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Diese 7 Themen sind am Dienstag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Nach dem verhaltenen Wochenauftakt dürfte der deutsche Aktienmarkt am Dienstag dank stabiler Zinsen und optimistischer Konjunkturaussichten zulegen. Dem DAX -1,78% winkt dabei ein Rekordhoch. Rund eine halbe Stunde vor Handelsbeginn wurde der deutsche Leitindex 0,7 Prozent fester bei 15.516 Zählern gesehen und damit über dem bisherigen Höchststand von Mitte April bei 15.501 Punkten. Für den EuroStoxx 50 -1,80% wurde zuletzt ein Anstieg von rund 0,8 Prozent erwartet.

"Zinsen und Inflation bleiben das Thema der Stunde an der Börse. Aktuell haben die höheren Zinsen jedoch etwas von ihrem Schrecken eingebüßt", schrieb Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Anleger legten es gegenwärtig bereits positiv aus, wenn die Zinsen nicht weiter steigen. Folgende Themen dürften am Dienstag Einfluss auf die Kursentwicklungen nehmen:

1. Vorgaben aus den USA 

An der Wall Street haben am Montag die Skeptiker die Oberhand zurückgewonnen. Nachdem den US-Börsen am Freitag noch ein versöhnlicher Abschluss einer turbulenten Woche gelungen war, verzeichneten die wichtigsten Aktienindizes nun wieder Verluste. Sorgen bereitete den Anlegern unter anderem der Anstieg von Covid-19-Fällen in einigen Teilen der Welt. In Singapur und Taiwan wurden die Corona-Regeln wieder verschärft. Hinzu kamen enttäuschende Einzelhandelsdaten aus China, zudem sehen die Anleger weiterhin in einer zu stark steigenden Inflation ein Risiko für die Wirtschaft. Der Dow Jones Industrial -1,58% gab um rund 0,2 Prozent auf 34.327 Punkte nach.

2. Vorgaben aus Asien 

Die Aktienmärkte in Asien haben am Dienstag überwiegend Kursgewinne verzeichnet. In Tokio legte der Leitindex Nikkei 225 -2,09% um gut 2,2 Prozent zu. Auch in Hongkong war die Stimmung freundlich, der Hang-Seng-Index +0,71% gewann rund 1,3 Prozent. Nur der CSI-300-Index mit den 300 größten Unternehmen an Chinas Festlandsbörsen büßte zuletzt knapp 0,2 Prozent ein. Inflationssorgen verlieren zunehmend ihren Schrecken für die Aktienmärkte.

3. Ölpreise steigen weiter

Die Ölpreise haben am Dienstagmorgen ihre Aufschläge vom Wochenstart ausgebaut. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 69,75 US-Dollar. Das waren 29 Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 26 Cent auf 66,53 Dollar.

Unterstützung erhalten die Ölpreise zurzeit durch den schwächeren Dollar. Dadurch wird das in der amerikanischen Währung gehandelte Erdöl günstiger für Interessenten außerhalb des Dollarraums. Auch die gute Stimmung an den asiatischen Aktienmärkten sorgte für Rückenwind am Ölmarkt.

4. Konjunkturdaten 

Am Dienstag steht in zahlreichen Ländern der EU die Erstveröffentlichung die Bruttoinlandsprodukts für das erste Quartal 2021 auf dem Plan. Zudem gibt Großbritannien die Zahl der Arbeitslosen im März bekannt und die USA legen den wöchentlichen API Ölbericht sowie Daten zu den Baugenehmigungen und -beginnen im April 2021 vor.  

5. Unternehmensnews 

Unter den Einzelwerten dürften die Aktien von Grenke +1,68% für Furore sorgen. Der wegen seiner Bilanzierung kritisierte Leasingspezialist hat von der Prüfungsgesellschaft KPMG ein uneingeschränktes Testat für den Konzernabschluss 2020 bekommen. Nach der Mitteilung sprang die Grenke-Aktie auf der Handelsplattform Tradegate am Montag nach oben. Die Grenke-Aktien schossen am Morgen auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs vom Vortag zuletzt um 18 Prozent nach oben.

Das Arzneimittelunternehmen Dermapharm +0,07% ist mit deutlichen Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn ins neue Jahr gestartet. Dabei profitierte der Konzern unter anderem von der Corona-Impfstoffproduktion für BioNTech +0,98%. Dazu kamen die anhaltend gute Nachfrage nach Präparaten zur Immunstärkung sowie die Übernahme von Allergopharma. Die Dermapharm-Titel gewannen auf Tradegate 1,7 Prozent. 

Der Automobilzulieferer ElringKlinger -0,87% kann sich über einen Großauftrag im Bereich Brennstoffzellen freuen. Das gemeinsam mit Plastic Omnium betriebene Gemeinschaftsunternehmen EKPO Fuell Cell Technolgies habe eine über mehrere Jahre laufende Order mit einem Gesamtvolumen im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich erhalten, teilte Elringklinger mit. Dabei geht es um so genannte Brennstoffzellen-Stacks, also Stapel von Zellen. Die Papiere stiegen auf Tradegate um 3,8 Prozent.

6. EU-Außenminister beraten über Eskalation des Nahost-Konflikts

Die Außenminister der EU-Staaten wollen an diesem Dienstag in einer Videokonferenz über die Eskalation des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern beraten. Kern der Gespräche soll die Frage sein, wie die EU zu einer Deeskalation und zu einem Ende der Gewalt beitragen könnte. Zudem wird erwartet, dass es ein Bericht über die aktuelle Lage und die bisherigen Vermittlungsbemühungen gibt.

Seit der neuen Eskalation des Konflikts vor einer Woche haben militante Palästinenser mehr als 3.150 Raketen auf Israel abgefeuert. Zehn Menschen wurden bislang in Israel in Folge von Beschuss getötet. Israels Luftwaffe reagierte mit massiven Luftangriffen auf Ziele der im Gazastreifen herrschenden Hamas. Dort wurden bislang nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens 200 Menschen getötet.

7.  Verfassungsgericht äußert sich zu EZB-Staatsanleihen

Das Bundesverfassungsgericht hat vor einem Jahr Staatsanleihenkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) beanstandet und sich zum ersten Mal über eine Vorabentscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) hinweggesetzt. Doch es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, ob die deutsche Politik die Vorgaben aus Karlsruhe ordnungsgemäß umgesetzt hat. Während Bundesregierung und Bundestag davon überzeugt sind, sehen der ehemalige CSU-Politiker Peter Gauweiler und eine Klägergruppe um den früheren AfD-Chef Bernd Lucke das anders. Sie haben zwei Anträge auf Erlass einer sogenannten Vollstreckungsanordnung eingereicht. Hierzu will das Gericht am Dienstag (9.30 Uhr) Stellung nehmen. (Az. 2 BvR 1651/15 u.a.)

Der Zweite Senat hatte im Mai vergangenen Jahres mehreren Klagen gegen das 2015 gestartete Kaufprogramm PSPP zur Ankurbelung von Inflation und Konjunktur überwiegend stattgegeben. Die Notenbank überspanne damit ihr Mandat für die Geldpolitik. Die Richterinnen und Richter verpflichteten damals Bundesregierung und Bundestag, für eine weitere Beteiligung der Bundesbank darauf hinzuwirken, dass die EZB nachträglich prüft, ob die milliardenschweren Käufe verhältnismäßig sind. Dafür bekamen sie drei Monate Zeit. 

Weil sich Karlsruhe mit seinem Urteil offen gegen den EuGH gestellt hatte, prüft die EU-Kommission noch, ob sie ein sogenanntes Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland einleitet. Der EuGH hatte dem Kaufprogramm im Dezember 2018 gegen massive Bedenken aus Karlsruhe seinen Segen erteilt. Diese Vorabentscheidung aus Luxemburg sei "schlechterdings nicht mehr nachvollziehbar", hieß es in der Entscheidung der deutschen Verfassungsrichter.

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