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Diese 8 Themen sind am Donnerstag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Nach der imposanten Rallye der vergangenen Tage zeichnet sich am Donnerstag ein behaupteter Börsenstart ab. Der DAX +2,84% war um bis zu 15 Prozent in acht Handelstagen gestiegen. Kurz vor Xetra-Start steht der Leitindex bei 12.440 Punkten 0,4 Prozent unter dem Schluss vom Mittwoch.

Marktteilnehmer hatten tags zuvor bereits vor einer zumindest kurzfristigen Überhitzung gewarnt. Stratege Jeffrey Halley vom Broker Oanda sprach von einer "Alles-Kaufen-Rallye", die sich an der Wall Street ungebremst fortgesetzt habe.

Folgende Themen dürften heute Einfluss auf die Kurse nehmen:

Konjunkturpaket

Am Morgen geht es für die Anleger zunächst aber einmal um die Bewertung des Konjunkturpakets, auf das sich die Spitzen der Koalition nach zähem Ringen in Deutschland geeinigt haben. Es soll für 2020 und 2021 ein Volumen von 130 Milliarden Euro haben. Mit Blick auf die Autobranche entschieden sich die Politiker gegen eine Kaufprämie für abgasarme Benziner und Diesel-Autos, beschlossen allerdings deutlich höhere Prämien für Elektroautos.

Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, hat das Corona-Konjunkturpaket der großen Koalition als durchdacht und ausgewogen gelobt. Es werde die Rezession sicherlich dämpfen, sagte er heute im Deutschlandfunk. "Aus der Welt schaffen kann man sie natürlich nicht." Mit einer befristeten Senkung der Mehrwertsteuer könne der Konsum kurzfristig angekurbelt werden. Wenn die Sätze im kommenden Jahr wieder steigen, bestehe aber "ein bisschen" die Gefahr, dass der Konsum abbreche. "Es ist beabsichtigt, dass man erstmal den Konsum anregt in dieser kritischen Phase. Nur man verlässt sich eben darauf, dass im nächsten Jahr das Gröbste vorbei ist", sagte Fuest.

Vorgaben aus den USA

Positive Signale aus der Wirtschaft haben die Erholungsrally an den US-Börsen auch am Mittwoch weiter getrieben. Der Leitindex Dow Jones Industrial +0,98% übersprang bereits im frühen Handel die Marke von 26.000 Punkten und schloss mit plus 2,1 Prozent bei 26.269 Punkten. Bei einigen Investoren lösen inzwischen die immer weiter steigenden Aktienkurse angesichts nach wie vor vorhandener Risiken wie eine mögliche zweite Coronavirus-Welle, die US-chinesischen Handelsspannungen und die sozialen Unruhen in den USA auch Unbehagen aus.

Handel in Fernost

An den asiatischen Aktienmärkten sind die Investoren heute etwas vorsichtiger geworden. Die anfänglichen Gewinne bröckelten ab. Im frühen Handel noch hatten positive Impulse von der Wall Street zahlreichen asiatischen Börsen zu deutlicheren Gewinnen verholfen, denn die jüngsten US-Wirtschaftsdaten hatten die Hoffnung auf eine rasche Erholung von der Corona-Krise befeuert.

Der japanische Leitindex Nikkei-225 +0,63% schloss letztlich mit einem moderaten Plus von 0,4 Prozent auf 22.695 Punkte.

In China legte der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen im späten Handel um 0,07 Prozent auf 3986,53 Punkte zu. Der Hang Seng +2,72% in Hongkong gab seine Gewinne zuletzt vollständig ab und gab minimal auf 24.322 Punkte nach.

Konjunkturdaten

Die Einzelhandelsumsätze aus der Eurozone um 11 Uhr werden zeigen, wie es um die Konsumstimmung bestellt ist. Wichtiger wird aber die Zinsentscheidung der EZB um 13.45 Uhr sowie die Pressekonferenz ab 14.30 Uhr. Zeitgleich erscheinen in den USA die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie die Handelsbilanz.

EZB-Notkaufprogramm

Europas Währungshüter könnten bei ihren Corona-Hilfen noch eine Schippe drauflegen. Seit Tagen bereiten führende Vertreter der Europäischen Zentralbank verbal den Boden vor für eine Ausweitung des Notkaufprogramms für Anleihen. Die bisher veranschlagten 750 Milliarden Euro dürften schon im Herbst ausgeschöpft sein. Lagarde hatte Ende April betont: "Wir können aktuell bis Ende des Jahres über eine Billion Euro einsetzen." Der EZB-Rat sei bereit, den Umfang des Notkaufprogramms "so weit und so lange wie nötig anzupassen".

EU-China-Kooperation

Nach der Verschiebung des geplanten EU-China-Gipfels wegen der Corona-Pandemie hat Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping seinen Willen zur engen Kooperation mit Deutschland und Europa unterstrichen. In einem Telefonat mit Kanzlerin Angela Merkel sagte der chinesische Präsident nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua, China sei bereit, mit Deutschland und der Europäischen Union zusammenzuarbeiten, "um die strategische Zusammenarbeit zu stärken, den Multilateralismus aufrechtzuerhalten und globale Herausforderungen anzugehen".

Unternehmens-News

Für Bayer +1,18%-Aktien ging es vorbörslich abwärts angesichts des Urteils eines US-Gerichts, das eine unter Einschränkungen erteilte Zulassung des Unkrautvernichters Dicamba des Konzerns aufgehoben hat. Ein Händler sagte, der Fall sei zwar kaum vergleichbar mit dem desaströsen milliardenschweren Streit um den Unkrautvernichter Glyphosat, doch dürfte dies auf der Stimmung für die Aktie lasten. Die Entscheidung bedeutet, dass Landwirte Dicamba nun nicht mehr verwenden dürfen.

Von dem Urteil ist auch der Chemiekonzern BASF +3,39% betroffen, der ebenfalls Dicamba-Produkte vertreibt.

In der zuletzt stark gelaufenen Autobranche macht sich am Donnerstag Enttäuschung breit: Papiere von Daimler +3,85%, BMW +2,21% und VW +2,39% rutschen im vorbörslichen Handel um bis zu 4,6 Prozent. Marktteilnehmer werten die geplanten Hilfen der großen Koalition in Deutschland in der Corona-Krise als Enttäuschung - vor allem die Entscheidung gegen Kaufprämien auch für neuere Verbrennerantriebe. Dies sei eine negative Überraschung, auch wenn eine starke Opposition dagegen klar gewesen sei, kommentierte Autoanalyst Jose Asumendi von JPMorgan.

Nachrichten gab es zudem noch vom Wind- und Solarpark-Betreiber Encavis +2,66%, der mit dem Partner Sunovis einen Kooperationsvertrag über den Aufbau eines mindestens 200 Megawatt großen Solar-Portfolios geschlossen hat.

Index-Änderungen

Nachbörslich gibt die Deutsche Börse +2,22% die Ergebnisse der Indexüberprüfung bekannt. So bringt wahrscheinlich der Kurseinbruch bei der Lufthansa +0,79% im Zuge der Corona-Krise den Abstieg aus dem DAX mit sich. Nach fast 32 Jahren Mitgliedschaft im deutschen Leitindex wird die Fluggesellschaft sehr wahrscheinlich ihren Platz für den Immobilienkonzern Deutsche Wohnen +1,25% räumen müssen.

Darüber hinaus werden noch weitere Wechsel in den hinteren Börsenreihen erwartet. Wichtig sind Index-Änderungen vor allem für Fonds, die Indizes exakt nachbilden. Dort muss dann entsprechend umgewichtet werden, was Einfluss auf die Aktienkurse haben kann. (mmr mit Material von dpa-AFX)

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