DAX ®12.608,46+2,84%TecDAX ®2.999,65+1,25%Dow Jones26.003,95+1,05%NASDAQ 10010.393,48+1,11%
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Diese 7 Themen sind am Freitag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt scheinen in ihrem Optimismus jeden Rücksetzer zum Kauf zu nutzen: Nach dem kleinen Rückschlag vom Vortag wird der DAX +2,84% am Freitagmorgen vor dem Xetra-Start 1,3 Prozent höher gesehen bei 12.581 Punkten. Tags zuvor hatte der deutsche Leitindex mit 12.558 Punkten den höchsten Verlaufsstand seit Ende Februar erreicht, bevor er nach den Neuigkeiten von der Europäischen Zentralbank abbaute.

Am Donnerstag hatten das milliardenschwere Konjunkturpaket der Bundesregierung und die Nachricht von der Aufstockung des Anleihekaufprogramms durch die Europäische Zentralbank (EZB) die Kurse allerdings nicht nachhaltig nach oben treiben können. Vorangegangen waren jedoch bereits zwei sehr starke Handelstage, in denen der deutsche Leitindex fast 1.000 Punkte hinzugewonnen hatte.

Allein in den vergangenen neun Handelstagen war der DAX um mehr als 15 Prozent nach oben gelaufen. Die Hoffnung auf eine rasche Erholung der Weltwirtschaft von der Corona-Krise hatte in den vergangenen Tagen die Kurse immer weiter steigen lassen. Immer mehr Experten warnen aber vor der nächsten Korrektur.

Folgende Themen dürften heute Einfluss auf die Kurse nehmen:

Vorgaben aus den USA

Am heiß gelaufenen US-Aktienmarkt haben die Anleger am Donnerstag vorsichtiger agiert. Im frühen Handel war der technologielastige Nasdaq 100 +1,12% noch auf ein Rekordhoch geklettert, zum Handelsende aber verlor der Index 0,8 Prozent auf 9.629 Punkte. Bei den Standardwerten war die Zurückhaltung nicht ganz so groß: Der Leitindex Dow Jones Industrial +1,04% schaffte es zum Handelsende wieder knapp in die Gewinnzone und schloss bei 26.281 Punkten.

Handel in Fernost

Die Aktienmärkte in Asien haben am Freitag keine einheitliche Linie eingeschlagen. In Japan ging der Nikkei 225 +0,72% mit einem Tagesplus von 0,7 Prozent 22.863 Punkten ins Wochenende. In Shanghai büßte der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen hingegen rund 0,1 Prozent ein. Weiter leicht nach oben ging es hingegen am Aktienmarkt in Hongkong, der Hang Seng +2,72% gewann 0,2 Prozent. Insgesamt haben die Märkte in der laufenden Woche aber insgesamt kräftig zugelegt.

Konjunkturdaten

Trübe Nachrichten kamen derweil am Morgen aus der deutschen Industrie, deren Auftragseingang im April nocht stärker eingebrochen war als befürchtet. Die Aufträge seien im Monatsvergleich um 25,8 Prozent eingebrochen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Dies ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im Januar 1991. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang um 19,9 Prozent gerechnet.

Aus den USA kommt um 14.30 Uhr der Arbeitsmarktbericht für Juni. Ihm kommt wegen der enormen Wucht, mit der die Pandemie die US-Wirtschaft getroffen hat, besondere Bedeutung zu. Nachdem bereits die am Vortag vorgestellten wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe schlechter als gedacht ausgefallen seien, könnten auch die neuen Daten enttäuschen, befürchtet Stratege Jeffrey Halley vom Broker Oanda.

Konjunkturprognose wird gesenkt

Die sogenannten Wirtschaftsweisen werden ihre im März aufgestellte Konjunkturprognose für Deutschland angesichts der inzwischen größeren Ausmaße der Corona-Pandemie nach unten korrigieren. Das kündigte der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Lars Feld, in den Zeitungen der Funke Mediengruppe an.

"Der Lockdown hat länger gedauert, und die Außenwirtschaft wird härter getroffen als erwartet. Vor allem im Hinblick auf die USA waren wir deutlich zu optimistisch", sagte der Freiburger Wirtschaftsprofessor. "Wir haben in diesem Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts zu erwarten, der voraussichtlich zwischen minus 6 Prozent und minus 7 Prozent liegen wird."

Auch die Bundesbank rechnet infolge der Corona-Pandemie mit einem herben Einbruch der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr. Die Notenbank hält nach ihrer jüngsten Prognose einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 7,1 Prozent für wahrscheinlich. Nach der tiefen Rezession 2020 werde sich die Konjunktur aber bereits in den kommenden beiden Jahren deutlich erholen, prognostizierte die Bundesbank am Morgen.

Index-Änderung

Auf Unternehmensseite dürften die am Vorabend bekanntgegeben Index-Änderungen durch die Deutsche Börse +2,22% für Bewegung sorgen. So fliegt wie erwartet die Lufthansa +0,79% zum 22. Juni aus dem DAX und tauscht mit dem Noch-MDAX-Mitglied Deutsche Wohnen +1,25% die Plätze. Aktien des Immobilienkonzerns legten am Morgen vorbörslich bereits kräftig zu. Zeitweilig betrug das Kursplus im Handel via Tradegate über zehn Prozent. Die Lufthansa-Aktie gibt derweil nach.

Unternehmens-News

Auch stehen die Papiere von Telefonica Deutschland +1,93% im Blick. Laut informierten Kreisen steht der Mobilfunker kurz vor dem Verkauf von etwa 10.000 Funkmasten an eine andere Tochter der spanischen Mutter Telefonica. Der Deal könnte bis zu 1,5 Milliarden Euro wert sein, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Nachrichten gab es zudem vom Modekonzern Hugo Boss +0,19%, der auf der Suche nach einem neuen Chef womöglich fündig geworden ist. Aktuell werden Gespräche mit Ex-Tommy-Hilfiger-Chef Daniel Grieder geführt, was ein Händler am Morgen als gute Nachricht für die Aktie wertete. "Ein bekannter und sehr akzeptierter Manager", so der Börsianer.

Ebenfalls einen Blick wert sein könnten die Aktien des Schmierstoffe-Herstellers Fuchs Petrolub +1,96% nach positiv aufgenommenen Aussagen zum Geschäftsverlauf des US-Konkurrenten Valvoline.

Brexit-Anschlussabkommen mit Großbritannien

Kurz vor Ende der vierten Verhandlungsrunde über einen EU-Handelspakt mit Großbritannien hat sich der SPD-Brexit-Experte Bernd Lange pessimistisch geäußert. Großbritannien bewege sich bei zentralen Fragen so gut wie nicht, sagte der Europaabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Die Ergebnisse der viertägigen Videokonferenz präsentiert EU-Unterhändler Michel Barnier heute ab 13 Uhr. (Mit Material von dpa-AFX)

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