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Diese 7 Themen sind am Dienstag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Nach dem starken Wochenbeginn dürfte der deutsche Aktienmarkt am Dienstag noch etwas zulegen. Die Anleger hätten wieder Mut gefasst, hieß es von den Marktstrategen der Credit Suisse. Der Fokus sei abgerückt von der Notenbank-Politik und den Zinssorgen auf das Wirtschaftswachstum. Dieses werde gestützt durch erfolgreiche Impfmaßnahmen. In den Blick rückt nun die Anhörung von Fed-Chef Jerome Powell zur Corona-Politik vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses am Abend.

Für den DAX +0,88% zeichnet sich knapp eine halbe Stunde vor Xetra-Handelsbeginn ein Plus von 0,1 Prozent auf 15.615 Punkte ab. Am Montag war der deutsche Leitindex zunächst bis auf 15.309 Punkte gefallen. Er befand sich damit kurzzeitig unter der 50-Tage-Linie. Bereits zum wiederholten Male schaffte er jedoch die prompte Rückkehr über diese Trendlinie und behauptete damit den mittelfristig positiven Trend. Bis zum Handelsschluss kletterte der DAX sogar wieder knapp über 1.600 Punkte.

An der Wall Street gelang dem marktbreiten S&P 500 -0,50% am Vorabend ebenfalls ein schneller Anstieg zurück über die 50-Tage-Linie, während sich die Technologie-Indizes der Nasdaq sogar wieder den Rekordständen näherten. Folgende Themen könnten die Kursentwicklungen am Dienstag beeinflussen:

1. Vorgaben aus den USA

Am US-Aktienmarkt haben die Anleger ihre Zinssorgen erst einmal beiseite geschoben. Die wichtigsten Indizes verzeichneten am Montag zum Teil deutliche Gewinne. Die Anleger konzentrierten sich Börsianern zufolge zu Wochenbeginn auf die Stärken der US-Wirtschaft, zumal die inländischen Corona-Beschränkungen zunehmend gelockert würden. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial -0,92% erholte sich ein gutes Stück von seiner verlustreichen Vorwoche und schloss 1,8 Prozent höher bei 33.876 Punkten.

2. Vorgaben aus Asien 

Die wichtigsten Aktienmärkte in Asien haben sich am Dienstag etwas von ihren jüngsten Kursverlusten erholt. Der japanische Leitindex Nikkei 225 legte nach dem sehr schwachen Wochenstart zuletzt um gut drei Prozent zu. Der CSI-300-Index , der die Aktien der 300 größten börsennotierten Unternehmen vom chinesischen Festland beinhaltet, gewann 0,5 Prozent, während der Hang Seng +0,92% in Hongkong auf der Stelle trat. Die Sorge vor höheren Zinsen in den USA trat insgesamt etwas in den Hintergrund.

3. Ölpreise steigen auf Mehrjahreshoch 

Die Ölpreise haben am Dienstag weiter zugelegt und erneut mehrjährige Höchststände markiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete erstmals seit gut zwei Jahren wieder mehr als 75 US-Dollar, ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg auf mehr als 73 Dollar und kostete damit so viel wie letztmalig im Oktober 2018. Am Morgen notierte der Brent-Preis auf 75,06 Dollar. Das waren 16 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass WTI fiel hingegen zuletzt leicht auf 73,56 Dollar zurück.

Unterstützt werden die Ölpreise vor allem durch die Aussicht auf eine weiter anziehende Nachfrage in großen Verbrauchsländern wie den USA oder China. Dort hat sich die Corona-Lage deutlich entspannt, was zu einem höheren Konsum an Rohöl, Benzin und Diesel führen dürfte. Zuletzt kam die insgesamt gute Aktienmarktstimmung hinzu, die riskanteren Anlageklassen wie Erdöl ebenfalls Auftrieb verlieh. Als Risiko gelten die kursierenden Corona-Varianten, die zu einer abermaligen Verschärfung der Virus-Situation führen könnten.

4. Konjunkturdaten 

In Deutschland legt das Bundesfinanzministerium am Donnerstag seinen Juni-Monatsbericht vor, zudem steht in Ungarn der Zinsentscheid der dortigen Zentralbank auf dem Programm und die USA legen Zahlen zu den wiederverkauften Häusern im Mai sowie das Juni-Verbrauchertrauen vor. Für neue Kursimpulse dürften auch der Richmond Fed Herstellerindex, der wöchentliche API-Ölbericht und die Anhörung von Fed-Chef Jerome Powell vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses zur Corona-Politik der Fed sorgen. 

5. Unternehmensnews

Im vorbörslichen Handel konzentrierte sich das Geschehen auf Titel aus der zweiten und dritten Reihe. So legten Aktien von Drägerwerk -1,22% auf Tradegate um mehr als drei Prozent zu, nachdem sich der Hersteller von Medizin- und Sicherheitstechnik am Vorabend optimistischer zum laufenden Jahr geäußert hatte. Die Papiere von Nordex +0,12% stiegen um knapp drei Prozent. Der Hersteller von Windkraftanlagen meldete einen Auftrag aus Finnland, zudem riet die Bank Société Générale +2,72% zum Kauf der Aktien.

Zudem endet am Donnerstag die Zeichnungsfrist beim Börsenaspiranten Bike 24. Das Biotech-Unternehmen BioNTech +17,47% sowie der Kreditkartenanbieter Mastercard +0,89% laden zudem zur jährlichen Hauptversammlung ein. Aufgrund der Corona-Krise findet diese Veranstaltung bei BioNTech nur als virtuelles Event statt. 

6. Grüne kritisieren deutschen Aufbauplan

Die Grünen üben scharfe Kritik an den deutschen Plänen zur Verwendung der europäischen Corona-Hilfen. "Der Aufbauplan der Bundesregierung ist eine stümperhafte Mogelpackung", erklärte Europaexpertin Franziska Brantner der Deutschen Presse-Agentur. Die Bundesregierung setze keine neuen Impulse, sondern verrechne fast nur alte Projekte aus ihrem Konjunkturpaket mit EU-Geld.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen überbringt an diesem Dienstag den Bescheid für den deutschen Aufbauplan an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Deutschland rechnet mit rund 26 Milliarden Euro an Zuschüssen aus Brüssel und will sie zum größten Teil für grüne und digitale Projekte verwenden.

Doch die Bundestagsabgeordnete Brantner kritisierte: "Der geforderte europäische Mehrwert fehlt. Für das Klima gibt es kein neues Geld und die Klimaquote ist schöngerechnet mit zweifelhaften Maßnahmen wie die Förderung von Hybrid-Autos." Die Bundesregierung betreibe Greenwashing. Gemeint ist, dass Projekte nur scheinbar dem Klimaschutz dienen. Die EU-Kommission dürfe die deutschen Pläne nicht einfach abnicken, sondern müsse sie genau prüfen, meinte Brantner.

7. Corona-Lage in Deutschland 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 455 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Dienstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.13 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 652 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Dienstagmorgen mit bundesweit 8,0 an (Vortag: 8,6; Vorwoche: 15,5; Vormonat: 66,8).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 77 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 93 Tote gewesen. Am Montagabend gab das RKI den 7-Tage-R-Wert mit 0,68 an. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 68 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen (Mit Material von dpa-AFX).

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