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Diese 8 Themen sind am Donnerstag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die nach der US-Notenbanksitzung vom Vorabend aufgekommenen Zinsängste dürften dem deutschen Aktienmarkt am Donnerstag einen gehörigen Dämpfer verpassen. Ansonsten richtet sich das Augenmerk der Anleger auf die Fahrt aufnehmende Quartalsberichtssaison der Unternehmen. Unter anderem haben die DAX-Unternehmen Deutsche Bank und Sartorius über ihre jüngste Geschäftsentwicklung berichtet.

Kurz vor dem Handelsstart wurde der DAX -0,45% rund zwei Prozent im Minus bei 15.144 Punkte gesehen. Am Mittwoch hatte sich der Leitindex noch um 2,2 Prozent erholt. Für den EuroStoxx 50 -0,49% wird am Donnerstag zur Eröffnung ein Minus um rund 2,3 Prozent erwartet. Folgende Themen könnten die Kursentwicklungen am Donnerstag beeinflussen:

1. US-Geldpolitik 

Angesichts der hohen Inflationsrate und der guten Lage am Arbeitsmarkt hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) eine baldige Erhöhung des Leitzinses signalisiert. Dieser Schritt werde "bald angemessen sein", teilte sie am Mittwoch mit. Damit macht die Fed den Weg frei für die erste Anhebung des Leitzinses seit Beginn der Corona-Pandemie. Zunächst bleibt der Zins in der extrem niedrigen Spanne von 0 bis 0,25 Prozent.

Viele Analysten rechnen schon bei der nächsten Sitzung des Zentralbankrats am 16. März mit einer Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte. Notenbankchef Jerome Powell bestätigte vor Journalisten, die Fed erwäge, den Leitzins bereits "bei der Sitzung im März" zu erhöhen - vorausgesetzt, die wirtschaftlichen Bedingungen sprächen weiter dafür.

Auf Rückfrage schloss Powell nicht aus, sogar auf jeder der kommenden Sitzungen an der Zinsschraube zu drehen. Allerdings sagte der Fed-Chef auch, er habe derzeit noch keinen konkreten Zinspfad vor Augen. Dieser hänge von der konjunkturellen Entwicklung ab. Inklusive März tagt die Fed in diesem Jahr noch planmäßig sieben Mal. An den Märkten wird derzeit mit vier Straffungen um insgesamt einen Prozentpunkt gerechnet.

2. Vorgaben aus den USA 

Nach Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell zur weiteren Geldpolitik sind die US-Börsen am Mittwoch ins Straucheln geraten. Nach einem Spitzenplus von 1,5 Prozent verlor der Dow Jones Industrial +0,08% letztlich um rund 0,4 Prozent auf 34.168 Punkte. Der breit gefächerte S&P 500 -0,46% sank um knapp 0,2 Prozent auf 4.349 Zähler.

3. Vorgaben aus Asien 

Die US-Geldpolitik hat am Donnerstag auch Börsen Asiens belastet. Der japanische Leitindex Nikkei 225 -0,69%  schloss mit 26.170 Punkten gut drei Prozent im Minus. Der chinesische CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland sank um mehr als ein Prozent und in der Sonderverwaltungsregion Hongkong büßte der Hang-Seng-Index +0,11% zuletzt zweieinhalb Prozent ein.

4. Ölpreise geben nach 

 Die Ölpreise haben sich am Donnerstag wieder etwas von ihren am Vortag markierten mehrjährigen Höchstständen entfernt. Für Belastung sorgte vor allem die Aussicht auf eine straffere US-Geldpolitik. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 89,28 US-Dollar. Das waren 68 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 74 Cent auf 86,61 Dollar.

Am Mittwoch hatte Brent-Rohöl erstmals seit Oktober 2014 mehr als 90 Dollar gekostet. Der Preis für US-Rohöl war auf fast 88 Dollar gestiegen, auch das war ein mehrjähriger Höchststand. Preisauftrieb kommt seit längerem von einem eher knappen Angebot bei einer zugleich soliden Nachfrage nach Erdöl und Ölprodukten wie Benzin.

5. Konjunkturdaten 

Zusätzliche Impulse dürften am Donnerstag weitere Konjunkturdaten liefern. So legt Deutschland das GfK-Verbrauchervertrauen für den Monat Februar  und die Umsatzentwicklung der gewerblichen Wirtschaft vor. In den USA stehen derweil die Auftragseingänge für langlebige Güter, das Bruttoinlandsprodukt, die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die Daten zum privaten Konsum und dem Immobilienmarkt auf dem Programm.

6. Unternehmensnews

Unter den Einzelwerten öffneten am Donnerstagmorgen einige Unternehmen ihre Bücher. Die Deutsche Bank +0,27% erzielte 2021 einen Milliardengewinn und fuhr das beste Ergebnis seit zehn Jahren ein. Nach Steuern standen 2,5 Milliarden Euro in der Bilanz - mehr als vier Mal so viel wie im ersten Jahr der Pandemie und mehr als Analysten im Schnitt erwartet hatten. Im vorbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate gewannen die Deutsche-Bank-Aktien zuletzt 1,4 Prozent.

Sartorius +3,04% schnitt auch im zweiten Jahr der Pandemie stark ab. Der Pharma- und Laborausrüster profitierte nicht nur von der Nachfrage von Impfstoff- und Testherstellern, sondern auch das Basisgeschäft abseits Corona florierte. Mittelfristig will der Konzern nun noch profitabler werden als bisher veranschlagt. Die Aktien stiegen auf Tradegate um 1,5 Prozent.

Die Software AG +6,19% will nach einem Ergebnisrückgang im vergangenen Jahr operativ wieder zulegen. Die Papiere der Darmstädter sanken auf Tradegate um 0,8 Prozent.

Europas größter Softwarehersteller SAP -0,97% will sein Geschäft im Finanzbereich mit einer Übernahme in den USA ausbauen. Mit dem Erwerb der Kontrollmehrheit an dem Fintech Taulia soll den SAP-Kunden ein besserer Zugang zu Liquidität ermöglicht werden. Taulia bietet Lösungen, mit denen Lieferanten sehr schnell bezahlt werden. Der geplante Zukauf soll laut Konzernvorstand Christian Klein weniger als eine Milliarde Euro kosten. SAP bestätigte zudem die vor kurzem veröffentlichten Ergebnisse für das vergangene Jahr sowie die Ziele für 2022 und 2025. Die SAP-Anteilsscheine fielen auf Tradegate um 1,4 Prozent

7. Russische Antwort im Ukraine-Konflikt erwartet

Nach der Übermittlung von Vorschlägen der Nato-Staaten für eine Verbesserung der Beziehungen zu Russland wird mit Spannung auf die Reaktion des Kremls gewartet. Der russische Vize-Außenminister Alexander Gruschko hielt sich am Mittwochabend bedeckt und erklärte lediglich: "Wir lesen. Studieren." Die Nato-Staaten hätten die Vorschläge Moskaus schließlich "fast anderthalb Monate lang" geprüft. In Paris kamen Vertreter Russlands, der Ukraine, Frankreichs und Deutschlands zu mehr als achtstündigen Gesprächen zusammen. Konkrete Ergebnisse im Ukraine-Konflikt brachte das Treffen nicht. Die USA warnten Russland erneut vor "massiven Konsequenzen" im Fall eines Einmarschs in die benachbarte Ukraine.

Die Nato und die USA hatten am Mittwoch jeweils schriftlich auf Forderungen Moskaus nach Garantien für die Sicherheit in Europa geantwortet. Bei der russischen Forderung nach Zusagen für ein Ende der Nato-Osterweiterung zeigten weder die Nato noch die USA Verhandlungsbereitschaft. Man habe Moskau deutlich gemacht, "dass es Kernprinzipien gibt, zu deren Wahrung und Verteidigung wir uns verpflichtet haben", sagte US-Außenminister Antony Blinken. Dazu gehörten die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine sowie das Recht von Staaten, ihre eigenen Bündnisse zu wählen.

8. Corona-Lage in Deutschland 

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz hat exakt zwei Jahre nach dem ersten bestätigten Corona-Fall in Deutschland erstmals die Schwelle von 1.000 überschritten. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Donnerstagmorgen mit 1.017,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 940,6 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 638,8 (Vormonat: 222,7).

Auch die Zahl der Corona-Neuinfektionen erreichte erneut einen Rekordwert und überschritt zugleich die Schwelle von 200.000: Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 203.136 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.59 Uhr wiedergeben.

Am 19. Januar hatte die Zahl erstmals über 100.000 gelegen. Vor einer Woche waren es 133.536 erfasste Neuinfektionen. Experten gehen von einer hohen und weiter steigenden Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter vielerorts am Limit sind.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 188 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 234 Todesfälle (Mit Material von dpa-AFX).

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