DAX®15.542,98+0,46%TecDAX®3.796,46+0,43%Dow Jones 3035.677,02+0,21%Nasdaq 10015.355,06-0,87%
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Diese 7 Themen sind am Mittwoch für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Vor den geldpolitischen Signalen der US-Notenbank Fed dürften sich die DAX-Anleger +0,46% am Mittwoch zunächst etwas vorwagen. Knapp eine halbe Stunde vor dem Xetra-Handelsstart wurde der deutsche Leitindex rund 0,9 Prozent höher bei 15.460 Zählern gesehen. Tags zuvor hatte der Dax seinen schwachen Wochenstart mit einem Rutsch auf 15.019 Punkte großteils wieder wett gemacht. Der EuroStoxx 50 +0,80% als Leitindex der Eurozone wird zur Wochenmitte mit einem Zuwachs von 0,4 Prozent erwartet.

Nach Einschätzung vieler Experten könnte die Fed am Abend eine geldpolitische Wende einläuten. Bei hoher Inflation und Fortschritten am Arbeitsmarkt rechnen sie damit, dass die zur Konjunkturstütze in der Pandemie initiierten Anleihekäufe bald gemindert werden – das sogenannte Tapering. Marktteilnehmer achten insbesondere auf Hinweise für den genauen Zeitplan dafür. Folgende Themen könnten die Kursentwicklungen am Mittwoch beeinflussen:


1. Vorgaben aus den USA

Angesichts robuster Konjunkturdaten hat sich die Wall Street nach der Talfahrt zu Wochenbeginn ein wenig stabilisiert. Die wichtigsten Indizes schlossen am Dienstag kaum verändert. Für etwas Erleichterung sorgte, dass das chronische Defizit in der US-Leistungsbilanz im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal weniger stark gestiegen war als von Analysten erwartet. In der Baubranche nahm die Zahl der neu begonnenen Wohnungsbauten zudem stärker zu als gedacht, ferner legte die Zahl der Baugenehmigungen unerwartet und deutlich zu. Der Leitindex Dow Jones Industrial +0,21% war zunächst um rund ein Prozent gestiegen, bevor er wieder an Schwung verlor und rund 0,2 Prozent im Minus bei 33.919 Punkten schloss. Zu Wochenbeginn hatte der Dow noch rund 1,8 Prozent eingebüßt. Insbesondere die Angst der Anleger vor dem kriselnden chinesischen Immobiliensektor hatte die Kurse weltweit auf Talfahrt geschickt. Der S&P 500 -0,12% gab am Dienstag um knapp 0,1 Prozent auf 4.354 Zähler nach. An der technologielastigen Nasdaq-Börse rückte der Nasdaq 100 -0,87% um 0,1 Prozent auf 15.027 Punkte vor.

2. Vorgaben aus Asien

In Asien haben die wichtigsten Aktienmärkten am Mittwoch nachgegeben. Der japanische Leitindex Nikkei-225 +0,38% büßte kurz vor Handelsende ein halbes Prozent ein und baute damit die Verluste vom Vortag aus. In China gab der CSI-300-Index , der die 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland beinhaltet, nach der feiertagsbedingten Pause von zwei Handelstagen zuletzt knapp ein Prozent nach. Leicht nach oben ging es dagegen in Hongkong. Der Hang-Seng-Index +0,37%, der Leitindikator der Sonderverwaltungszone Hongkong, legte zuletzt ein halbes Prozent zu.

3. Ölpreise steigen leicht

Die Ölpreise sind am Mittwoch im frühen Handel moderat gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 75,24 US-Dollar. Das waren 88 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg in ähnlichem Ausmaß auf 71,37 Dollar.

Am Rohölmarkt herrschen derzeit sowohl Nachfrage- als auch Angebotssorgen vor. Auf der Nachfrageseite dominiert das Thema Evergrande. Die Finanzprobleme des großen Immobilienkonzerns aus China haben Sorgen über die Stabilität der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt ausgelöst. China ist auch einer der größten Nachfrager nach Erdöl.

Auf der Angebotsseite bestehen Bedenken wegen der anhaltend niedrigen Förderung im Golf von Mexiko. Grund sind Nachwirkungen des schweren Hurrikans Ida. Ausdruck der Problematik sind auch seit Wochen rückläufige Lagerbestände der USA. An diesem Mittwoch veröffentlicht die US-Regierung ihre wöchentlichen Vorratsdaten. Der Interessenverband API hatte am Dienstagabend einen abermaligen Rückgang gemeldet.

4. Konjunkturdaten

Zur Wochenmitte steht in Italien der Industrieumsatz im Monat Juli auf dem Programm. In der Eurozone werden derweil Zahlen zum aktuellen Verbrauchervertrauen erwartet. Zudem richtet sich der Blick der Anleger auf die Entscheidung der US-Notenbank, wenn diese am Abend ihr zünftig Geldpolitik bekannt geben wird. Außerdem dürften die Zahl der wiederverkauften Häuser im vergangenen Monat und die Anzahl der neuen US-Hypotheken für frische Impulse an der Wall Street sorgen.

5. Unternehmensnews

Am deutschen Markt dürften die Anleger auf die Aktien der Deutschen Post +1,34% schauen. Der US-Wettbewerber FedEx +0,35% hatte am Vorabend mit seinem Gewinn die Markterwartungen verfehlt und die Prognose gesenkt. Andererseits gab es einen positiven Analystenkommentar zur Post: So nahm Morgan Stanley die Bewertung mit "Overweight" und Kursziel 73 Euro wieder auf. Die in diesem Jahr bislang zu den besten Dax-Werten zählenden Post-Titel gaben vorbörslich auf Tradegate zuletzt etwas nach verglichen mit dem Xetra-Schluss.

Aktien der VW-Truckholding Traton +1,28% gerieten vorbörslich spürbar unter Druck. Der Lkw- und Busbauer rechnet wegen der Knappheit insbesondere von Elektronikchips mit deutlichen Einflüssen auf den Absatz im dritten Quartal. Auch im vierten Quartal und darüber hinaus dürften Lieferengpässe anhalten.

Die Papiere des Biokraftstoff-Herstellers Verbio +0,24% verloren auf Tradegate nach Zahlen mehr als drei Prozent zum Xetra-Schluss.

6. UN-Generaldebatte

Nach der Machtübernahme in Afghanistan wollen die militant-islamistischen Taliban das Land auch offiziell auf der UN-Bühne vertreten. In einem Brief an UN-Generalsekretär António Guterres, der der Deutschen Presse-Agentur in Teilen vorlag, erbittet Taliban-Außenminister Amir Chan Motaki das Recht, bei der laufenden 76. Generaldebatte der UN-Vollversammlung zu sprechen. Das Schreiben war nach Angaben der Vereinten Nationen vom Außenministerium des "Islamischen Emirats von Afghanistan" an das UN-Hauptquartier in New York geschickt worden.

In dem Brief argumentieren die Taliban mit den faktischen Machtverhältnissen: "Mohammad Ashraf Ghani wurde abgesetzt und (Länder auf der ganzen Welt) erkennen ihn nicht mehr als Präsidenten an", heißt es darin. Tatsächlich sind die Islamisten nach ihrem fulminanten Siegeszug angesichts des desaströsen Truppenabzugs der Nato-Staaten de facto die Herrscher des Landes. Deutschland, die USA und andere Länder sehen die Taliban nach dem Kollaps der afghanischen Armee und der Flucht von Präsident Ghani als Ansprechpartner und Machthaber. Sie erkennen sie aber nicht als legitime Regierung an.

7. Corona-Lage in Deutschland 

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Deutschland weiter rückläufig. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 65,0 an. Am Vortag hatte der Wert bei 68,5 gelegen, vor einer Woche bei 77,9. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 10.454 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.05 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 12.455 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 71 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 83 Todesfälle gewesen (Mit Material von dpa-AFX).

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