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Diese 8 Themen sind am Dienstag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Neue Furcht vor der Coronavirus-Variante Omikron lässt an den Aktienmärkten die Nervosität steigen. Der DAX +0,75% wird am Dienstag deutlich tiefer erwartet. Am Dienstagmorgen wurde der deutsche Leitindex zeitweise 1,15 Prozent im Minus bei 15.105 Punkten gesehen. Damit rückt die runde Marke von 15.000 Punkten näher. Unter dieser hatte der Dax zuletzt Anfang Oktober gestanden. Der EuroStoxx 50 +0,59% als Leitbarometer der Eurozone dürfte ebenfalls mit mehr als einem Prozent im Minus eröffnen.

Für weiteren Abgabedruck sorgen vor allem die Aussagen des Moderna-Chefs Stephane Bancel in der "Financial Times", dass bestehende Impfstoffe mit der Omikron-Variante ihre Probleme haben dürften und es länger dauern dürfte, bis angepasste Vakzine in ausreichendem Umfang hergestellt werden könnten. Die Sorgen der Anleger vor der Variante werden damit schlagartig wieder größer. Erfreuliche Wirtschaftsdaten aus China, wo der staatliche Einkaufsmanagerindex für die Industrie im November stärker stieg als erwartet, gerieten durch die Nachrichten zu Omikron in den Hintergrund. Folgende Themen könnten die Kursentwicklungen am Dienstag beeinflussen:

1. Vorgaben aus den USA 

Die US-Börsen haben zum Wochenstart einen Teil ihrer kräftigen Verluste vom Freitag wettgemacht. Die Ängste der Anleger über Omikron verflüchtigten sich etwas, da die neue Coronavirus-Variante "zwar Anlass zur Besorgnis gibt, aber kein Grund zur Panik ist", wie Marktanalyst Edward Moya vom Broker Oanda sagte. Möglicherweise könnte sie auch der nötige Impulsgeber sein, damit sich mehr Menschen impfen ließen. Zudem verwies Moya auf starke Daten aus dem Immobiliensektor, denn die noch nicht abgeschlossenen Verkäufe von Eigenheimen waren im Oktober überraschend stark gestiegen.

2. Vorgaben aus Asien 

Die wichtigsten Aktienmärkte in Asien haben am Dienstag schwächer tendiert. Zweifel an der Wirksamkeit bisheriger Impfstoffe bei der neuen Corona-Variante Omikron drückten die Kurse. Der japanische Leitindex Nikkei 225 -0,56% büßte 1,6 Prozent ein. Der CSI-300-Index , der die 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland umfasst, fiel zuletzt um 0,4 Prozent und der Hang-Seng-Index -1,80% in der Sonderverwaltungszone Hongkong besonders deutlich um gut zwei Prozent nach.

3. Ölpreise erneut unter Druck 

Die Ölpreise sind am Dienstag kräftig gefallen und haben damit an die rasante Talfahrt vom vergangenen Freitag angeknüpft. Damit konnten sich die Notierungen zu Beginn der Woche nur vorübergehend ein Stück weit erholen. Nach wie vor wird der Handel am Ölmarkt durch die Sorge vor einer als besorgniserregend eingestuften neuen Omikron-Variante des Coronavirus belastet.

Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Januar 71,01 US-Dollar. Das waren 2,43 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI), ebenfalls mit Lieferung im Januar, fiel um 2,36 Dollar auf 67,59 Dollar.

Im frühen Handel lag der Preis für Rohöl aus den USA nur noch knapp über dem Tiefstand vom Freitag, als heftige Marktturbulenzen die Notierungen um rund zehn Dollar je Barrel abstürzen ließen. Die Notierung für Rohöl aus der Nordsee ist sogar unter das Tief vom Freitag gefallen. Mit dem Omikron-Schock steuern die Ölpreise auf den stärksten Einbruch auf Monatssicht seit der frühen Phase der Corona-Krise zu.

4. Konjunkturdaten 

Am Dienstag stehen die vorläufigen November-Verbraucherpreise in Frankreich, Italien und Portugal auf dem Programm. In den USA richtet sich der Blick der Anleger auf das Verbrauchervertrauen, den MNI Chicago Einkaufsmanager-Index und den wöchentlichen API-Ölbericht. In Deutschland dürfte derweil das DIW-Konjunkturbarometer für neue Impulse sorgen. 

5. Unternehmensnews 

Am deutschen Aktienmarkt setzten im vorbörslichen Handel auf Tradegate die Sorgen vor der Omikron-Variante abermals Papieren aus dem Luftfahrt- und Tourismus-Sektor zu. Lufthansa -0,85% und Fraport +2,32% verbilligten sich zum Xetra-Schluss um bis zu eineinhalb Prozent.

Adler Group +1,92% reagierten bei bislang wenig Umsatz auf Tradegate mit einem moderaten Kursplus auf die Bestätigung der Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Der Immobilienkonzern war Anfang Oktober ins Visier des Leerverkäufers Fraser Perring geraten – und auch wenn der Konzern dessen Vorwürfe zurückwies, ging der Aktienkurs damals deutlich zurück. Inzwischen hat Adler Schützenhilfe vom Branchenriesen Vonovia -0,44% erhalten. Der DAX-Konzern +0,75% ist an einem Einstieg bei Adler interessiert und hat sich bereits das Recht auf ein Aktienpaket gesichert.

Kion -2,06% gaben auf Tradegate um ein knappes halbes Prozent nach verglichen mit dem Xetra-Schluss. Sie konnten damit zunächst nicht von einer positiven Einschätzung der französische Großbank Societe Generale (SocGen) profitieren, die die Papiere des Staplerherstellers von "Hold" auf "Buy" hochgestuft und das Kursziel von 70 auf 112 Euro angehoben hatte. Kion sei im Markt für Lagerautomatisierung attraktiv positioniert, hieß es.

6. Golfregion reizt deutsche Unternehmen

Die Golfregion bietet aus Sicht der deutschen Wirtschaft hiesigen Unternehmen gute Entwicklungsperspektiven. "Da ist auf jeden Fall Potenzial drinnen, gerade auch für kleinere und mittelständische Unternehmen", sagte der Vorsitzende der Nordafrika Mittelost Initiative der deutschen Wirtschaft, Ralf Wintergerst, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Entwicklung dort vollziehe sich sehr dynamisch und technologieaffin, was für die deutsche Industrie positiv sei. Und: "Es gibt einen sehr starken Wunsch, die nationalen Volkswirtschaften breiter und diverser auszustellen - also weg vom Öl und hin zu mehr nationaler Wertschöpfung."

Die Nordafrika Mittelost Initiative veranstaltet an diesem Dienstag in Dubai ihre erste Golf-Zukunfts-Konferenz. Daran wollte auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier teilnehmen. Allerdings sagte er seine Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Katar wegen der dramatischen Entwicklung der Corona-Pandemie in Deutschland am vergangenen Samstag kurzfristig ab.

7. US-Notenbanker Powell warnt vor Konjunkturrisiken 

Der Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, sieht durch die Omikron-Variante des Coronavirus Risiken für die Wirtschaft. "Der jüngste Anstieg der Covid-19-Fälle und das Auftauchen der Omikron-Variante bringen Risiken für den Arbeitsmarkt und die Konjunkturerholung sowie eine erhöhte Unsicherheit in puncto Inflation mit sich", sagte Powell in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme am Tag vor seinem Erscheinen vom einem Bankenausschuss des US-Senats. Zunehmende Sorgen hinsichtlich des Virus könnten die Arbeitsbereitschaft der Menschen verringern, was letztlich die Lieferkettenprobleme in vielen Teilen der Wirtschaft verstärken könnte. Zu möglichen Konsequenzen für die Geldpolitik äußerte sich der Fed-Chef nicht.

Sollte die neue Virusvariante eine Gefahr für die laufende konjunkturelle Erholung darstellen und die Pandemie perspektivisch verlängern, könnte die Fed womöglich ihren Tapering-Kurs – also das Zurückfahren der Anleihekäufe – überdenken, erklärte Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets.

8. Corona-Lage in Deutschland 

 Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist im Vergleich zum Vortag erstmals seit mehr als drei Wochen wieder leicht gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Dienstagmorgen mit 452,2 an. Am Montag war ein Höchstwert von 452,4 erreicht worden. Vor einer Woche hatte der Wert bei 399,8 gelegen (Vormonat: 153,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 45.753 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.35 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 45.326 Ansteckungen gewesen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 388 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 309 Todesfälle. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 5,52 an (Freitag: 5,97). Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet. Er spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden. (Mit Material von dpa-AFX)

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