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Diese 7 Themen sind am Freitag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Am Freitag dürfte der deutsche Aktienmarkt erneut leicht zulegen. "Die Ruhe des Rentenmarktes überträgt sich auch auf den Aktienmarkt. Starke Schwankungen sind aktuell Fehlanzeige", erklärte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners.

Für den DAX -0,98% zeichnet sich derweil ein freundlicher Handelsstart ab: Knapp eine halbe Stunde vor dem Auftakt wurde der deutsche Leitindex rund 0,2 Prozent höher bei 15.600 Punkte gesehen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 -0,96% wird 0,1 Prozent höher erwartet.

Eine Richtungsentscheidung für den DAX war am Donnerstag auch nach den Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) und den US-Inflationsdaten ausgeblieben. Am Montag hatte der Dax bei 15.732 Punkten noch einen Rekord erreicht. Inzwischen liegt er auf Wochensicht aber gut ein halbes Prozent im Minus. Folgende Themen könnten die Kursentwicklungen am beeinflussen:

1. Vorgaben aus den USA 

Die Anleger in den USA haben sich am Donnerstag von einer überraschend stark gestiegenen Inflation nicht aus der Ruhe bringen lassen. Die Aktienkurse legten zu, obwohl die vorbörslich veröffentlichten Verbraucherpreise im Mai stärker gestiegen waren als von Analysten erwartet. Womöglich hätten Investoren am Markt zuletzt sogar eine noch höhere Teuerung befürchtet, die nun so nicht eingetreten sei, hieß es im Handel. Für den Leitindex Dow Jones Industrial -0,06% reichte es zwar nur zu einem überschaubaren Plus von 0,1 Prozent auf 34.466 Punkte. Andere große Indizes legten aber stärker zu. So stieg der marktbreite S&P 500 +0,01% um 0,5 Prozent auf 4.239 Zähler und schwang sich sogar zu einem Rekordhoch auf. Für den technologielastigen Nasdaq 100 +0,05% ging es um 1,1 Prozent noch weiter nach oben auf 13.960 Punkte.

2. Vorgaben aus Asien 

Die wichtigsten asiatischen Aktienmärkt haben am Freitag keine gemeinsame Richtung gefunden. Die Kursausschläge hielten sich allerdings in Grenzen. Trotz einer sehr hohen Inflation in den USA gehen die Anleger weiter davon aus, dass diese nur vorübergehend ist und die US-Notenbank Fed daher ihre lockere Geldpolitik erst einmal beibehalten wird. Der japanische Leitindex Nikkei 225 -0,31% notierte kurz vor Handelsende leicht im Plus. Der Hang Seng +1,79% in Hongkong stieg zuletzt um 0,4 Prozent, während der CSI-300-Index , der die Aktien der 300 größten börsennotierten Unternehmen vom chinesischen Festland beinhaltet, um 0,9 Prozent fiel.

3. Ölpreise weiter auf Talfahrt 

Die Ölpreise haben am Freitagmorgen leicht nachgegeben. Stärkere Impulse gab es zunächst nicht. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete im frühen Handel 72,20 US-Dollar. Das waren 32 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 30 Cent auf 69,99 Dollar.

Trotz der leichten Verluste rangierten die Ölpreise in der Nähe ihrer in dieser Woche erreichten mehrjährigen Höchststände. Für Unterstützung sorgt vor allem die konjunkturelle Erholung in den großen Verbrauchsländern USA und China. Auch in weiten Teilen Europas hat sich die Corona-Lage deutlich entspannt. Entsprechend rechnet das Ölkartell Opec mit einem kräftigen Nachfrageschub in der zweiten Jahreshälfte.

4. Konjunkturdaten 

Am Freitagmorgen veröffentlicht die Bundesbank ihre aktuelle Konjunkturprognose, zudem werden in Deutschland die Großhandelspreise im Mai 2021 veröffentlicht. Im Vereinigten Königreich steht zudem die April-Handelsbilanz und das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen April auf dem Programm. In den USA steht derweil das vorläufige Juni-Verbrauchervertrauen der Uni Michigan im Fokus der Anleger. 

5. Unternehmensnews

Das Investmenthaus Stifel sprach für K+S -1,31% eine Kaufempfehlung aus, worauf die Anteile des Düngerproduzenten auf Tradegate mit einem Aufschlag von zweieinhalb Prozent zum Xetra-Schluss reagierten. K+S hatten in den vergangenen Wochen einen starken Lauf, fallen seit der Wochenmitte aber etwas zurück.

MorphoSys -2,55% gaben auf Tradegate um 0,7 Prozent zum Xetra-Schluss. Die US-Bank JPMorgan stufte die Titel des Antikörperspezialisten angesichts des Kaufs von Constellation Pharma und des Finanzierungsdeals mit Royalty nun von "Overweight" auf "Neutral" ab und senkte das Kursziel von 105 auf 80 Euro. Es werde wohl 18 Monate dauern, bis in der Medikamenten-Pipeline des neu aufgestellten Unternehmens mehr Klarheit herrsche, schrieb Analyst James Gordon in seiner aktuellen Studie.

Eine Kreisemeldung über ein Übernahmeangebot von Intel -1,60% für den Chipdesigner SiFive für mehr als zwei Milliarden US-Dollar ist laut Händlern positiv für die Stimmung in der Halbleiterbranche. Die Konsolidierung im Sektor gehe weiter. Infineon -1,52% notierten vorbörslich auf Tradegate nur leicht höher verglichen mit dem Xetra-Schluss. Am Vortag hatten sie nach einer Prognoseanhebung von Aixtron -1,03% merklich zugelegt. Aixtron, die vortags 18,5 Prozent in die Höhe geschnellt waren, rückten auf Tradegate am Freitag vorbörslich um weitere 0,6 Prozent vor.

6. Mehr Impfstoff-Hilfe für arme Länder gefordert

Vor dem G7-Gipfel in Großbritannien wirft Grünen-Chefin Annalena Baerbock Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vor, zu wenig für die Versorgung armer Länder mit Corona-Impfstoffen zu tun. "Es ist Aufgabe der Bundesrepublik Deutschland, weltweit mehr Solidarität zu zeigen, vor allen Dingen für die Schwächsten dieser Welt, die bisher noch gar kein Impfangebot bekommen haben", sagte sie in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Es muss alles dafür getan werden, die Produktionskapazitäten zu steigern, die Angebote vor Ort auszubauen und alle Lieferketten sicherzustellen."

Die G7-Gruppe westlicher Wirtschaftsmächte will am Freitag im südwestenglischen Carbis Bay über die Bereitstellung von einer Milliarde Impfdosen für arme Länder beraten. Wie viel Deutschland dazu beitragen wird, ist noch unklar. Merkel steht international unter Druck, weil sie eine Aussetzung des Patentschutzes für Impfstoffe ablehnt, die von den USA und anderen Ländern gefordert wird. 

Auch die Grünen wollen nicht beim Patentschutz ansetzen, sondern Impfstoffhersteller gegen Entschädigung zur Lizenzierung der Impfstoffproduktion in ärmeren Ländern verpflichten. "Monopole auf geistiges Eigentum zur Bekämpfung von Krankheiten dürfen jedenfalls den Zugang zu überlebenswichtigen Schutzmaterialien, Impfstoffen und Arzneimitteln nicht versperren", sagte Baerbock, die am Samstag von ihrer Partei zur Kanzlerkandidatin für die Bundestagswahl gekürt werden soll. "Die Bundesregierung und die Bundeskanzlerin sagen einfach nein. Und das geht nicht. Man muss konkrete Vorschläge machen."

7. Corona-Lage in Deutschland 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 2440 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3165 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Freitagmorgen mit bundesweit 18,6 an (Vortag: 19,3; Vorwoche: 29,7).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 102 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 86 Tote gewesen. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Donnerstagabend bei 0,79 (Vortag: 0,74). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 79 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen (Mit Material von dpa-AFX).

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