Und weiter ist unklar, wann sich das öffentliche Leben zumindest schrittweise wieder normalisiert.

Folgende Themen dürften heute Einfluss auf die Kurse nehmen:

Ölpreise

Die Ölpreise sind am Freitag wieder vom zwischenzeitlichen Hoch am Vortag zurückgekommen. Nach einem Tweet des US-Präsidenten Donald Trump war am Donnerstagnachmittag die Notierung für Rohöl aus der Nordsee um etwa 25 Prozent und die für US-Rohöl um rund 20 Prozent nach oben geschossen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni stieg kurzzeitig bis auf 36,29 US-Dollar. Zuletzt notierte Brent wieder unter 29 Dollar.

Trump hatte Förderkürzungen und damit eine Einigung im Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland angedeutet. Nach einem Dementi der russischen Regierung und einer ausbleibenden Bestätigung aus Riad gaben die Preise schnell wieder nach.

Corona-Krise

Vier Monate nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie sind mittlerweile weltweit mehr als eine Million Menschen mit dem lebensgefährlichen Virus infiziert. Die Johns-Hopkins-Universität registrierte zuletzt 1.016.401 Fälle. In Deutschland stieg die Infizierten-Zahl auf 84.794, von denen 1.107 verstorben sind. Es ist weiter unklar, wann sich das öffentliche Leben zumindest schrittweise wieder normalisieren wird.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hofft, dass zur Behandlung der Lungenkrankheit Covid-19 bald auch zielgerichtete Medikamente eingesetzt werden können. "Es gibt erste Hinweise, dass bestimmte Medikamente zu helfen scheinen", sagte der CDU-Politiker. Es gebe auch in Deutschland bereits eine Reihe von Studien, auch zu dem "alten Malaria-Mittel" Resochin (Wirkstoff Chloroquinphosphat) des Pharma- und Chemiekonzerns Bayer -1,01%. Es gebe aber auch weitere Medikamente, die helfen könnten. Auf jeden Fall werde deutlich früher ein Medikament als ein Impfstoff auf dem Markt sein, sagte Spahn, und ist damit auf einer Linie mit vielen Experten.

Vorgaben aus den USA

Düstere Signale vom US-Arbeitsmarkt in Zeiten der Viruskrise haben am Donnerstag an der Wall Street die Nervosität hoch gehalten. Eine Rallye an den Ölmärkten und in der Folge auch bei Ölwerten ebnete dem Dow Jones Industrial +2,77% nach schwankendem Verlauf den Weg zu einer Erholung von seinen deutlichen Vortagsverlusten. Ins Ziel ging der Leitindex 2,2 Prozent höher bei 21.413 Punkten. Er stand damit unweit seines früh erreichten Tageshochs.

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Bewertung der US-Kreditwürdigkeit trotz der Belastungen durch die Corona-Krise bestätigt. Die Bonität werde weiterhin mit der zweitbesten Note "AA+" bewertet, teilte S&P in der Nacht zu Freitag mit. Der Ausblick für das Rating sei unverändert stabil.

Handel in Asien

Die Börsen Asiens haben am Freitag etwas schwächer tendiert. Die Sorgen vor den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise bleiben bestimmend. In Japan ging der Nikkei 225 +1,73% kaum verändert bei 17.820 Punkten ins Wochenende. In China büßte der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen 0,7 Prozent ein und der Hang Seng in Hongkong sank zuletzt um fast ein Prozent.

Konjunkturdaten

In China hat sich die Stimmung in den Dienstleistungsfirmen im März nach dem drastischen Einbruch im Vormonat wieder deutlich erholt. Der von der Mediengruppe "Caixin" und dem britischen Forschungsinstitut IHS Markit erhobene Indikator für die Stimmung der Einkaufsmanager im Bereich Dienstleistungen stieg auf 43,0 Punkte, nach dem Rekordtief von 26,5 Zähler im Februar. Damit konnte sich der Stimmungsindikator deutlich stärker von den Folgen des Einbruchs im Zuge der Corona-Krise erholen als erwartet.

Um 9.55 Uhr folgen die Einkaufsmanager-Daten aus Deutschland, jene für die Eurozone werden um 10 Uhr erwartet. Eine Stunde später folgt der Einzelhandelsumsatz. Spannend wird es dann wieder um 14.30 Uhr mit dem US-Arbeitsmarktbericht sowie dem ISM-Index für den Dienstleistungsbereich um 16 Uhr.

Unternehmens-News

Die Ungewissheit über die Auswirkungen des Corona-Shutdown zwingt mehr und mehr Unternehmen dazu, ihre Jahresprognosen einzustampfen. Dazu gehören nun auch der Konsumgüterkonzern Beiersdorf, der Handelsimmobilieninvestor Deutsche Euroshop und der Medienkonzern RTL. Bei Beiersdorf -1,32% sanken die Erlöse im ersten Quartal aus eigener Kraft bereits um 3,6 Prozent. Eigentlich wollte der Nivea-Hersteller in diesem Jahr bei den Erlösen aus eigener Kraft um 3 bis 5 Prozent wachsen. Die Aktie gab vorbörslich um 1 Prozent nach.

RTL +0,54% hat seinerseits nicht nur den Jahresausblick zurückgezogen, sondern ist auch bei der Dividende für 2019 zurückgerudert. Das erste Quartal habe noch weitgehend den Erwartungen entsprochen, hieß es. In den kommenden Monaten werden aber Stornierungen für Werbebuchungen und Verschiebungen von Produktionen die Ergebnisse belasten. Die Aktie brach vor Handelsbeginn um mehr als 10 Prozent ein.

Mit dem Immobilienkonzern Deutsche Euroshop +0,22% ist nun auch offiziell das Unternehmen hinzugekommen, dem die Krise generell besondere Probleme bereiten dürfte. Denn mit den weitreichenden Ausgangsbeschränkungen und Ladenschließungen wird es für die Einzelhändler schwierig, die Miete zu bezahlen. Dazu haben sie auch die Möglichkeit, die Zahlungen wegen der Pandemie auszusetzen. Erste Mieter in den Einkaufszentren würden bereits Insolvenz anmelden, hieß es nun von dem SDax-Unternehmen. Bereits Mitte März hatte es daneben mitgeteilt, in diesem Jahr keine Dividende zu zahlen. Die Aktie legte dennoch vorbörslich um 4 Prozent zu.

Der von der Corona-Krise ebenfalls hart getroffene Sportartikelhersteller Adidas +3,56% benötigt seinerseits frische Liquidität. Adidas werde Kredite brauchen, aber keine direkte Staatshilfe, sagte eine Sprecherin am Donnerstag. Angaben zur Höhe der Kredite wollte sie nicht machen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuvor berichtet, Adidas überlege, einen Kredit von ein bis zwei Milliarden Euro bei der Staatsbank KfW zu beantragen. Selbst ein so gesundes Unternehmen wie Adidas benötigt nun Kredite, kommentierte ein Händler den Schritt. Die Aktie stand vorbörslich mit einem Prozent im Minus.

Eine gute Nachricht gab es von der Baader Bank zur Norma Group +3,78%. Nach einem Kurseinbruch wegen der Corona-Krise hat die Bank die Aktie des Industrie-Zulieferers von "Add" auf "Buy" hochgestuft, das Kursziel aber von 38 auf 28 Euro gesenkt. Eine schlankere Kostenstruktur werde dem Unternehmen dabei helfen, profitabel zu bleiben und weiter einen soliden Mittelzufluss zu erwirtschaften, begründete Analyst Peter Rothenaicher in einer Studie die Hochstufung. Norma werde aus der Krise gestärkt hervorgehen. Allerdings stand auch hier bei der Aktie vor Handelsbeginn ein leichtes Minus zu Buche.

Der Windkraftanlagen-Hersteller Nordex -0,07% hat im ersten Quartal von einer hohen Nachfrage in Europa profitiert. Insgesamt wurden Auftragseingänge für 352 Turbinen mit 1,64 Gigawatt verzeichnet, teilte das SDax +1,14%-Unternehmen am Freitag in Hamburg mit. Im Vergleich zum Vorjahr sei das Volumen der fest vereinbarten Neuaufträge um rund 59 Prozent gestiegen.

Voraussichtlich am Vormittag werden die Auto-Neuzulassungen in Deutschland bekannt gegeben. (mmr mit Material von dpa-AFX)

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