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Diese 7 Themen sind am Donnerstag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Am Donnerstag zeichnet sich Gegenwind für die Hausse am deutsche Aktienmarkt ab. Grund dafür ist die Entscheidung der US-Notenbank, die ihre extrem lockere Geldpolitik angesichts fortdauernder Corona-Gefahren zwar fortsetzt, aber offenbar stärker darüber nachdenkt, sie etwas zurückzufahren.

Konkret geht es darum, wann die Fed ihre regelmäßigen Geldspritzen zur Stützung der Wirtschaft zurückschrauben will. Zudem könnten die Leitzinsen im Jahr 2023 zweimal steigen, wie aus den Zinsprognosen der Notenbanker hervorgeht. Bisher sah die Prognose eine unveränderte Geldpolitik mit Leitzinsen nahe der Nulllinie vor. Die Geldschwemme der Notenbanken galt bisher als einer der wichtigsten Treiber der Hausse am Aktienmarkt. Steigen die Zinsen, werden andere Anlageklassen attraktiver. Der Druck auf Aktien kann dann zunehmen.

Für den DAX -0,61% zeichnet sich am Donnerstagmorgen knapp eine halbe Stunde vor dem Xetra-Handelsstart ein Minus von 0,4 Prozent auf 15.656 Punkte ab. Folgende Themen könnten die Kursentwicklungen am Donnerstag beeinflussen:

1. Vorgaben aus den USA 

Die Entscheidungen und Kommentare der US-Notenbank Fed haben die Wall Street am Mittwoch etwas tiefer ins Minus gezogen. Der Dow Jones Industrial -0,36% fiel kurzzeitig unter die Marke von 34.000 Punkten und schloss mit einem Verlust von 0,8 Prozent bei 34.033 Zählern. Der den breiten Markt abbildende S&P 500 -0,47% sank um 0,5 Prozent auf 4.223 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 -0,65% büßte 0,3 Prozent auf 13.983 Punkte ein.

2. Vorgaben aus Asien 

Die Börsen Asiens haben am Donnerstag nach geldpolitischen Signalen der US-Notenbank Fed überwiegend nachgegeben. Der japanische Leitindex Nikkei 225 -0,88% fiel zuletzt um gut ein Prozent. Auch in Australien, Südkorea und Indien ging es für die Leitindizes abwärts. Der Hang Seng -1,44% in Hongkong und der CSI-300-Index , der die Aktien der 300 größten börsennotierten Unternehmen vom chinesischen Festland beinhaltet, gewannen hingegen moderate 0,3 Prozent.

3. Ölpreise geben leicht nach 

Die Ölpreise haben am Donnerstag die Kursgewinne der vergangenen Handelstage vorerst nicht weiter fortgesetzt. Nachdem zuletzt mehrjährige Höchststände erreicht worden waren, gaben die Notierungen am Morgen etwas nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 74,11 US-Dollar. Das waren 28 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 21 Cent auf 71,94 Dollar.

Marktbeobachter verwiesen auf jüngste Aussagen der US-Notenbank Fed. Die amerikanische Zentralbank hatte ihre Geldpolitik am Vorabend zwar unverändert gelassen. Im Anschluss an die Zinsentscheidung gab es allerdings Äußerungen des Notenbank-Präsidenten Jerome Powell, die an den Märkten als erste Hinweise für eine künftig straffere Geldpolitik gedeutet wurden. Dies hat die Stimmung an den Finanzmärkten generell eingetrübt und auch die Ölpreise belastet. 

4. Konjunkturdaten 

Am Donnerstag geben die Zentralbank der Türkei und die Schweizerische Nationalbank ihre Zinsentscheide bekannt. Zudem legen die USA die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie den Frühindikator für den Monat Mai und den Philly Fed Index vor. 

5. Unternehmensnews

Ernüchternde Nachrichten kommen von der Biopharmafirma Curevac -2,44%, deren Impfstoffkandidat gegen das Coronavirus weniger wirksam ist als erhofft. Auf der Handelsplattform Tradegate sackten die Aktien um 60 Prozent ab. Ein Hoffnungsträger im international hart umkämpften Rennen um die Zulassung von Corona-Impfstoffen ist Curevac vorerst also wohl eher nicht mehr. Die Aktien des im Dax notierten Impfstoffpartners Bayer -1,45% notierten rund ein Prozent unter dem Xetra-Schlusskurs vom Mittwoch.

Der im Nebenwerteindex SDAX -0,21% notierte Zuckerproduzent Südzucker -0,31% verdiente im ersten Viertel des Geschäftsjahres deutlich weniger. Die Kennziffern hätten die Erwartungen verfehlt, schrieb Analyst John Ennis von der US-Investmentbank Goldman Sachs.

Der Industrierecycler Befesa +0,15% will derweil einen Konkurrenten übernehmen. Dafür zapfte das Unternehmen allerdings durch den Verkauf von Aktien den Kapitalmarkt an. Die Papiere fielen auf Tradegate um zwei Prozent.

Zudem laden am Donnerstag folgende Unternehmen zur Hauptversammlung ein: Home24 -2,17% , SNP Schneider-Neureither & Partner +2,39% , Gea Group +0,05% , Bijou Brigitte ±0,00%  und Varta +2,18% .

6. Delta-Variante in Deutschland auf dem Vormarsch

Die in Indien entdeckte Coronavirus-Variante Delta hat ihren Anteil an den Sars-CoV-2-Neuinfektionen in Deutschland binnen einer Woche deutlich gesteigert. Mit 6,2 Prozent in der Kalenderwoche 22 (31. Mai bis 6. Juni) bleibe sie aber weiter relativ selten, heißt es im jüngsten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI). In der Woche zuvor (KW 21) hatte der Anteil der Delta-Variante an den untersuchten Proben samt Nachmeldungen noch bei 3,7 Prozent gelegen. Das RKI wertet einmal pro Woche die Anteile der gemeldeten Virus-Varianten aus, die als besorgniserregend eingestuft werden.

Mit einem Anteil von gut 86 Prozent an den untersuchten Proben löste die Variante Alpha (B.1.1.7, entdeckt in Großbritannien) in der ersten Juniwoche bundesweit jedoch weiter den Großteil der Infektionen aus. Ihr Anteil sinkt allerdings langsam. Die weiteren besorgniserregenden Varianten Beta und Gamma spielen nach wie vor nur eine untergeordnete Rolle.

7. Corona-Lage in Deutschland 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1.330 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.34 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3.187 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 105 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 94 Tote gewesen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90.179 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Donnerstagmorgen mit bundesweit 11,6 an (Vortag: 13,2; Vorwoche: 19,3). Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 0,71 (Vortag: 0,72). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 71 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen (Mit Material von dpa-AFX).

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