DAX®15.542,98+0,46%TecDAX®3.796,46+0,43%Dow Jones 3035.677,02+0,21%Nasdaq 10015.355,06-0,87%
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Diese 7 Themen sind am Dienstag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Nach einem stabilen Wochenauftakt dürfte der deutsche Aktienmarkt am Dienstag wieder den Rückwärtsgang einlegen. Der DAX +0,46% wurde rund eine halbe Stunde vor Beginn des Xetra-Handels rund 0,8 Prozent schwächer bei 15.084 Punkte gesehen. Der EuroStoxx 50 +0,80% als Leitbarometer der Eurozone wird rund ein Prozent tiefer erwartet. Aktuell treiben die Anleger unter anderem Sorgen wegen der hohen Verschuldung vieler chinesischer Immobilienkonzerne sowie Inflationsängste um.

Damit könnten beim DAX die Chartunterstützung um 15.000 Punkte sowie die als längerfristiger Trendindikator geltende 200-Tage-Linie wieder ins Visier rücken. Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners spricht aktuell von einem "erbitterten Kampf" zwischen Bullen und Bären, der sich an den hohen Handelsumsätzen zeige. "Die einen versuchen, bei Rücksetzern billig in den Markt hineinzukommen, und die anderen versuchen, bei Kursanstiegen möglichst teuer herauszukommen", so Altmann. Die weitere Richtung sei offen  kurz bevor die Berichtssaison für das dritte Quartal durchstartet. Folgende Themen könnten die Kursentwicklungen am Dienstag beeinflussen:

1. Vorgaben aus den USA 

An der Wall Street hat die Anleger nach der guten Vorwoche wieder der Mut verlassen. Die wichtigsten Aktienindizes büßten im Handelsverlauf am Montag anfängliche Gewinne ein und schlossen im Minus. Weiterhin herrscht die Sorge, dass die anhaltende Ölpreisrally zu Energieengpässen führen und die globale Wirtschaftserholung von der Corona-Pandemie abwürgen könnte. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial +0,21% gab am Ende um rund 0,7 Prozent auf 34.496 Punkte nach. Der S&P 500 -0,12% fiel ebenfalls um knapp 0,7 Prozent auf 4.361 Punkte. Für den technologielastigen Nasdaq 100 -0,87% ging es um gut 0,7 Prozent auf 14.713 Punkte nach unten.

2. Vorgaben aus Asien 

Sorgen wegen Schuldenprobleme der chinesischen Immobilienwirtschaft haben die Börsen Asiens am Dienstag belastet. So ließ der hoch verschuldete Immobilienkonzern Evergrande laut einigen Anleihegläubigern abermals eine Frist für eine Kuponzahlung verstreichen. Der japanische Leitindex Nikkei-225 +0,38% fiel um zuletzt knapp ein Prozent. Der Hongkonger Hang-Seng-Index +0,37% sank um ein Prozent und der CSI-300-Index , der die 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland beinhaltet, fiel um knapp ein Prozent zu.

3. Ölpreise weiter auf hohem Niveau

Die Ölpreise haben sich am Dienstag in der Nähe ihrer am Vortag markierten mehrjährigen Höchststände gehalten. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 83,90 US-Dollar. Das waren 25 Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 19 Cent auf 80,71 Dollar.

Zu Wochenbeginn war der Brentpreis mit mehr als 84 Dollar auf den höchsten Stand seit etwa drei Jahren gestiegen. Für ein Fass WTI mussten rund 82 Dollar gezahlt werden und damit so viel wie seit etwa sieben Jahren nicht mehr.

Getrieben werden die Rohölpreise durch die derzeitige Energieknappheit. Diese lässt vor allem die Preise von Gas und Kohle steigen. Die Preise von Erdöl als mögliche Ersatzenergiequelle werden dadurch mit nach oben gezogen. Hinzu kommen spezifische Knappheiten am Ölmarkt und eine konjunkturell bedingt anziehende Nachfrage.

4. Konjunkturdaten 

Am Dienstag stehen in Deutschland Zahlen zu den Insolvenzen im Monat Juli sowie der Trendindikator für den Monat September, die Großhandelspreise im vergangenen Monat und der ZEW-Index auf dem Programm. Arbeitsmarktdaten werden derweil aus Großbritannien erwartet und Japan legte in der Nacht die Erzeugerpreise für den Monat September vor. 

In den USA setzt sich derweil die Jahrestagung des Institute of International Finance mit EZB-Bankenaufsichtschef Enria, EZB-Ratsmitglied Knot und Fed-Vize-Chairman Clarida fort. Zudem steht eine Online-Pressekonferenz zum Global Finanical Stability Report und die neue IWF-Konjunkturprognose zur Entwicklung der Weltwirtschaft auf der Agenda. 

5. Unternehmensnews

Unter den Einzelwerten dürften die Aktien von Gerresheimer -0,84% einen Blick wert sein. Im vorbörslichen Geschäft auf der Handelsplattform Tradegate notierten die Papiere des Spezialverpackungsherstellers zuletzt rund 1,0 Prozent über dem Xetra-Schluss vom Vortag. Eine anhaltend hohe Nachfrage nach Produkten wie Glasampullen, Spritzen und pharmazeutischen Kunststoffverpackungen gab Gerresheimer im dritten Geschäftsquartal (bis Ende August) weiterhin Rückenwind. Hohe Kosten belasteten aber die Gewinnmargen.

Der IT-Dienstleister Cancom +1,79% will gut neun Prozent seiner Aktien vom Markt zurückkaufen. Die Transaktion soll spätestens im Oktober 2022 abgeschlossen ein. Cancom-Anteilsscheine schnellten auf Tradegate um 4,6 Prozent nach oben.

Für die Titel von Teamviewer -3,67% deutet sich nach dem rund elfprozentigen Kursabschlag vom Montag ein weiteres Rekordtief an. Auf Tradegate fielen die Aktien des Anbieters von Software für Fernwartungs- und Videokonferenzen um 1,4 Prozent. Zuvor hatte die Deutsche Bank die Papiere abgestuft. Analyst Gianmarco Conti sieht in der jüngsten Gewinnwarnung des Softwareherstellers nicht nur ein Großreinemachen. Das Ausmaß habe überrascht und klargemacht, dass dies nicht nur ein temporärer Rückschlag sei.

6. Polizeigewerkschaften warnen vor Cannabis-Legalisierung 

Polizeigewerkschaften haben die Unterhändler einer Koalition aus SPD, Grünen und FDP vor einer Legalisierung von Cannabis gewarnt. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ), es mache keinen Sinn, neben dem legalen, aber gefährlichen Alkohol die Tür für eine weitere "gefährliche und oft verharmloste" Droge zu öffnen. "Es muss endlich Schluss damit sein, den Joint schönzureden", sagte er. Gerade bei Jugendlichen könne der Konsum von Cannabis zu erheblichen Gesundheitsproblemen und sozialen Konflikten führen.

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, sagte der Zeitung, Cannabis sei nicht nur eine gefährliche Einstiegsdroge, sondern wegen der Unkontrollierbarkeit der Zusammensetzung insbesondere für junge Menschen eine Gefahr. Vor allem im Straßenverkehr befürchtet Wendt fatale Folgen: "Wenn demnächst auch noch Bekiffte am Straßenverkehr teilnehmen, bekommen wir ein Problem." Schon jetzt komme es wegen Cannabis-Konsums immer wieder zu Unfällen mit unschuldigen Verletzten; die Kontrolle durch die Polizei sei völlig unzureichend.

FDP und Grüne sind für eine Legalisierung von Cannabis und einen "Verkauf in lizenzierten Fachgeschäften". Die SPD befürwortet eine "regulierte Abgabe" an Erwachsene erst einmal in Modellprojekten.

7. Corona-Lage in Deutschland 

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gibt es wenig Dynamik. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 65,8 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 66,5 gelegen, vor einer Woche bei 63,6 (Vormonat: 80,2). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 4.971 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.19 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 4.799 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 88 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 90 Todesfälle gewesen (Mit Material von dpa-AFX). 

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