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Diese 7 Themen sind am Montag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der DAX -0,33% dürfte nach dem Wahlsieg der SPD bei der Bundestagswahl zulegen. Knapp eine Stunde vor Beginn des Xetra-Handels deutet sich für den deutschen Leitindex ein Plus von knapp einem Prozent auf 15.700 Punkte hin. Der EuroStoxx 50 -0,07% als Leitbarometer der Eurozone wird mit einem ähnlich hohen Zuwachs erwartet.

Der DAX hatte zuletzt nach dreimaligem Wochenverlust in Folge endlich die Serie beendet und die recht turbulente vergangene Woche mit einem moderaten Plus abgeschlossen. Nach dem Fall auf den tiefsten Stand seit vier Monaten im Sog der Krise beim chinesischen Immobilienkonzern Evergrande hatte die US-Notenbank Fed für Entspannung gesorgt, die vorerst an ihrer lockeren Geldpolitik festhält. Folgende Themen könnten die Kursentwicklungen am Montag beeinflussen:

1. Vorgaben aus den USA 

An der Wall Street haben die Anleger am Ende einer ereignisreichen Woche keine großen Sprünge mehr gewagt. Die wichtigsten Aktienindizes bewegten sich am Freitag nur wenig. Nachdem der Leitindex Dow Jones Industrial -0,74% am Montag noch deutlich unter den Sorgen um den chinesischen Immobilienriesen Evergrande gelitten hatte, sorgte am Mittwoch die US-Notenbank (Fed) für Erleichterung. Die Fed hält vorerst an ihrer sehr lockeren Geldpolitik fest. Damit schaffte der Dow auf Wochensicht einen Gewinn von 0,6 Prozent. Das wohl bekannteste Börsenbarometer der Welt ging am Freitag aber lediglich 0,1 Prozent im Plus bei 34.798 Punkten aus dem Handel, nachdem es an den beiden Vortagen noch jeweils starke Anstiege verzeichnet hatte. Der breiter gefasste S&P 500 -0,45% legte zum Wochenschluss um 0,2 Prozent auf 4.455 Zähler zu. Der technologielastige Nasdaq 100 +0,25% rückte um knapp 0,1 Prozent auf 15.329 Punkte vor.

2. Vorgaben aus Asien 

Die asiatischen Aktienmärkte sind ruhig in die Woche gestartet. So lag die Börse in China und Hongkong leicht im Plus, während es in Japan etwas nach unten ging. Der japanische Leitindex Nikkei-225 büßte kurz vor Handelsende rund 0,1 Prozent ein, hielt sich aber über der psychologisch wichtigen Marke von 30.000 Punkten. Der CSI-300-Index , der die 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland beinhaltet, legte zuletzt 0,3 Prozent zu. In der Sonderverwaltungszone stieg der Hang-Seng-Index -1,60% knapp 0,4 Prozent.

3. Ölpreise auf Mehrjahreshoch 

Die Ölpreise haben am Montag ihren Kletterkurs der vergangenen Woche fortgesetzt. Während Nordseeöl der Marke Brent auf einen dreijährigen Höchststand stieg, notierte US-Rohöl auf einem Zweimonatshoch. Gründe für die hohen Ölpreise sind sowohl eine starke Nachfrage als auch ein knappes Angebot.

Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 79,17 US-Dollar. Das waren 1,08 Dollar mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,05 Dollar auf 75,03 Dollar. In der Nacht auf Montag war der Brent-Preis bis auf 79,52 Dollar gestiegen, das war der höchste Stand seit Oktober 2018. Ein Fass WTI kostete bis zu 75,32 Dollar und damit so viel wie zuletzt im Juli.

4. Konjunkturdaten 

Zum Wochenauftakt stehen nur wenige Konjunkturdaten auf dem Programm. So veröffentlicht die USA den Auftragseingang für langlebige Güter im vergangenen August und den Dallas-Fed-Index des verarbeitenden Gewerbes für den laufenden Monat. In der Eurozone steht derweil die Geldmenge M3 im Fokus. 

5. Unternehmensnews

Angesichts der womöglich anstehenden politischen Hängepartie in Deutschland dürfte nach Einschätzung von Michael Hewson von CMC Markets UK die Aufmerksamkeit der Anleger weiterhin auf den Ereignissen in China und Asien im Allgemeinen sowie auf den verschiedenen Angebotsengpässen in der Welt liegen. Er sieht die Finanzmärkte derzeit vor allem von "Sorgen über Lieferkettenblockaden, steigende Energiepreise und zunehmenden Inflationsdruck" dominiert. Die Angst vor Ansteckungseffekte durch Evergrande sei aber nicht verschwunden.

Probleme in der Logistik erwischen auch den Laserspezialisten LPKF +1,13%, der deshalb seine Quartalsprognose senkte. Das Unternehmen rechnet für das dritte Jahresviertel mit weniger Umsatz und Gewinn. Grund ist dabei auch ein verzögertes Projekt in China. Die Jahresprognose bleibt aber unangetastet. "LPKF ist zwar nicht das erste Unternehmen mit dieser Problematik", sagte ein Händler, dennoch sorge dies für Verstimmung. Vorbörslich gaben die Papiere nach.

Unterdessen geht der Bieterwettstreit um den Online-Tierbedarfshändler Zooplus -0,04% in eine spannende neue Runde. Mit einem Angebot von 470 Euro je Aktie überbietet der Finanzinvestor EQT nun die erst kürzlich angehobene Offerte des Konkurrenten Hellman & Friedman (H&F). Beim Zooplus-Management traf der Vorstoß auf ein positives Echo.

Mit Blick auf Wahlkampfthemen wie Mietpreisbremse und Enteignungen sehen Börsianer zudem das Votum in Berlin als mögliche Belastung für den Immobiliensektor insgesamt. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus in der Hauptstadt wurde ebenfalls die SPD stärkste Kraft, eine Fortsetzung der Koalition mit Grünen und Linken ist rechnerisch möglich.

6. Bundestagswahl in Deutschland

Sieger der Bundestagswahl ist die SPD. Nach dem vorläufigen Ergebnis wurden die Sozialdemokraten mit Olaf Scholz die stärkste Partei. Die CDU/CSU stürzte nach 16 Jahren Regierung von Kanzlerin Angela Merkel mit Armin Laschet auf ein Rekordtief. Trotzdem reklamierte am Wahlabend nicht nur Scholz, sondern auch Laschet den Auftrag zur Regierungsbildung für sich. Beide streben eine Koalition mit Grünen und FDP an. Die wollen jetzt erst einmal untereinander reden.

Bei den derzeit wahrscheinlichen Koalitionen unter einem Kanzler Scholz (Ampel-Koalition) oder mit einem Regierungschef Laschet (Jamaika-Bündnis) sollten sich die Rahmenbedingungen für die deutschen Unternehmen nicht dramatisch verändern, sagte Fidelity-Fondsmanager Christian von Engelbrechten am Sonntagabend. "Ich erwarte, dass sich Trends wie eine expansivere Fiskalpolitik und mehr Investitionen in beispielsweise Klimaschutz und Digitalisierung fortsetzen werden".

Seiner Einschätzung nach könnte eine Ampel-Koalition einen etwas größeren Ausgabenstimulus auslösen, der sich positiv auswirken wird. "Auch Punkte wie ein höherer Mindestlohn wären für deutsche Unternehmen verkraftbar", sagte von Engelbrechten. "Eine Jamaika-Koalition könnte einen größeren Fokus auf die Ausgabendisziplin und geringere Staatsverschuldung legen. Auf der anderen Seite könnten sich weniger Regulierung und die Steuerpolitik positiv auswirken."

7. Corona-Lage in Deutschland 

Bei der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland hat es im Vergleich zum Vortag kaum Dynamik gegeben. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 61,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 61,4 gelegen, vor einer Woche bei 71,0. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 3.022 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.36 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 3736 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden zehn Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 13 Todesfälle (Mit Material von dpa-AFX).

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DAX ®
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PKT -51,25
Porträt - Chart - Indexzusammensetzung
Tops Kurs %
Puma 106,15 +3,56%
Fresenius SE 40,72 +2,53%
Symrise 120,15 +1,65%
Münchener Rück 255,40 +1,53%
E.ON AG 11,08 +1,39%
Flops
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Deutsche Wohnen SE 49,90 -3,18%
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