DAX®13.116,25-0,70%TecDAX®3.118,02+0,55%S&P 500 I3.318,01-1,20%Nasdaq 10010.936,98-1,30%
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Diese 8 Themen sind am Donnerstag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Am deutschen Aktienmarkt deutet sich am Morgen eine knapp behauptete Tendenz an. Der DAX -0,70% dürfte die Marke von 13.000 Punkten im frühen Handel verteidigen. Vor dem Xetra-Auftakt wurde der Leitindex bei 13.037 Punkten gesehen, was ein Minus von 0,2 Prozent zum Xetra-Schluss am Mittwoch bedeutet.

Am Vortag hatte die Hoffnung auf einen Durchbruch in den Diskussionen um ein US-Hilfspaket und die damit wieder größer werdende konjunkturelle Zuversicht den deutschen Leitindex wieder über die runde Marke von 13.000 Punkten getrieben.

"Die Anleger erwarten eine konjunkturelle Erholung und gehen aus dem sicheren, aber nicht verzinsten Hafen Gold raus, um vor allem die Aktien zu kaufen, die sie zuvor in die Schublade 'Krisenverlierer' gesteckt hatten", erklärte Marktbeobachter Jochen Stanzl von CMC Markets am Vorabend den jüngsten Anstieg. Ein besonderer Fokus dürfte nun konjunkturell auf den am Nachmittag anstehenden wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten liegen.

Folgende Themen könnten heute Einfluss auf die Kurse nehmen:

Strafzölle auf EU-Importe

Marmeladen aus Deutschland und Frankreich werden vom 1. September an von Strafzöllen bei der Einfuhr in die USA betroffen sein. Dafür fielen griechischer Käse und Kekse aus Großbritannien nach einer Überprüfung aus der Strafzoll-Liste der US-Regierung. Insgesamt bleibe es bei Strafzöllen auf Waren im Wert von 7,5 Milliarden US-Dollar, teilte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer am Mittwoch (Ortszeit) mit. Auch die Zollsätze blieben unverändert. Die Änderungen seien maßvoll, hieß es.

Vorgaben aus den USA

Die Anleger an den US-Börsen haben am Mittwoch neuen Mut gefasst und sich wieder risikofreudig gezeigt. Die im Juli überraschend stark gestiegenen Verbraucherpreise in den USA hatten dabei kaum Einfluss auf das Handelsgeschehen. Mit einem Plus von gut einem Prozent auf 27 976,84 Punkte tastete sich das US-Börsenbarometer Dow Jones Industrial -0,88% erneut an die Hürde von 28.000 Punkten heran. Am Vortag hatte der Dow diese Marke zunächst locker übersprungen und war bis auf etwas über 28 150 Punkte geklettert. Als er damit wieder sein höchstes Niveau seit Ende Februar erreicht hatte, war es jedoch im späten Handel zu Gewinnmitnahmen gekommen.

Handel in Fernost

Die Börsen Asiens haben am Donnerstag überwiegend fester tendiert. In Japan legte der Leitindex Nikkei 225 -0,45% zuletzt um zwei Prozent zu. Auch in den USA hatten die Märkte wieder deutlich zugelegt. Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen legte zuletzt leicht um 0,2 Prozent zu, während der Hang Seng +3,06% in Hongkong 0,2 Prozent einbüßte.

Konjunkturdaten

Der Tag startete mit den Verbraucherpreisen aus Deutschland um 8 Uhr. Demnach ist die Inflation nach der Senkung der Mehrwertsteuer erstmals seit gut vier Jahren wieder gesunken. Die Verbraucherpreise verringerten sich im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag nach einer zweiten Schätzung in Wiesbaden mitteilte. Damit wurde eine erste Erhebung wie von Analysten erwartet bestätigt. Zum letzten Mal war die Jahresinflation im April 2016 negativ gewesen mit ebenfalls minus 0,1 Prozent.

Weiter geht es um 14.30 Uhr mit den Import- und Exportpreisen sowie den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe aus den USA.  Zuletzt war die Zahl der Neuanträge nur leicht gesunken. Allerdings hatte es zuletzt eine steigende Zahl von Neuinfektionen mit dem Coronavirus gegeben, die in vielen bevölkerungsreichen US-Bundesstaaten offenbar erneut zu Einschränkungen und damit zu einer Zunahme der Neuanträge geführt haben dürfte.

Quartalszahlen

In der Berichtssaison geht es heute nochmal rund. Mit Deutsche Telekom, RWE -0,71% und Deutsche Wohnen -0,07% berichten drei DAX-Konzerne. Dazu kommen viele Zahlen aus dem MDAX -0,40% und SDAX -0,51%, etwa von K+S -0,37%, Lanxess +0,62% und Thyssenkrupp -1,82%.

Die Deutsche Telekom +0,03% hob im Zuge der Fusion von T-Mobile US -2,08% mit dem US-Mobilfunker Sprint ihre Ergebnisprognose deutlich an. Auf Tradegate gewannen die Papiere 0,7 Prozent zum Xetra-Schluss.

Der Versorger RWE peilt nun bei seiner Jahresprognose das obere Ende der Bandbreite an. Die Titel legten vorbörslich auf Tradegate um 1,2 Prozent zu.

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen -0,07% hat auch im ersten Halbjahr von steigenden Mieten profitiert. Die Vertragsmieten legten um 2,6 Prozent auf 421,8 Millionen Euro zu, wie das DAX-Unternehmen -0,40% mitteilte.

Den Quartalsbericht von Thyssenkrupp nannte ein Händler eine erneute Katastrophe. Vorbörslich ging es deutlich bergab für die Papiere des Industriekonzerns, mit mehr als fünf Prozent auf Tradegate.

Der Dünger- und Salzkonzern K+S -0,37%wird wegen Kosten für den Konzernumbau etwas vorsichtiger für das laufende Jahr. Im Tagesgeschäft gab es hingegen zuletzt durchaus positive Signale und die Sonderkosten ausgeklammert steht die Jahresgewinnprognose. Zudem kommen die Hessen beim geplanten Verkauf des amerikanischen Salzgeschäfts und beim Sparprogramm voran. Die Schulden sollen daher weiterhin bis Ende 2021 um deutlich mehr als zwei Milliarden Euro sinken.

Der IT-Dienstleister Cancom ±0,00% ist im zweiten Quartal infolge der Corona-Pandemie deutlich unter Druck gekommen. Der Umsatz sank wegen eines Einbruchs im Geschäft mit IT-Systemen im Jahresvergleich um 8,6 Prozent auf 372 Millionen Euro, wie das MDAX-Unternehmen mitteilte. Dabei federten Zukäufe das Minus ab. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen rutschte sogar um 29,5 Prozent auf 20,1 Millionen Euro ab.

Unternehmens-News

Der Nutzfahrzeugzulieferer Jost Werke +1,55% traut sich wegen der hohen Unsicherheiten in der Corona-Krise noch keine neue Prognose zu. Allerdings will das SDax -0,51%-Unternehmen am 1. September einen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr abgeben, wenn die weitere Geschäftsentwicklung nach dem Ende der Sommerpause wichtiger Kunden besser überblickt werden könne, teilte die Gesellschaft mit. Derzeit geht der Konzern von einer Erholung der Marktlage ab dem laufenden dritten Quartal aus, hieß es weiter.

Der Diagnostik-Spezialist Stratec -0,54% profitiert weiter von der coronabedingt hohen Nachfrage nach seinen Produkten. Aus diesem Grund erhöhte das seit Ende April im SDax -0,51% notierte Unternehmen die Prognose für den Umsatz und die operative Marge.

Regeländerung für DAX-Auswahlindizes

Die Deutsche Börse hat angesichts der Insolvenz des DAX-Mitglieds Wirecard -4,788% ihr Regelwerk überarbeitet. Gemäß den neuen Bestimmungen werden insolvente Unternehmen nun mit einer Frist von zwei Handelstagen aus den DAX-Auswahlindizes (DAX, MDAX, SDAX und TecDAX) herausgenommen, teilte die Deutsche Börse die von der Index-Tochter Stoxx Ltd. beschlossene Regeländerung mit. Sie trete zum Donnerstag, 19. August in Kraft.

Die sich daraus aktuell ergebenden Veränderungen in der Zusammensetzung von DAX -0,70% und TecDAX +0,55% werden entsprechend am selben Abend nach 22 Uhr bekanntgegeben und nach Börsenschluss am Freitag, 21. August, umgesetzt. Grundlage der Berechnung sei die Rangliste vom 31. Juli sowie weitere Vorgaben aus dem Regelwerk. Entsprechend ist für Wirecard das DAX-Leben bereits nächste Woche vorbei.

Erwartet wird von Index-Experten bereits, dass der Corona-Krisengewinner und Online-Essenslieferant Delivery Hero -0,24% den Platz der in einen Bilanzskandal verstrickten und inzwischen zahlungsunfähigen Wirecard einnehmen wird. Chancen wurden aber auch dem Duftstoff- und Aromenhersteller Symrise +1,23% eingeräumt.

Coronavirus

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist auf den höchsten Stand seit Anfang Mai gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Mittwochabend 1.445 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 01. Mai mit 1.639 registrierten Neuinfektionen.

Die Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern bringt die Staatsregierung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in Bedrängnis. Die Opposition kritisierte den CSU-Chef heftig und verlangte Konsequenzen. Söder sagte zunächst eine für diesen Donnerstag geplante Reise an die Nordsee ab. "Bayern geht vor", schrieb er am Mittwoch auf Twitter. Wie es am Donnerstag weitergeht, war zunächst nicht abzusehen. (mmr mit Material von dpa-AFX)

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