DAX ®12.660,25+0,47%TecDAX ®3.017,26-0,10%Dow Jones27.201,52+1,39%NASDAQ 10011.125,44+0,26%
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Diese 7 Themen sind am Dienstag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der deutsche Aktienmarkt dürfte am Dienstag wegen schwacher Vorgaben aus den Vereinigten Staaten mit einem deutlichen Minus in den Handel starten. Vor Xetra-Handelsstart wurde der DAX +0,47% bei 12.626 Punkten gesehen und damit 1,4 Prozent unter dem Montagsschluss.

Händler begründeten die erwarteten Verluste mit der Schwäche der US-Börse und hier vor allem der Technologietitel am Vorabend. Als Anlass für die späte Flaute galt, dass Kalifornien wegen rasch ansteigender Neuinfektionen viele Corona-Lockerungen wieder rückgängig macht. Bars, Kinos und Museen in dem bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat müssen schließen, wie Gouverneur Gavin Newsom erklärte. Zudem dürfen Restaurants keine Gäste mehr in geschlossenen Räumen bewirten. All dies zehrte an dem zuvor noch spürbaren Optimismus für mögliche medizinische Gegenmittel.

Folgende Themen könnte heute Einfluss auf die Kurse nehmen:

Spannungen im südchinesischen Meer

Die Anleger sorgen sich wieder mehr um die US-chinesischen Beziehungen, nachdem die US-Regierung weitgehende Gebietsansprüche Chinas im Südchinesischen Meer nun auch formell zurückwies. Ansprüche auf die Rohstoffe im Großteil des Meeresgebiets seien "völlig gesetzeswidrig", erklärte US-Außenminister Mike Pompeo gestern. Das gleiche gelte für die Kampagne der Einschüchterung anderer asiatischer Anrainerstaaten.

Vorgaben aus den USA

Die Spannungen mit China haben am Montag an den US-Aktienmärkte die zunächst gute Stimmung der Anleger kräftig abgekühlt. Nach deutlichen Anstiegen endeten die wichtigsten Indizes teilweise erheblich tiefer. Der Dow Jones Industrial +1,39% legte nach einem Anstieg um zeitweise mehr als zwei Prozent am Ende des Handelstages nur noch um 0,04 Prozent auf 26.085 Punkte zu.

Handel in Fernost

Die schwachen Vorgaben der US-Börsen haben am Dienstag die asiatischen Aktienmärkte belastet. Nach solidem Start waren Nasdaq 100 und S&P 500 im späten Handel in die Verlustzone gerutscht. Die wichtigsten asiatischen Handelsplätze vollzogen diese Bewegung mit ihren Abgaben nach.

Der japanische Leitindex Nikkei 225 -0,32% schloss 0,9 Prozent tiefer bei 22.587 Punkten. An den chinesischen Festlandsbörsen büßte der CSI 300 im späten Handel um 1,4 Prozent auf 4.785 Zähler ein. In Hongkong gab der Leitindex Hang Seng +0,74% zuletzt um 1,3 Prozent auf 25.435 Punkte nach.

Konjunkturdaten

Trotz der globalen Corona-Krise hat sich Chinas Außenhandel überraschend gut erholt. Exporte und Importe der größten Handelsnation lagen im Juni erstmals wieder im Plus, wie Chinas Zoll am Dienstag in Peking berichtete. Die Ausfuhren in US-Dollar berechnet stiegen um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Einfuhren wuchsen unerwartet stark um 2,7 Prozent. Eigentlich hatten Experten mit einem starken Minus der Importe wie in den Vormonaten gerechnet.

Hierzulande hat sich derweil der Anstieg der Verbraucherpreise im Juni etwas beschleunigt. Die Jahresinflationsrate stieg auf 0,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Morgen mitteilte. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit vorläufige Daten. Im Mai hatte die Rate mit 0,6 Prozent den tiefsten Stand seit fast vier Jahren erreicht - vor allem wegen eines massiven Rückgangs der Energiepreise in der Corona-Krise. Von Mai auf Juni 2020 zog das Preisniveau insgesamt um 0,6 Prozent an.

Gegen 11 Uhr folgen Daten zur Industrieproduktion in der Eurozone sowie die ZEW-Konjunkturerwartungen. Der OPEC-Monatsbericht um 13 Uhr dürfte nicht nur am Ölmarkt auf erhöhtes Interesse stoßen. Um 14.30 Uhr folgen dann noch die US-Verbraucherpreise.

Unternehmens-News

In Deutschland steht zum Handelsstart mit HelloFresh -0,09% ein Corona-Krisen-Gewinner im Fokus. Der Kochboxen-Versender erhöhte am Montagabend nach Handelsende wegen der hohen Nachfrage erneut die Prognose für das laufende Jahr. Vorbörslich kam dies bei Anlegern gut an, die Aktien konnten ihr Vortagsminus mit einem mehr als fünfprozentigen Plus wieder ausgleichen.

Auch der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer -0,42% ist im zweiten Quartal dank guter Geschäfte mit der Pharmaindustrie leicht gewachsen. Das erzielte operative Ergebnis fiel dabei spürbar besser aus als von Experten gedacht. Dies und eine bestätigte Jahresprognose sorgte vorbörslich bei Anlegern aber nur für wenig Aufmerksamkeit.

Nach Börsencrash und Insolenz reißen die negativen Nachrichten zu Wirecard +2,12% nicht ab: Dubiose Manöver kurz vor dem Crash nähren den Verdacht, dass Insider ihr Wissen um die Probleme der Bilanzprüfung zu Geld gemacht haben. Die Finanzaufsicht hat die Staatsanwaltschaft München über entsprechende Hinweise informiert, berichtet das Handelsblatt.

Am Vortag hatte den DAX auch die Zuversicht angetrieben, dass die Berichtssaison für das Corona-Quartal besser verlaufen könnte als befürchtet. In den USA werden nun erste Ergebnisse erwartet, wenn am frühen Nachmittag die Großbanken Citigroup -0,32%, JPMorgan +1,26% und Wells Fargo +0,37% ihre Zahlen vorlegen.

Merkel besucht Bayern: Kabinettssitzung mit Söder 

Prunkvolle Premiere: Erstmals in ihrer langen Amtszeit nimmt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) heute ab 12 Uhr an einer Sitzung des bayerischen Kabinetts teil. Auf Einladung von CSU-Chef und Ministerpräsident Markus Söder reist Merkel dafür eigens von Berlin an den Chiemsee, wo die Sitzung in der prunkvollen Spiegelgalerie von Schloss Herrenchiemsee stattfindet.

Merkel berät mit Spaniens Premier Sánchez vor EU-Sondergipfel

Merkel setzt heute mit dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez auch ihre Vorbereitungstreffen für den EU-Gipfel zum Wiederaufbaufonds in der Corona-Krise fort. Merkel will Sánchez am frühen Abend (18.30 Uhr) im Kanzleramt in Berlin empfangen. Am Montag hatte sie bereits mit dem italienischen Premier Giuseppe Conte über Auswege aus dem Streit über die Milliardenhilfen beraten. Ob es bei dem Gipfel am Freitag und Samstag in Brüssel schon eine Entscheidung geben wird, ist offen, obwohl Merkel auf einen raschen Beschluss dringt. (mmr mit Material von dpa-AFX)

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