DAX®15.463,84-0,71%TecDAX®3.765,36-2,07%S&P 500 I4.409,45-0,77%Nasdaq 10015.204,82-0,81%
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Diese 7 Themen sind am Freitag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der deutsche Aktienmarkt dürfte seine jüngste  Erholungsrallye am Freitag fortsetzen.  Zwar hat die Wall Street hat die weltweiten Kursgewinne am Vorabend nur mit Mühe nachvollzogen. Die Marktstrategen der Credit Suisse bleiben der Aktienanlagen aber gewogen und setzen vor allem auf Deutschland und Großbritannien.

Für den DAX -0,71% zeichnet sich knapp eine halbe Stunde vor dem Xetra-Beginn ein starker Handelsstart ab: Der deutsche Leitindex wurde am Freitagmorgen rund 0,4 Prozent höher bei 15.572 Zählern gesehen. 

Am Donnerstag war der Dax zeitweise bis auf 15.578 Punkte geklettert, konnte sich letztlich aber doch nicht über der am schwachen Montag gerissenen 50-Tage-Linie halten. Sie gilt als Gradmesser für den mittelfristigen Trend und liegt aktuell bei 15.545 Punkten.

Auf Wochensicht ist der Dax mit dem erwarteten Handelsauftakt per saldo im Grunde auf der Stelle getreten. Nach dem von erneut aufgeflammten Corona-Sorgen ausgelösten Rutsch vom Montag bis auf zeitweise 15.048 Punkten gelang ihm damit jedoch eine kräftige Erholung von mehr als drei Prozent. Folgende Themen könnten die Kursentwicklungen am Freitag beeinflussen:

1. Vorgaben aus den USA

Kursgewinne an der Technologiebörse Nasdaq und ansonsten wenig Bewegung, so haben sich am Donnerstag die US-Börsen präsentiert. Die Kursgewinne von Tech-Schwergewichten wie Microsoft -1,29% mit einem Rekordhoch, Amazon -0,35%, Apple -1,02% und Facebook -0,35% ließen den Nasdaq 100 -0,81% um rund 0,7 Prozent auf 14.940 Punkte steigen. Er ist damit nun wieder in Reichweite des Rekordhochs bei gut 15.000 Punkten. Der Dow Jones Industrial +0,21% tat sich dagegen schwer und mühte sich nach anfänglichen Verluste mit knapp 0,1 Prozent ins Plus bei 34.823 Zählern. Der marktbreite S&P 500 -0,77% legte um 0,2 Prozent auf 4.367 Punkte zu.

2. Vorgaben aus Asien 

 Am Ende einer schwankungsreichen Woche haben sich die Investoren an den Börsen Asiens zurückgehalten. Vor allem zu Wochenbeginn hatte die Furcht vor einer weiteren Konjunkturdelle wegen der schnellen Ausbreitung der Corona-Delta-Variante die Börsen nach unten gezogen. Seither haben sie sich ein Stück weit berappelt. Der Hang Seng in Honkong +0,03% fiel zuletzt um etwas mehr als ein Prozent, ebenso wie der CSI-300-Index , der die Aktien der 300 größten börsennotierten Unternehmen vom chinesischen Festland beinhaltet. In Südkorea gab es hingegen moderate Gewinne, während der australische Leitindex zuletzt unter dem Strich auf der Stelle trat. In Tokio blieb die Börse wegen eines Feiertages geschlossen.

3. Ölpreise geben weiter nach

Die Ölpreise sind am Freitag im frühen Handel leicht gefallen. Auf Wochensicht tendieren die Preise jedoch stabil. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 73,57 US-Dollar. Das waren 22 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 19 Cent auf 71,72 Dollar.

Nach deutlichen Preisabschlägen zu Wochenbeginn und Aufschlägen im Wochenverlauf liegen die Ölpreise aktuell in etwa dort, wo sie vor einer Woche notiert haben. Zugleich liegen sie klar unter ihren Anfang Juli erreichten mehrjährigen Höchstständen. 

4. Konjunkturdaten 

Kurz vor dem Wochenende dürfte Einkaufsmanagerindex (PMI) des verarbeitenden Gewerbes und der Dienstleistungen für den laufenden Monat aus Frankreich, Deutschland, den USA und dem Vereinigten Königreich für neue Kursimpulse sorgen. Zudem veröffentlicht der Verband der europäischen Autobauer (ACEA) die Zahl der Fahrzeug-Neuzulassungen mit alternativen Antrieben im zweiten Quartal 2021. In Russland steht zudem der Zinsentscheid der Zentralbank auf dem Programm. 

5. Unternehmensnews

Hierzulande dürften am Freitag die Aktien der Shop Apotheke -1,63% stark unter Druck geraten. Die Online-Apotheke dämpfte am Vortag die Erwartungen an Umsatzwachstum und operative Marge. Die Aktien notierten auf Tradegate fast zehn Prozent unter den Xetra-Schlusskurs vom Donnerstag.

Analyst Alexander Thiel von der Investmentbank Jefferies zeigte sich besonders davon überrascht, dass die Shop Apotheke neben den Umsatzzielen auch die Ergebnisprognose in Richtung Gewinnschwelle gesenkt habe. Dies bedürfe größerer Erklärung nach dem Zuwachs im ersten Quartal. Der Konzern müsse mehr für die Vermarktung aufwenden und mehr Kunden für verschreibungspflichtige Medikamente gewinnen, forderte er.

Zudem laden am Freitag die Porsche SE +0,51% und Heidelberger Druckmaschinen -0,92% zur virtuellen Hauptversammlung ein. Quartalszahlen gibt es derweil von BB Biotech, Lonza, Voltabox, Sindler, Norsk Hydro, Signify, Danske Bank, DMG Mori, Svenska Cellulosa, Honeywell und American Express. 

6. Arbeitgeberpräsident warnt vor steigenden Sozialversicherungsbeiträgen 

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat vor steigenden Sozialversicherungsbeiträgen gewarnt - mit negativen Folgen nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Arbeitnehmer. "Wir müssen die 40-Prozent-Grenze bei den Sozialversicherungsbeiträgen gesetzlich festschreiben", sagte Dulger der Deutschen Presse-Agentur. "Steigende Sozialversicherungsbeiträge lassen Arbeitnehmern noch weniger netto vom brutto, machen Arbeit in Deutschland noch teurer und damit Investitionen am Standort unattraktiver, und sie engen den finanziellen Spielraum kommender Generationen und Regierungen ein."

Die Bundesregierung hatte im Zuge ihres Konjunkturpakets eine "Sozialgarantie 2021" beschlossen. Die Sozialversicherungsbeiträge sollen bei maximal 40 Prozent stabilisiert werden. So sind Milliardensummen aus dem Haushalt etwa für den Gesundheitsfonds geplant - um den Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung zu stabilisieren. Für die Wirtschaft sind die 40 Prozent eine kritische Marke. Nach Angaben der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände addieren sich seit dem 1. Januar 2021 die Beitragssätze in der Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung auf 39,95 Prozent. 

Dulger forderte von einer neuen Bundesregierung eine "Entfesselungsoffensive". "Wir brauchen eine Befreiung der Wirtschaft von Belastungen und müssen dafür sorgen, dass die Wirtschaft wieder brummt. Und wenn die Wirtschaft brummt, dann füllen sich auch die Sozialkassen wieder, dann füllen sich die Steuerkassen wieder und dann hat der Staat auch wieder die finanziellen Reserven, um handlungsfähig zu sein. Wir sind so gut durch die Krise gekommen, weil die Kassen voll waren. Und den Zustand sollten wir auch wiederherstellen." Deswegen solle auch unbedingt an der Schuldenbremse festgehalten werden. 

7. Corona-Lage in Deutschland 

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit über zwei Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitagmorgen lag sie bei 13,2 - am Vortag betrug der Wert 12,2 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Demnach meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen eines Tages 2089 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.25 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1456 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden. Deutschlandweit wurde nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 34 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 18 Tote gewesen (Mit Material von dpa-AFX).

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