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Diese 7 Themen sind am Mittwoch für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt bleiben mit Blick auf die Coronavirus-Krise am Mittwoch zunächst eher vorsichtig. Kurz vor Xetra-Handelsstart wurde der DAX +0,59% am Morgen etwa 1,3 Prozent unter Vortagsschluss bei nun 10.230 Punkten taxiert.

Zur Wochenmitte schauen die Investoren vor allem auf die Anzahl der Coronavirus-Neuinfektionen sowie der neuen Todesopfer durch die davon ausgelöste Lungenkrankheit Covid 19. In puncto wirtschaftliche Abhilfe bleibt es in Europa bei einer Hängepartie: Im Streit über das milliardenschwere EU-Krisenpaket haben die Finanzminister auch in der Nacht zum Mittwoch keinen Durchbruch geschafft.

Folgende Themen dürften heute Einfluss auf die Kurse nehmen:

Corona-Krise

In den USA sind allein am Dienstag fast 2.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Dies war der bisher höchste Anstieg innerhalb eines Tages seit Beginn der Krise. Allein der besonders heftig getroffene US-Bundesstaat New York verzeichnete 731 Tote an nur einem Tag.  Insgesamt lag die Zahl der Toten damit bei etwa 5.500, wie Gouverneur Andrew Cuomo bei seiner täglichen Pressekonferenz sagte. In den vergangenen Tagen waren jeweils um die 600 Patienten in dem Bundesstaat gestorben.

Mitten in der globalen Coronavirus-Krise hat US-Präsident Donald Trump der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit einem Stopp von Beitragszahlungen gedroht. "Ich sage nicht, dass wir es tun werden, wir werden es untersuchen und die Beendigung der Finanzierung prüfen", sagte Trump. Er revidierte damit eine nur wenige Minuten zuvor getroffene Aussage, wonach US-Gelder für die WHO auf Eis gelegt werden sollten - was nach einer bereits getroffenen Entscheidung klang. Trump war zurückgerudert, als eine Reporterin ihn fragte, ob eine Pandemie der Zeitpunkt sei, um Beitragszahlungen einzufrieren.

Auch in Großbritannien und Frankreich sind die Todeszahlen relativ hoch. Dagegen verlangsamte sich in Italien der Anstieg der Neuinfektionen weiter auf den niedrigsten Stand seit 13. März. In Deutschland sind bis 7 Uhr heute Morgen laut Johns Hopkins Universität 107.663 Menschen infiziert, von denen bislang 2.016 Erkrankte verstorben sind.

Noch kein Corona-Rettungspaket der EU

Im Streit über ein milliardenschweres Corona-Rettungspaket haben die EU-Finanzminister vorerst kein Ergebnis vorgelegt, sondern sich auf Donnerstag vertagt. Dies teilte Eurogruppen-Chef Mario Centeno am Morgen auf Twitter mit. "Nach 16 Stunden Diskussionen sind wir einem Kompromiss nahe gekommen, aber wir haben es noch nicht geschafft", schrieb Centeno. Deshalb habe er die Sitzung vertagt. Ziele bleibe ein starkes Sicherheitsnetz im Kampf gegen die Folgen der Pandemie.

Vorgaben aus den USA

Die Wall Street hat ihre jüngste Erholung am Dienstag vorerst unterbrochen. Die wichtigsten Aktienindizes waren im späten Handel leicht ins Minus gerutscht, nachdem zuvor die Ölpreise wieder auf Talfahrt gegangen waren. Diese Kehrwende habe die Anleger etwas nervös gemacht, sagte Aktienstratege Matt Maley von Miller Tabak & Co. Die fallenden Ölpreise erinnerten die Anleger Börsianern zufolge wieder an die zuletzt verdrängten Konjunktursorgen. Angesichts der zuletzt starken Schwankungen am Aktienmarkt brauchte es laut Maley zudem nicht viel, dass die Bullen wieder ihre Hörner einzögen. Der Dow Jones Industrial +0,54% fiel am Ende um 0,1 Prozent auf 22.653 Punkte, nachdem er im frühen Handel noch gut vier Prozent gewonnen hatte.

Handel in Fernost

Die Börsen Asiens haben am Mittwoch keine gemeinsame Richtung gefunden. Während in Japander Nikkei 225 -0,17% um gut zwei Prozent auf 19.353 Punkte verbessert schloss, fiel in China der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen um 1,6 Prozent. Der Hang Seng in Hong Kong sank zuletzt um 1,5 Prozent.

Notstand in Japan

Japans Regierungschef Shinzo Abe hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus den Notstand für den Großraum Tokio und andere Provinzen ausgerufen. Abe rief die Bürger auf, abgesehen von nötigen Besorgungen möglichst zu Hause zu bleiben. Eine harte Abschottung wie in Italien oder Frankreich ist das aber nicht. Zugleich verkündete der Rechtskonservative das größte Konjunkturpaket aller Zeiten im Volumen von 108 Billionen Yen (916 Milliarden Euro). "Japans Wirtschaft steht vor der größten Krise der Nachkriegszeit", so Abe. Der Notstand gilt bis zum 6. Mai für Tokio, die drei Nachbarprovinzen Chiba, Kanagawa und Saitma sowie Osaka, Hyogo und Fukuoka.

Konjunkturdaten

Die Auktion der richtungsweisenden 10-jährigen Bundesanleihe könnte am Vormittag nicht nur am Anleihemarkt für Gesprächsstoff sorgen. Gegen 16.30 Uhr schauen Anleger am Ölmarkt auf den wöchentlichen Bericht des US-Energieministeriums. Spannend wird es wieder um 20 Uhr, wenn das Sitzungsprotokoll der Fed veröffentlicht wird.

Die Corona-Krise löst aus Sicht führender Wirtschaftsforschungsinstitute eine schwerwiegende Rezession in Deutschland aus. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr um 4,2 Prozent schrumpfen, wie aus dem Gutachten hervorgeht, das der Deutschen Presse-Agentur vorab vorlag. Die Institute stellen das Papier ab 10 Uhr der Öffentlichkeit vor.

Unternehmens-News

Wegen des Coronavirus nahmen mit Henkel +0,55% und der Deutschen Post -0,32% zwei weitere Dax-Konzerne die Prognosen für das laufende Jahr zurück. Anleger reagierten unterschiedlich, im vorbörslichen Aktiengeschäft auf Tradegate gaben Deutsche Post nach, während sich Henkel stabil hielten.

Daneben könnten Analystenkommentare für Bewegung sorgen. Die Investmentbank Morgan Stanley rät für Beiersdorf-Aktien +0,28% zum Verkauf und JPMorgan für die Papiere von HeidelbergCement +0,48%. Beide Titel verloren auf Tradegate rund ein Prozent. Eine Kaufempfehlung der US-Bank Jefferies für Munich Re +0,67% konnte den Kurs vorbörslich nicht antreiben, die Papiere gaben leicht nach.

Der Weg für ein staatliches Hilfspaket an den TUI-Konzern +2,84% in der Corona-Krise ist frei. Mehrere Banken erklärten ihre Zustimmung zu einem vom Bund in Aussicht gestellten Kredit über 1,8 Milliarden Euro, teilte der weltgrößte Reiseanbieter am Morgen in Hannover mit. Das Geld kommt von der staatlichen Förderbank KfW - wegen gleichzeitiger Änderungen an einem anderen Darlehensprogramm mussten aber noch weitere Institute ihr Einverständnis geben. (mmr mit Material von dpa-AFX)

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