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Diese 7 Themen sind am Donnerstag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Nach der Atempause zur Wochenmitte dürften die Kurse am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag wieder den Vorwärtsgang einlegen. Gespannt warten die Marktakteure auf die Fortsetzung der Verhandlungen der Eurogruppe über ein Hilfsspaket zur Bewältigung der Corona-Krise. "An den Börsen rechnen alle mit einer schnellen Einigung", sagte Analyst Thomas Altmann von QC Partners. Sollte diese allerdings ausbleiben, wäre das ein harter Schlag für die Aktienmärkte.

Vor Xetra-Handelsstart wurde der DAX +1,33% etwa 1,2 Prozent höher taxiert bei 10.460 Punkten. Damit zeichnet sich für die durch den Karfreitag verkürzte Börsenwoche eine Erholung des deutschen Leitindex von fast zehn Prozent ab. Vom Crash-Tief Mitte März hätte sich der DAX um mehr als ein Viertel nach oben gearbeitet.

Folgende Themen dürften heute Einfluss auf die Kurse nehmen:

Corona-Krise

In den USA sind den zweiten Tag in Folge fast 2.000 Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Insgesamt belief sich die Zahl der Toten in dem Land auf 14.817, wie aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorging. 24 Stunden zuvor hatte die Universität die Zahl der Toten noch mit 12.907 ausgewiesen. Den Angaben nach wurden bereits über 432.000 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen.

In Deutschland sind bislang rund 113.300 Menschen infiziert, von denen 2.349 Erkrankte verstorben sind. Angesichts erster Erfolge bei der Eindämmung des Coronavirus in Deutschland hält Gesundheitsminister Jens Spahn vorsichtige Schritte aus dem staatlich angeordneten Stillstand nach den Osterferien für möglich. Sollte die Entwicklung bei den Infektionszahlen anhalten, "werden wir mit den Ministerpräsidenten über eine schrittweise Rückkehr zur Normalität nach den Osterferien reden können", sagte der CDU-Politiker dem Handelsblatt.

Rohöl-Förderbegrenzungen

Von großem Interesse dürfte die Videokonferenz der "Opec+"-Staaten zur angespannten Lage auf dem Ölmarkt sein. Im Raum stehen drastische Produktionskürzungen - sofern denn auch die USA mitziehen. Die Folgen der Corona-Krise und der Preiskampf zwischen Russland und Saudi-Arabien hat den Ölpreis in den vergangenen Wochen in den Keller rauschen lassen. Die "Opec+" will sich für einen solchen Schritt der Unterstützung der USA und anderer großer Fördernationen versichern.

Der Ölpreis ist zuletzt so stark abgestürzt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Mitte Februar lag der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent noch bei fast 60 US-Dollar - Anfang April waren es dann bloß noch rund 25 Dollar. Zuletzt stieg er wieder auf rund 32 Dollar.

Vorgaben aus den USA

Die Wall Street hat am Mittwoch wieder an ihren jüngsten Erholungskurs angeknüpft. Nachdem die wichtigsten Aktienindizes am Vortag noch zwischenzeitliche Gewinne komplett abgegeben hatten und leicht ins Minus gerutscht waren, ging es mit den Kursen zur Wochenmitte letztlich deutlich nach oben. Börsianer verwiesen als Antrieb auf erneut aufgekommene Spekulationen, wonach US-Präsident Donald Trump die von der Virus-Krise schwer gebeutelte Wirtschaft wieder zum Teil hochfahren möchte. Der Dow Jones Industrial +2,21% gewann nach einem verhaltenen Start 3,4 Prozent auf 23.433 Punkte.

Die US-Notenbank Fed hat angesichts der Corona-Krise eine länger anhaltende Nullzinspolitik signalisiert. Der Leitzins bleibe bei Null Prozent solange bis die Wirtschaft die Virus-Krise überwunden habe, heißt es im gestern veröffentlichten Protokoll (Minutes) der außerordentlichen Zinssitzung vom 15 März. Der wirtschaftliche Ausblick sei mit einem "extrem großen Ausmaß" an Unsicherheit verbunden.

Handel in Fernost

Die Börsen Asiens haben am Donnerstag keine gemeinsame Richtung gefunden. Während in Japan der Nikkei 225 +1,39% frühe Verluste bis zum Handelsschluss wettmachte und fast unverändert bei 19.345 Punkten schloss, stieg in China der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen um 0,3 Prozent. Der Hang Seng in Hongkong legte um 0,7 Prozent zu.

Konjunkturdaten

Die deutschen Ausfuhren haben im Februar zugelegt. Die Exporte seien im Monatsvergleich um 1,3 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Morgen mit. Volkswirte hatten hingegen im Schnitt mit einem Rückgang um 1,0 Prozent gerechnet. Die Einfuhren fielen hingegen um 1,6 Prozent und damit stärker als von Ökonomen erwartet.

Der Überschuss in der Handelsbilanz stieg von 13,8 Milliarden Euro im Vormonat auf 20,8 Milliarden Euro. Ökonomen hatten nur einen Anstieg auf 16,5 Milliarden Euro erwartet. Der Überschuss in der Leistungsbilanz stieg auf 23,7 Milliarden Euro. "Größere Auswirkungen der Corona-Krise auf die Außenhandelsergebnisse sind ab dem Berichtsmonat März zu erwarten", hieß es in der Mitteilung.

Investoren dürften zudem das EZB-Sitzungsprotokoll genau studieren, das um 13.30 Uhr veröffentlicht wird. Am Nachmittag folgen zahlreiche Konjunkturdaten aus den USA. Der Erzeugerpreisindex wird um 14.30 Uhr gemeldet. Zeitgleich erscheinen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Zuletzt hatte sich deren Zahl auf 6,6 Millionen verdoppelt. Wichtig wird daher auch das Uni Michigan Verbrauchervertrauen für April um 16 Uhr.

Unternehmens-News

Im vorbörslichen Handel auf Tradegate legten SAP-Aktien +0,52% leicht zu. Wegen der Corona-Krise hängte der Software-Entwickler die Ziele für Umsatz und Gewinn in diesem Jahr niedriger. Die Analysten der Bank RBC sind jedoch der Meinung, die niedrigeren Ziele seien immer noch besser als am Markt befürchtet. 

Linde -0,20% stiegen vorbörslich um gut einen Prozent und trotzten damit einer gestrichenen Kaufempfehlung der Investmentbank JPMorgan. Kaufempfehlungen der Bank HSBC für Adidas +1,69% und Puma -1,88% ließ deren Kurse jeweils um mehr als zwei Prozent anziehen.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF +4,95% will seine Hauptversammlung wegen der Corona-Krise virtuell abhalten. Das Aktionärstreffen soll am 18. Juni ohne Anwesenheit der Anteilseigner stattfinden, teilte der Konzern mit. Die gesamte Hauptversammlung solle im Online-Service für Aktionäre übertragen werden.  Für 2019 will BASF trotz des Rückgangs des operativen Gewinns etwas mehr Geld an die Aktionäre ausschütten als von Experten erwartet. Die Dividende soll - wie bereits bekannt - gemäß des Vorschlags des Vorstandes um 10 Cent auf 3,30 Euro je Aktie erhöht werden.

Neue Empfehlungen des Analysehauses Mainfirst haben am Donnerstag die Aktien der Autozulieferer Leoni +4,37% und Hella +4,25% vorbörslich in unterschiedliche Richtungen geschickt. Für die Leoni-Papiere wurde eine Verkaufsempfehlung zur Belastung, nach einem kräftigen Kurssprung am Vortag ging es für sie auf der Handelsplattform Tradegate um 4,5 Prozent nach unten. Für die Papiere von Hella dagegen wurde eine Kaufempfehlung ausgesprochen, im Vergleich zum Xetra-Schluss rückten sie umgekehrt um 1,2 Prozent vor.

Die jüngste Erholung der Aktien von Ströer +4,77% könnte heute ein vorläufiges Ende finden. Eine Abstufung von "Buy" auf "Hold" durch die Commerzbank lastete im vorbörslichen Handel auf Tradegate auf dem Kurs.

EU-Finanzminister mit Rettungspaket

Im Streit über milliardenschwere Hilfen gegen die Corona-Wirtschaftskrise unternehmen die EU-Finanzminister heute ab 17 Uhr einen neuen Einigungsversuch. Die Vertreter der 19 Staaten der Eurozone und der übrigen EU-Staaten hatten bereits in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch 16 Stunden lang durchverhandelt, ohne eine Lösung zu finden.

Es geht um ein Rettungspaket im Wert von rund 500 Milliarden Euro, die Arbeitnehmern, Unternehmen und verschuldeten Staaten zugute kommen sollen. Zur Debatte stehen drei Elemente: vorsorgliche Kreditlinien des Eurorettungsschirms ESM für besonders betroffene Staaten, ein Garantiefonds der Europäischen Investitionsbank EIB für Unternehmenskredite und das von der EU-Kommission vorgeschlagene Kurzarbeiter-Programm namens "Sure", das in der Krise Jobs sichern soll. Daneben sollen erste Festlegungen für ein Wiederaufbauprogramm nach der Pandemie getroffen werden. (mmr mit Material von dpa-AFX)

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CONTINENTAL 91,78 +4,49%
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