DAX®14.204,51+1,40%TecDAX®3.089,57+1,09%Dow Jones 3032.587,93+1,46%Nasdaq 10012.146,08+1,69%
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Diese 6 Themen sind am Freitag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Am deutschen Aktienmarkt dürften Zinssorgen vorerst das dominierende Thema bleiben. Anleger zeigen sich angesichts der Ungewissheit über das Tempo der geldpolitischen Straffung in den USA weiterhin nervös. Nach der jüngsten Stabilisierung zeichnen sich am Freitagmorgen für den DAX +1,40% wieder deutliche Verluste ab. Zeitweise wurde der deutsche Leitindex 1,2 Prozent schwächer bei 15.720 Punkte taxiert. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 +1,50% wird ebenfalls deutlich unter Druck erwartet.

In den vergangenen beiden soliden Tagen hatte sich der Dax charttechnisch etwas Luft verschafft, die ihm nun wieder auszugehen droht: Mit dem vorbörslich erwarteten Rückschlag würde er wieder unter die 50-Tage-Linie fallen, die er zuletzt mühsam zurückerobert hatte. Den Markt etwas beeinflussen könnte am Freitag auch der kleine Verfall an den Terminmärkten. Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners verwies allerdings darauf, dass der Januar-Verfall zu den kleineren Verfallterminen zähle und die Auswirkungen auf die Kursentwicklung begrenzt bleiben sollten. Folgende Themen könnten die Kursentwicklungen am Freitag beeinflussen:

1. Vorgaben aus den USA 

Auch am Donnerstag ist eine anfängliche Kurserholung an den US-Börsen letztlich in sich zusammengefallen. Der Leitindex Dow Jones Industrial +1,46%, der nach eineinhalb Handelsstunden mit 1,3 Prozent noch deutlich zulegen konnte, gab die Gewinne im weiteren Verlauf wieder ab und geriet wie schon am Vortag im späten Handel unter Verkaufsdruck. Damit gelang den US-Börsen auch nach vier verlustreichen Tagen keine Gegenbewegung. Anleger scheinen steigende Kurse immer wieder zum Verkauf zu nutzen in ihrer Sorge vor kräftig steigenden Zinsen im weiteren Verlauf des Jahres. Am Ende stand für den Dow ein Minus von 0,9 Prozent auf 34.715 Punkte zu Buche.

2. Vorgaben aus Asien 

Die wichtigsten Aktienmärkte in Asien haben am Freitag nach der Erholung am Vortag wieder nachgegeben. Der japanische Leitindex Nikkei 225 +0,61% schloss mit einem Abschlag von 0,9 Prozent. Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland büßte zuletzt rund 0,9 Prozent ein und der Hang-Seng-Index -0,38% in der Sonderverwaltungsregion Hongkong sank um 0,7 Prozent. Die Sorge vor rasch steigenden Leitzinsen insbesondere in den USA belastet weiter.

3. Ölpreise geben Kursgewinne ab

Der jüngste Höhenflug der Ölpreise hat am Freitag einen empfindlichen Dämpfer erhalten. Im frühen Handel gaben die beiden wichtigsten Rohölsorten Brent und WTI deutlich nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 86,88 US-Dollar. Das waren 1,50 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,66 Dollar auf 83,89 Dollar. 

Druck auf die Erdölpreise übte die trübe Börsenstimmung aus. Rohöl gilt als riskante Anlageklasse, die durch fallende Aktienkurse häufig in Mitleidenschaft gezogen wird. Zudem verwiesen Beobachter auf US-Lagerdaten vom Vortag. Das amerikanische Energieministerium hatte einen deutlichen Aufbau der landesweiten Ölvorräte gemeldet.

4. Konjunkturdaten 

In Großbritannien stehen am Freitag das GfK-Verbrauchervertrauen sowie der Einzelhandelsumsatz im vergangenen Monat auf dem Programm. Auch in Belgien steht das Verbrauchervertrauen auf der Agenda. Zudem wird der Öffentliche Schuldenstand im dritten Quartal 2021 für die Eurozone veröffentlicht und in den USA am Nachmittag der Frühindikator für den vergangenen Dezember präsentiert.

5. Unternehmensnews 

Am Freitagmorgen gerieten einige Energie-Titel teils deutlich unter Druck. Vorbörslich notierten die Papiere von Siemens Energy +2,81% rund 5,6 Prozent tiefer. Grund dafür ist eine Gewinnwarnung der Windkraft-Tochter Siemens Gamesa +0,39%. In deren Folge musste auch der DAX-Konzern seine Erwartungen an das laufende Geschäftsjahr senken. Eckdaten gab es von Siemens Energy auch: In den anderen Bereichen seien diese stark gewesen, erklärte Philip Buller von der Berenberg Bank. Im Schlepptau der schlechten Gamesa-Nachrichten wurde auch der Konkurrent Nordex +1,92% vorbörslich mit mehr als fünf Prozent im Minus gehandelt.

Ansonsten bewegten abermals Analystenkommentare. Von der Societe Generale etwa gab es eine Kaufempfehlung für Siemens, während diese umgekehrt für Munich Re +0,90% aufgegeben wurde. Beide Aktien standen vorbörslich aber mit dem Gesamtmarkt unter Druck.

Die Auto1-Papiere +4,68% konnten ihre Vortagserholung nicht fortsetzen. Sie sanken vorbörslich um 1,2 Prozent. Am Donnerstag war schon Goldman Sachs optimistisch geworden, nun folgte die britische Barclays-Bank mit einer Hochstufung auf "Overweight" und verwies dabei auf eine günstige Bewertung der Aktien. In dem schwachen Marktumfeld gerade für Tech-Werte half dies aber nicht.

6. Corona-Lage in Deutschland 

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete bundesweite 7-Tage-Inzidenz hat erstmals die Schwelle von 700 überschritten. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 706,3 an.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 638,8 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 470,6 (Vormonat: 306,4). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 140.160 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.01 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 92.223 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 170 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 286 Todesfälle (Mit Material von dpa-AFX).

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