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Diese 6 Themen sind am Mittwoch für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Nach dem letztlich erfolglosen Test der 10.000er-Marke am Vortag dürfte sich der DAX +1,00% heute zunächst wieder weiter abwärts orientieren. Vor Xetra-Handelsstart wurde der deutsche Leitindex etwa drei Prozent tiefer bei 9.600 Punkten taxiert. Tags zuvor war der DAX im frühen Handel mit 10.096 Punkten fast wieder an das Hoch der Vorwoche herangelaufen. Dann fehlten jedoch Anschlusskäufe.

"Die Börsen sind wieder im Talfahrt-Modus. Angesichts der immer negativeren Prognosen für die Wirtschaft werden auch die Börsenprognosen wieder negativer", erklärte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. "Die Erholung ist erst einmal vorbei."

Folgende Themen dürften heute Einfluss auf die Kurse nehmen:

Corona-Krise

Das Weiße Haus befürchtet nach einer Prognose trotz Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zwischen 100.000 und 240.000 Tote in den USA wegen der Pandemie. Die Koordinatorin der Coronavirus-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses, die Ärztin Deborah Birx, stellte die Prognose am Dienstagabend bei einer Pressekonferenz in Washington vor. Man arbeite daran, die Zahl niedriger halten zu können. Die Bandbreite sei aber möglich.

Die Corona-Krise ist für UN-Generalsekretär António Guterres die größte Herausforderung an die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg. Diese Herausforderung brauche daher eine "stärkere und effektivere Antwort", die nur in der Solidarität aller Beteiligten bewältigt werden könne, sagte Guterres zum Ende einer Videokonferenz am Dienstagabend in New York. "Die Welt steht vor einer noch nie dagewesenen Prüfung", sagte der UN-Chef. "Und jetzt ist der Moment der Wahrheit."

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) berät ab 14 Uhr erneut mit den Ministerpräsidenten der Länder über den Kampf gegen die Coronavirus-Krise. Dabei soll die aktuelle Entwicklung bei den Neuinfektionen in Deutschland bewertet werden. Es dürfte auch um eine Art Evaluation der bisherigen Anti-Corona-Maßnahmen gehen. Bund und Länder hatten am 22. März strenge Kontaktbeschränkungen für die Menschen beschlossen, die mindestens bis zum 5. April gelten sollten. Diese Maßnahmen dürften nun verlängert werden.

Vorgaben aus den USA

Die US-Börsen haben am Dienstag nach einer zuletzt rasanten Erholungsrally einen kleinen Teil ihrer Gewinne wieder abgegeben. Die Anleger agierten angesichts des sich in den Vereinigten Staaten ausbreitenden neuartigen Coronavirus vorsichtiger. Vor allem in der letzten Handelsstunde kam es verstärkt zu Aktienverkäufen. Die Aussicht auf ein womöglich viertes Hilfspaket, dieses Mal für die Infrastruktur, stützte nur bedingt; ebenso wie schwache, aber dennoch besser als erwartet ausgefallene Stimmungsdaten von Unternehmen und Verbrauchern. Der Dow Jones Industrial +2,72% schloss letztlich mit minus 1,8 Prozent auf 21.917 Punkte knapp über seinem kurz zuvor erreichten Tagestief.

Die Anleger agierten angesichts des sich ausbreitenden neuartigen Coronavirus vorsichtiger. Die Aussicht auf ein womöglich viertes US-Hilfspaket, dieses Mal für die Infrastruktur, stützte nur bedingt; ebenso wie schwache, aber dennoch besser als erwartet ausgefallene Stimmungsdaten von Unternehmen und Verbrauchern.

Handel in Fernost

Die Aktienmärkte Japans und Chinas haben zur Wochgenmitte keine gemeinsame Richtung gefunden. Während der Nikkei-Index in Japan mit einem deutlichen Abschlag von 4,5 Prozent auf 18.065 Punkte fiel und auch der Hang Seng in Hongkong nachgab, legte der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen zuletzt moderat zu.

Konjunkturdaten

In China hat eine Stimmungsumfrage in Industrieunternehmen eine konjunkturelle Erholung nach dem Einbruch durch die Corona-Krise angedeutet. Der Indikator der "Caixin"-Mediengruppe zur Stimmung der Einkaufsmanager in der Industrie stieg im März auf 50,1 Punkte, nach 40,3 Zähler im Vormonat, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung hervorgeht. Die Daten spiegeln die Stimmung in eher kleinen und mittelgroßen Unternehmen wider.

In Japan wurde der stark beachtete Tankan-Bericht veröffentlicht. Er ist im ersten Quartal von null im Vorquartal auf minus acht gefallen. In der japanischen Großindustrie sorgt die Angst vor den Folgen des Coronavirus auf die Weltwirtschaft erstmals seit Jahren für großen Pessimismus.

Um 9.55 Uhr kommt der Einkaufsmanager-Index für die Industrie in der Eurozone. Um 14.15 Uhr sind die Augen der Anleger auf den US-Arbeitsmarktbericht von ADP gerichtet. Er zeigt an, wie viele Jobs die Privatwirtschaft geschaffen hat. Viel Zeit um Luft zu holen bleibt nicht: Um 15.45 Uhr folgt in den USA der Markit Einkaufsmanager-Index, gegen 16 Uhr der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe. Zeitgleich erscheinen die Bauausgaben. Am Ölmarkt analysieren Investoren um 16.30 Uhr den Bericht des Energieministeriums.

Unternehmens-News

Wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie haben Adidas +4,10% und der Rückversicherer Munich Re +5,57% die Aktienrückkäufe gestoppt. Die Munich Re hat darüber hinaus ihre Jahresprognose gestrichen. Im ersten Quartal sorgten vor allem der Ausfall und die Verschiebung von Großveranstaltungen für hohe Schäden. Die beiden Aktien gaben jeweils vorbörslich um knapp 3 Prozent nach.

Der Industriedienstleister Bilfinger +3,44% streicht seine Prognose für das laufende Jahr ebenfalls. Hintergrund sei neben der Virus-Krise auch der zeitgleiche Ölpreisverfall, erklärte der Konzern. Der Dividendenvorschlag werde zudem überdacht. Die Aktie stand vor Handelsbeginn bei knapp fünf Prozent im Minus.

Der Immobilienkonzern Patrizia --% hat ein großes Wohnungsportfolio in den Niederlanden verkauft. Die Aktie des Augsburger Unternehmens legte vor Handelsbeginn leicht zu.

Bewegung könnte es am Nachmittag noch bei den Anteilsscheinen der Deutschen Börse -1,96% geben. Das Unternehmen veröffentlicht dann seine Handelsstatistik vom März - dem Monat, in dem es vor dem Hintergrund des Corona-Crashs an den Märkten besonders hoch herging. Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat das Papier zudem auf 'Equal-Weight' gehoben. Die Aktie gab dennoch vor Handelsbeginn um rund zwei Prozent nach.

Zu den weiteren potenziell kursbewegenden Umstufungen durch Analysten könnte etwa das 'Outperform'-Urteil der Schweizer Bank Credit Suisse zu Wacker Chemie +2,54% gehören. Analyst Chris Counihan reduzierte in einer am Mittwoch vorliegenden Studie zwar seine Prognosen für das operative Ergebnis des Spezialchemiekonzerns. Die aktuelle Kursschwäche auf historisch niedrigem Niveau resultiere jedoch vor allem aus Sorgen um die Verschuldung, die der Experte aber für überzogen hält.

Der Halbleiterhersteller AMS +7,27% hat seine Kapitalerhöhung zur Übernahme des Konkurrenten Osram -0,05% abgeschlossen. Dabei werde dem Unternehmen wie geplant Bruttoerlöse von rund 1,65 Milliarden Euro zufließen, teilte AMS mit. Nach Abschluss der Bezugsfrist wurde die Kapitalerhöhung jedoch lediglich zu 70 Prozent gezeichnet. Die restlichen AMS-Aktien werden den Angaben zufolge nun durch die Investmentbanken über den Markt angeboten - in Form eines öffentlichen Angebotes in Österreich und der Schweiz sowie über Privatplatzierungen in einigen weiteren Ländern.

Banken streichen Dividenden

Europas Banken folgen der Aufforderung der EZB und streichen die Ausschüttungen an ihre Aktionäre. Nach Societe Generale +2,75% und Barclays +4,53% teilte am späten Dienstagabend auch die britische HSBC entsprechendes mit.

Die Societe Generale streicht die Dividende für 2019. An der Hauptversammlung am 19. Mai hält die französische Großbank fest. Die britische Barclays-Bank will ihren Aktionären im laufenden Jahr ebenfalls keine Dividenden zukommen lassen. Das gelte sowohl für die Ganzjahresausschüttung als auch für Zwischendividenden. Auch auf Aktienrückkäufe werde die Bank verzichten.

HSBC strich die vierte Zwischendividende für 2019. Außerdem müssen die Aktionäre bis Ende des laufenden Jahres auf entsprechende Ausschüttungen verzichten. (mmr mit Material von dpa-AFX)

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