DAX ®12.674,88+0,66%TecDAX ®3.057,16+1,97%Dow Jones27.433,48+0,17%NASDAQ 10011.139,39-1,13%
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Diese 6 Themen sind am Montag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Nach der letztlich positiven Vorwoche am deutschen Aktienmarkt dürfte es heute zunächst wieder abwärts gehen: Kurz vorm Xetra-Start wurde der DAX +0,66% 1,4 Prozent tiefer gesehen bei 12.160 Punkten.  Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 +0,38% wird mit einem Abschlag von ebenfalls 1,4 Prozent erwartet.

Die Richtungssuche gehe weiter, erklärte Portfolio-Manager Thomas Altmann von QC Partners. Aktuell sei der DAX von seinem im Juni erreichten jüngsten Hoch genau so weit entfernt wie von seinem jüngsten Tief. "Für die Anleger ist nicht klar zu erkennen, wohin die Reise an den Börsen gehen wird." Sie seien in einem Dilemma, da sie bei möglichen Kursanstiegen zwar dabei sein wollten, zugleich aber Angst hätten, dass der Markt noch einmal nach unten wegbrechen könnte. - Weitere Experten-Einschätzungen lesen Sie im Wochenausblick.

Vorgaben aus den USA

Anlegerbefürchtungen über zunehmende Corona-Infektionsrisiken haben den US-Aktienmärkten am Freitag einen Dämpfer verpasst. So meldeten die US-Bundesstaaten Arizona und Florida den höchsten Anstieg an Covid-19-Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie. Im frühen Handel hatten die Börsen noch von positiven Signalen im US-chinesischen Handelsstreit sowie steigenden Ölpreisen profitiert und fester tendiert. Zu den Kursschwankungen im Handelsverlauf trugen zudem auslaufende Futures- und Optionskontrakte an den Terminbörsen bei.

Der Dow Jones Industrial +0,17% schloss mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 25.871 Punkten, nachdem er anfangs um bis zu 2,2 Prozent im Plus notiert hatte. Daraus ergab sich für den US-Leitindex aber dennoch ein Wochengewinn von rund einem Prozent. Der breiter gefasste S&P 500 +0,07% fiel am Freitag um 0,6 Prozent auf 3.097 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 -1,13% sank um 0,03 Prozent auf 10.008 Zähler.

Handel in Fernost

Ohne klare Richtung sind die fernöstlichen Börsen in die neue Handelswoche gegangen. Noch immer drücke die Möglichkeit einer zweiten Pandemiewelle des Coronavirus auf die Stimmung, beschrieb Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba am Montag die Börsenlage.

Analyst Jim Reid von der Deutschen Bank sprach von einer "kleinen zweiten Welle" in China. In der vergangenen Woche habe es dort im Schnitt rund 40 Neuinfektionen pro Tag gegeben. Tendenziell belastend wertete Reid auch die Nachricht, dass die chinesische Regierung ein Sicherheitsbüro in der früheren britischen Kronkolonie Hongkong einrichten will. An der dortigen Börse gab der Leitindex Hang Seng -1,66% zuletzt mit 0,9 Prozent auf 24.417 Zähler deutlicher nach.

Der japanische Leitindex Nikkei 225 +0,09% schloss um 0,2 Prozent moderat niedriger auf 22.437 Punkte moderat nach. Der chinesische CSI mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen sank im späten Handel um 0,04 Prozent auf 4.097 Punkte.

Konjunkturdaten

Die chinesischen Banken haben ihre Zinsen für Bankkredite zunächst nicht verändert. Wie die chinesische Notenbank am Morgen mitteilte, betragen die durchschnittlichen Zinssätze für Bankkredite mit ein- und fünfjähriger Laufzeit konstant 3,85 beziehungsweise 4,65 Prozent. Die beiden Zinssätze, genannt Loan Prime Rate (LPR), orientieren sich an den mittelfristigen Marktzinsen, die stark durch die Notenbank People's Bank of China beeinflusst werden.

Wichtige Konjunkturdaten sind ansonsten dünn gesät: Um 16 Uhr laufen die Daten zu den Verkäufen bestehender Häuser über die Ticker.

Index-Änderungen

Unter den Einzelwerten stehen im DAX die frisch aufgestiegene Deutsche Wohnen +0,43% im Blick, nachdem die Lufthansa +0,03% in Folge des massiven Kurseinbruchs in der Corona-Krise ihren Platz räumen musste. Zudem nimmt der Außenwerbe-Konzern Ströer -1,18% ab heute den Platz der Deutschen Pfandbriefbank (PBB) -1,61% im MDAX +1,27% der mittelgroßen Werte ein. Zugleich ist die PBB in den SDAX +1,03% gewechselt.

Dort finden sich von heute an auch die Aktien des erst vor drei Monaten ausgeschiedenen UV-Spezialisten Dr. Hönle +6,71% wieder. Zudem halten auch die Papiere des Herstellers von Personalmanagement-Software, Atoss Software +1,79% in den SDAX Einzug.

Die beiden ersetzen den erst vor Ende Mai in den SDax aufgenommenen Finanzdienstleister MLP +2,35% sowie Elmos Semiconductor <DE0005677108>. Auch der Chiphersteller hatte damit nur ein kurzes Stelldichein gegeben. Die Deutsche Börse hatte ihn erst im Februar dieses Jahres in den Nebenwerte-Index aufgenommen. Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden. Dort muss dann entsprechend umgewichtet werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann.

Unternehmens-News

Die Aktien der Lufthansa +0,03% sind am Montag wegen Zweifeln am Gelingen der Rettung der im Zuge der Coronoa-Krise unter die Räder gekommenen Airline wieder stark unter Druck geraten. Sorgen um das Rettungspaket drückten die Anteile der Kranich-Linie vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate um bis zu 11 Prozent auf 9,06 Euro. Die Lufthansa selbst fürchtet angesichts einer niedrigen Aktionärspräsenz auf der nahenden Hauptversammlung an diesem Donnerstag (25. Juni) einen ungewissen Ausgang bis hin zu einer Insolvenzlösung. Denn die Zustimmung zu den neun Milliarden Euro schweren Staatshilfen steht nach den Registrierungen der Anteilseigner mehr denn je auf der Kippe.

Einem Insider zufolge wird es Im Streit mit Großaktionär Heinz Hermann Thiele über das staatliche Rettungspaket heute zu einem Krisentreffen mit Vertretern der Bundesregierung kommen.

Ex Dividende und damit womöglich zumindest optisch auffällig könnten die T-Aktien sein sowie die von Nemetschek +0,08% im MDAX +1,27% oder Zeal Network im SDAX +1,03%. Die Deutsche Telekom +0,40% schüttet 60 Cent je Aktie aus, der Software-Hersteller für die Baubranche 28 Cent je Aktie und das Online-Lotterieunternehmen schüttet 80 Cent je Aktie aus.

Wirecard-GAU

Zudem richtet sich die Aufmerksamkeit aber vor allem weiter auf Wirecard -1,66%, der wohl spätestens im September das Aus im DAX droht. Vorbörslich auf Tradegate sackte die Aktie zeitweise um weitere 42 Prozent ab, nachdem sie am Donnerstag und Freitag bereits um bis zu 82 Prozent eingebrochen waren.

Der Bilanz-Skandal spitzt sich immer weiter zu. Inzwischen geht der DAX-Konzern davon aus, dass Bankguthaben auf Treuhandkonten in Höhe von insgesamt 1,9 Milliarden Euro, die bisher als Aktivposten ausgewiesen waren, "mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht bestehen". Die vorläufigen Einschätzungen für 2019, die Zahlen für das erste Quartal und die Prognosen für 2025 wurden daher zurückgenommen. Banken könnten Wirecard zudem nun den Geldhahn abdrehen.

Damit rücken auch die Papiere der Deutschen Bank +0,44% und insbesondere der Commerzbank ±0,00% in den Fokus. Womöglich könnten nun die Banken den Konsortialkredit für Wirecard nicht weiter verlängern und Abschreibungen könnten drohen. Die Papiere zeigten sich vorbörslich auf Tradegate allerdings kaum bewegt. (Mit Material von dpa-AFX)

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