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Diese 8 Themen sind am Donnerstag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Aktienkurse an der Wall Street tauchten gestern ab. Doch wider Erwarten folgt der deutsche Aktienmarkt offenbar nicht. Kurz vor Xetra-Handelsstart wurde der deutsche Leitindex DAX +1,00% leicht über dem Mittwochsschluss bei nun 9.553 Punkten taxiert. Damit zeigt er sich deutlich stabiler als im gestrigen Späthandel, als der X-Dax als Indikator mit der sehr schwachen Wall Street bis auf 9.325 Punkte eingeknickt war.

Folgende Themen dürften heute Einfluss auf die Kurse nehmen:

Ölpreise steigen

Mit Spannung schauen die Börsianer insbesondere auf den Ölmarkt, wo die Preise anzogen. Am Vortag hatte US-Präsident Donald Trump Gespräche zwischen den in einen Preiskrieg verwickelten Ölförder-Nationen Saudi-Arabien und Russland in Aussicht gestellt. Sollte es zu Gesprächen kommen, wären das die ersten seit dem Scheitern der Opec+-Vereinbarung Anfang März. Auch Russlands Präsident Wladimir Putin sieht angesichts des Ölpreisverfalls Handlungsbedarf.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte bereits gestern Nacht berichtet, dass Russland die Öl-Förderung im Zuge des Preiskrieges offenbar nicht weiter anheben will. Die Ölpreise sind daraufhin deutlich gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete zuletzt 26,76 US-Dollar. Das waren etwa acht Prozent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg ähnlich stark auf 21,76 Dollar.

Gestützt wurden die Ölpreise auch durch Meldungen aus China. Das Land wolle die aktuell niedrigen Ölpreise nutzen, um die staatlichen Ölreserven aufzustocken, berichtete Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise.

Corona-Krise

US-Präsident Donald Trump hat die Bürger auf sehr schwierige Wochen eingestellt. Das Weiße Haus befürchtet nach einer Prognose zwischen 100.000 und 240.000 Tote in den USA. Nach Angaben der Johns-Hopkins-University gibt es mehr als 216.000 bestätigte Infektionsfälle dort - so viel wie sonst nirgends auf der Welt. In Deutschland wuchs die Zahl der positiv gestesteten Corona-Patienten zuletzt auf knapp 78.000, von denen 931 gestorben sind.

Nach dem großen Ansturm auf Corona-Soforthilfen für die Wirtschaft kommt die Auszahlung langsam in Gang. Bis Dienstagabend wurden allein in neun Bundesländern mehr als 370 000 Anträge bewilligt, wie eine Länderumfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Rund 1,3 Milliarden Euro flossen demnach bereits an in Existenznot geratene Unternehmen.

EU-Plan für Kurzarbeitergeld

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will am Donnerstag (gegen 12 Uhr) ihren Plan zur Unterstützung von Kurzarbeitern in der Europäischen Union vorstellen. Die Initiative namens "Sure" soll den von der Corona-Krise besonders betroffenen Staaten wie Italien und Spanien zugute kommen. Geplant ist Unterstützung aus Brüssel, die mit Hilfe von Garantien aus allen Mitgliedstaaten finanziert werden sollen. Wie das Finanzierungsmodell genau aussieht, ist noch nicht bekannt.

Hilfsfonds für stark betroffene EU-Staaten

Die Niederlande haben derweil die Einrichtung eines Hilfsfonds für EU-Staaten wie Italien und Spanien vorgeschlagen, die besonders schwer unter der Corona-Pandemie leiden. "Die Niederlande wollen dafür einen substanziellen Beitrag leisten", sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Mittwoch nach Angaben der Nachrichtenagentur ANP im Parlament in Den Haag. Einen entsprechenden Vorschlag würden die Niederlande der EU-Kommission und den Mitgliedsstaaten unterbreiten. Wirtschaftlich schwächere Länder sollten demnach zur Finanzierung ihres Gesundheitswesens Geld aus dem Hilfsfonds erhalten, das sie nicht zurückzahlen müssten.

Vorgaben aus den USA

Die wachsenden Sorgen um die Corona-Pandemie hatten die Anleger an der Wall Street gestern wieder in die Flucht getrieben. Der Dow Jones Industrial +2,74% startete mit einer rasanten Talfahrt in das zweite Quartal. Am Ende büßte er 4,4 Prozent oder 973 Punkte auf 20.943 Punkte ein. Einen Teil seiner Rallye in den letzten März-Tagen, die vor allem von Konjunkturpaketen und Geldspritzen der Notenbanken getrieben war, hat er damit schon wieder revidiert.

Handel in Fernost

Die Börsen Asiens haben am Donnerstag keine gemeinsame Richtung gefunden. In Japan gab der Nikkei 225 um etwas mehr als ein Prozent nach. In China legte der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen leicht zu, während der Hang Seng in Hongkong ein wenig nachgab.

Konjunkturdaten

Angesichts der Verwerfungen durch die Corona-Krise dürfte der Konjunkturbericht des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) heute um 10.30 Uhr auf Interesse stoßen. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA laufen zusammen mit der Handelsbilanz um 14.30 Uhr über die Ticker. Abgerundet wird der Tag mit neuen Daten zum Auftragseingang der US-Industrie sowie für langlebige Güter, die um 16 Uhr veröffentlicht werden.

Viele Finanzvorstände deutscher Konzerne erwarten nach einer Umfrage der Unternehmensberatung Deloitte in diesem Jahr mehrheitlich keinen Konjunktur-Aufschwung nach eingedämmter Corona-Krise. "60 Prozent planen mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung bis ins zweite Halbjahr hinein und sehen ab 2021 eine Konjunkturerholung", teilte Deloitte am Donnerstag mit. 63 Prozent planten den Rückgang ihrer Investitionen, und "etwa die Hälfte erwartet über die kommenden 12 Monate einen Rückgang der Beschäftigtenzahl". An der Befragung zwischen dem 10. März und dem 1. April nahmen 79 Finanzvorstände deutscher Großunternehmen teil.

Unternehmens-News

Bei den Unternehmen könnten am Donnerstag die Aktien von Hella +7,20% einen Blick wert sein. Bei dem Licht- und Elektronikspezialisten hat sich die Corona-Krise im dritten Quartal mit einem Rückgang beim Umsatz und Ergebnis bemerkbar gemacht. Die im MDAX +1,44% notierte Aktie notierte vorbörslich knapp im Plus.

Der ebenfalls im MDAX gelistete Finanzierungsdienstleister Grenke +0,98% hat sich zudem bei den Unternehmen eingereiht, die ihre Jahresprognose wegen der Virus-Krise ausgesetzt haben. Die Prognose werde aktualisiert, sobald sich die Auswirkungen der Pandemie hinreichend bestimmen lassen. Das Neugeschäft legte indes im wichtigen Leasinggeschäft im ersten Quartal bei steigenden Margen zu. Ein Händler sprach gar von einer beeindruckenden Marge. Die Aktie stieg vor Handelsbeginn um etwa zwei Prozent.

Während einige Unternehmen wegen der Pandemie bereits angelaufene Aktienrückkäufe auf Eis gelegt haben, will der Telekommunikations-Anbieter United Internet +2,22% seinerseits nun ein neues Programm starten. Das Volumen des Programms betrage insgesamt 150 Millionen Euro. Nach der bereits höher als erwartet ausgefallenen Dividende sei dies ein weiteres positives Signal für die Aktionäre, kommentierte ein Händler den Schritt. Die Aktie legte vorbörslich um fast drei Prozent zu.

Vapiano-Aktien -2,933% stürzen vorbörslich ab. Diei Restaurant-Kette hatte in der Nacht zum Donnerstag einen Insolvenzantrag ankündigt. Vapiano hatte bereits am 20. März mitgeteilt, zahlungsunfähig zu sein und erklärt, dies sei aufgrund des drastischen Umsatz- und Einnahmerückgangs eingetreten. (mmr mit Material von dpa-AFX)

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DAX ®
DAX ® - Performance (3 Monate) 11.504,65 +1,00%
PKT +113,37
Porträt - Chart - Indexzusammensetzung
Tops Kurs %
DT. BANK 7,47 +8,25%
LUFTHANSA 9,23 +6,83%
CONTINENTAL 87,84 +5,96%
MÜNCH. RÜCK 209,40 +5,76%
COVESTRO AG O.N. 32,88 +5,08%
Flops
BEIERSDORF 91,50 -1,59%
FRESENIUS 43,06 -1,87%
FMC 74,90 -2,35%
MERCK 103,50 -2,59%
DT. BÖRSE 149,35 -2,74%
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