DAX®15.123,87+0,75%TecDAX®3.355,16+0,33%Dow Jones 3034.297,73-0,19%Nasdaq 10014.149,12-2,48%
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Diese 7 Themen sind am Montag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Nach zwei schwachen Wochen mit kräftigen Kursschwankungen zeichnet sich am deutschen Aktienmarkt am Montag ein positiver Wochenstart ab. Der DAX +0,75% wurde am Montagmorgen zeitweise rund 0,8 Prozent fester bei 15.283 Punkten gesehen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 +0,59% wird 0,8 Prozent höher erwartet.

Im Zuge der vierten Corona-Welle und zuletzt verstärkt durch die Omikron-Variante war der Dax in den vergangenen zwei Wochen um etwas mehr als sechs Prozent abgerutscht, nachdem er Mitte November noch auf rekordhohen 16.290 Punkten notiert hatte. Seit dem Auftauchen von Omikron bewegt er sich in einer Spanne zwischen rund 15.000 und 15.500 Punkten.

Zu Wochenbeginn lasse nun ein Bericht aus Südafrika über wohl vergleichsweise milde Symptome der Omikron-Variante die Anleger zunächst aufatmen, schrieb Marktanalyst Jeffrey Halley vom Broker Oanda in seinem Morgenkommentar. Zudem hätten die meisten Patienten, die wegen Omikron in Kliniken lägen, Vorerkrankungen, heiße es aus Südafrika. Natürlich sei die Datenbasis gering, so Halley weiter, aber die Anleger machten es sich einfach: "Omikron-Variante milder - Marktwende - alles kaufen". Folgende Themen könnten die Kursentwicklungen am Montag beeinflussen:

1. Vorgaben aus den USA

Die US-Börsen sind am Freitag nach einem freundlichen Handelsauftakt in die Verlustzone gedreht. Besonders deutlich ging es für die technologielastigen Nasdaq-Indizes abwärts, während sich der Dow Jones Industrial -0,19% von seinen Tagesverlusten weitgehend erholte. Der Dow beendete den Handel mit einem kleinen Minus von 0,2 Prozent auf 34.580 Punkte und büßte im Wochenverlauf damit 0,9 Prozent ein. Seit seinem Rekordhoch im November bei knapp 36.566 Punkten hat er inzwischen rund fünfeinhalb Prozent eingebüßt. Der marktbreite S&P 500 -1,28% verlor am Freitag 0,8 Prozent auf 4.538 Zähler. An der Nasdaq sackte der Auswahlindex 100 -2,48% um 1,7 Prozent auf 15.712 Punkte ab, was ein Wochenminus von knapp zwei Prozent bedeutet.

2. Vorgaben aus Asien 

Die wichtigsten Aktienmärkte in Asien haben am Montag nur teilweise von womöglich hoffungsvoll stimmenden Nachrichten aus Südafrika zur Omikron-Variante des Coronavirus profitiert. Marktanalyst Jeffrey Halley vom Broker Oanda verwies auf einen Bericht aus Südafrika über wohl vergleichsweise milde Symptome bei einer Erkrankung an der Omikron-Variante von Covid. Dass sich Investoren dennoch eher zurückhielten könnte an Evergrande liegen. Der chinesische Immobilienkonzern hatte kurz vor dem Wochenende vor möglichen Zahlungsschwierigkeiten gewarnt. Der CSI-300-Index , der die 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland umfasst, gewann zuletzt 0,3 Prozent, während der Hang-Seng-Index -1,80% in der Sonderverwaltungszone Hongkong um 1,2 Prozent nachgab. Der japanische Leitindex Nikkei 225 -0,56% schloss 0,4 Prozent im Minus.

3. Ölpreise im Aufwind

Die Ölpreise sind am Montag mit deutlichen Aufschlägen in die neue Handelswoche gestartet. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 71,53 US-Dollar. Das waren 1,65 Dollar mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,68 Dollar auf 67,94 Dollar.

Marktteilnehmer begründeten die Preisaufschläge zum einen mit Nachrichten aus Saudi-Arabien. Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco erhöhte die Verkaufspreise für seine asiatischen Kunden und sendete damit ein Signal der Zuversicht für die künftige Rohölnachfrage. In der vergangenen Woche hatte sich der Ölverbund Opec+ ähnlich zuversichtlich gezeigt, indem er seinem Kurs treu blieb und sein Angebot im Januar weiter ausweiten will.

4. Konjunkturdaten 

Zum Wochenauftakt stehen nur wenige Konjunkturdaten auf dem Programm. In Deutschland werden am Montagmorgen Zahlen zum Auftragseingang in der Industrie und dem Umsatz im Großhandel veröffentlicht. Der Einzelhandelsumsatz steht derweil in Italien im Fokus. Zudem wird das Sentix Investorvertrauen in der Eurozone vorgelegt.

5. Unternehmensnews

Zum Wochenauftakt dürften Aktienumstufungen einzelne Titel bewegen: JPMorgan stufte die Anteile der Deutschen Bank -0,11% von "Neutral" auf "Overweight" hoch. Der Konzern habe die 2019 vorgestellte Umbaustrategie unter dem aktuellen Management konsequent umgesetzt, schrieb Analyst Kian Abouhossein. Die Erträge stabilisierten sich und - noch wichtiger - der Kostenplan trage Früchte. Vorbörslich legten Deutsche Bank auf Tradegate um zwei Prozent zum Xetra-Schluss vom Freitag zu.

Für die Papiere des Wirkstoffforschers Evotec +0,11% ging es nach einer positiven Studie von Morgan Stanley vorbörslich ebenfalls hinauf. Auf Tradegate belief sich das Plus auf ein halbes Prozent zum Xetra-Schluss.

6. Grünen-Abstimmungsergebnis zu Ampel-Koalition erwartet 

Zwei von drei geschafft: SPD und FDP haben jeweils mit überwältigender Mehrheit der ersten Ampel-Koalition auf Bundesebene zugestimmt. Bei einem SPD-Parteitag gab es am Samstag 98,8 Prozent Zustimmung für den Koalitionsvertrag, bei der FDP am Sonntag 92,2 Prozent. Sagen auch die Grünen Ja, kann Olaf Scholz (SPD) an diesem Mittwoch im Bundestag zum Kanzler gewählt werden. Die Grünen wollen das Ergebnis ihrer Urabstimmung zu dem 177-Seiten-Papier an diesem Montag veröffentlichen.

Ein breites Grinsen, beide Daumen hochgereckt: Der wohl künftige Kanzler zeigte sich auf dem SPD-Parteitag bereits ungewohnt euphorisch. "Wir haben jetzt die Chance: Ein Aufbruch kann für Deutschland stattfinden", rief Olaf Scholz den Delegierten zu. Der 63-Jährige kündigte eine Regierung an, "die den Fortschritt anpackt in einem Moment, wo es gefährlich wäre, das nicht zu tun".

7. Corona-Lage in Deutschland 

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist leicht gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 441,9 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 439,2 gelegen, vor einer Woche bei 452,4 (Vormonat: 183,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 27.836 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.24 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 29 364 Ansteckungen.

Bei der Bewertung des Infektionsgeschehens ist zu bedenken, dass Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung ausgehen. Gesundheitsämter und Kliniken kommen demnach mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher. Auch dem RKI fällt die Beurteilung der Lage schwer.

Der gebremste Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz könne "einerseits ein erster Hinweis auf eine sich leicht abschwächende Dynamik im Transmissionsgeschehen aufgrund der deutlich intensivierten Maßnahmen zur Kontaktreduzierung sein", hatte es im RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend geheißen. Allerdings könnte die Entwicklung "regional auch auf die zunehmend überlasteten Kapazitäten im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die erschöpften Laborkapazitäten zurückzuführen sein" (Mit Material von dpa-AFX).

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