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Diese 8 Themen sind am Mittwoch für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Anleger am deutschen Aktienmarkt scheinen zur Wochenmitte den Kursrutsch vom Vortag zum Einstieg und Ausbau von Aktienpositionen nutzen zu wollen. Knapp eine halbe Stunde vor Handelsbeginn wurde der deutsche Leitindex rund 0,8 Prozent höher bei 14.969 Punkten gesehen. Eine Rückkehr über die Marke von 15.000 Zählern zeichnet sich damit jedoch noch nicht ab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 -1,80% wird ebenfalls mit Erholungsgewinnen erwartet. 

Am Dienstag hatten erneut hochgekochte Inflationsängste den deutschen Aktienmarkt auf Talfahrt geschickt. Alle 30 Dax-Titel gaben nach und drückten das deutsche Börsenbarometer erstmals seit Ende März auf einen Schlusstand unter der 15.000er Marke. Folgende Themen könnten am Mittwoch Einfluss auf die Kursentwicklungen nehmen:

1. Vorgaben aus USA 

Nach dem durchwachsenen Wochenstart haben die Anleger an den US-Börsen am Dienstag massenhaft Technologietitel abgestoßen. Dagegen schaffte es der Dow Jones Industrial -1,58% auf den letzten Metern noch knapp ins Plus. Wegen Inflationssorgen schichten Investoren weiter von Gewinnern der Corona-Pandemie etwa aus dem Techsektor in Profiteure einer Normalisierung nach der Krise um. An der Technologiebörse Nasdaq büßte der Auswahlindex Nasdaq 100 -0,81% am Ende 19 Prozent auf 13.544 Punkte ein und beschleunigte damit den jüngsten Abwärtstrend. Der Leitindex Dow schloss hingegen 0,1 Prozent fester bei 34.133 Punkten. Für den marktbreiten S&P 500 -1,42% ging es letztlich um 0,7 Prozent auf 4.164 Zähler bergab, womit er sich zumindest klar vom Tagestief entfernte.

2. Vorgaben aus Asien 

Die Börsen Asiens haben am Mittwoch keinen gemeinsame Richtung gefunden. Die Börsen in Japan, Festlandchina und Südkorea blieben feiertagsbedingt geschlossen. In Hongkong fiel der Hang Seng zuletzt moderat, während es in Australien und Indien etwas nach oben ging.

3. Ölpreise erholen sich leicht 

Die Ölpreise haben am Mittwoch im frühen Handel weiter zugelegt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 69,47 US-Dollar. Das waren 59 Cent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 54 Cent auf 66,23 Dollar. Die Ölpreise rangieren derzeit auf dem höchsten Niveau seit Mitte März. Der Rohölmarkt profitiert von den zügig voranschreitenden Impfkampagnen insbesondere in den USA und Großbritannien. Damit verbunden ist die Hoffnung auf weniger Corona-Beschränkungen und einen anziehenden Verbrauch an Benzin und Diesel. 

4. Konjunkturdaten 

Am Mittwoch legt Spanien die Arbeitslosenzahlen für den Monat April vor. Zudem stehen die Deutschland, der Eurozone, Frankreich, Italien, Spanien und den USA der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor auf dem Programm. Die US-Energiebehörde teilt außerdem die Rohöllagerbestände der Vereinigten Staaten von Amerika mit. 

5. Unternehmensnews

Unter den Einzelwerten am deutschen Aktienmarkt stehen erneut eine ganze Reihe Unternehmenszahlen und Ausblicke im Fokus. Nach starken Eckzahlen zum ersten Quartal und konkretisierten Jahreszielen könnten etwa die Papiere des Pharma- und Spezialchemieherstellers Merck KGaA +0,19% ihren Kursrutsch vom Vortag wettmachen. Morgan-Stanley-Analyst James Quigley lobte die Stärke im ersten Quartal. Die Aktie könnte dadurch mindestens ihre Vortagesverluste wieder wettmachen, erwartet er. Zudem dürfte ihm zufolge nun die durchschnittliche Analystenschätzung für das bereinigte operative Jahresergebnis steigen. Auf der Handelsplattform Tradegate legten die Aktien im Vergleich zum Xetra-Börsenschluss am Dienstag deutlich zu.

Auch die Deutsche Post -0,11% ist nach ihrem ersten Quartal nun noch optimistischer für das Gesamtjahr geworden und hob die Schätzung für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern an. Für den freien Barmittelzufluss wurde der Logistikkonzern ebenfalls noch zuversichtlicher. Die Aktie legte auf Tradegate zu. 

Der Energiekonzern Siemens Energy -0,82% indes konnte zwar die Profitabilität in seinem zweiten Geschäftsquartal deutlich verbessern, doch der Umsatz blieb hinter dem Vorjahr zurück. Entsprechend kappten die Münchener nun das obere Ende der erwarteten Wachstumsspanne für das Gesamtgeschäftsjahr 2020/21. An der Ergebnisprognose hält der Dax-Neuling dagegen fest und so ging es vorbörslich auch für diese Aktie nach oben.

Der Blick der Anleger dürften sich außerdem auch auf Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe richten. Hier berichtete der Großküchenausrüster Rational +1,07% über wieder besser laufende Geschäfte und verdiente auch dank Sparmaßnahmen wieder mehr. Für das Gesamtjahr bleibt Rational dennoch vorsichtig. 

Der Verbindungstechnik-Spezialist Norma -1,04% profitierte im ersten Quartal von der fortgesetzt guten Erholung der Automärkte und guter Geschäfte im Wassermanagement. Umsatz und Profitabilität legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zu.

6. G7-Staaten wollen Chinas Einfluss eindämmen 

Die G7-Staaten wollen enger zusammenarbeiten, um den wachsenden Einfluss Chinas in der Welt einzudämmen. Die Außenminister der westlichen Wirtschaftsmächte verständigten sich am Dienstag bei einem Treffen in London darauf, dazu gerade in strukturschwachen Regionen Afrikas, Lateinamerikas oder auch Südosteuropas aktiver zu werden. "Wir wollen uns viel intensiver damit auseinandersetzen, inwieweit China seine wirtschaftliche Macht nutzt, um seinen geostrategischen Einfluss überall auf der Welt auszudehnen", sagte Bundesaußenminister Heiko Maas am Rande der Beratungen. "Dem wollen wir etwas entgegensetzen." Darüber habe es große Einigkeit bei dem Treffen gegeben.

7. Bundeskabinett berät über Nachhilfemilliarde und Freizeitbonus

Das Bundeskabinett will an diesem Mittwoch zwei große Vorhaben in der Familien- und Bildungspolitik auf den Weg bringen. Um die Corona-Folgen für Kinder und Jugendliche abzufedern, soll ein rund zwei Milliarden Euro schweres sogenanntes Corona-Aufholprogramm für Kinder und Jugendliche beschlossen werden. Außerdem haben Familien- und Bildungsministerium einen gemeinsamen Gesetzentwurf vorgelegt, mit dem der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler, der im Koalitionsvertrag verabredet wurde, umgesetzt werden soll.

Das geplante Corona-Aufholprogramm soll aus zwei Säulen bestehen: Mit rund einer Milliarde Euro sollen Nachhilfe- und Förderprogramme für Schüler in den Bundesländern unterstützt werden. Es wird davon ausgegangen, dass jeder vierte Schüler Lernrückstände aufzuholen hat. Mit dem Fördergeld sollen die Länder bestehende Programme ausbauen können, etwa Sommercamps und Nachhilfekurse während des Schuljahrs. Die Kurse könnten von Stiftungen, Vereinen, Initiativen, Volkshochschulen, pensionierten Lehrkräfte, Lehramtsstudenten und auch kommerziellen Nachhilfeanbietern übernommen werden. 

Eine weitere Milliarde ist für die Aufstockung verschiedener sozialer Programme vorgesehen, um die sozialen und psychischen Krisenfolgen für Kinder und Jugendliche abzufedern. Geplant ist unter anderem eine Einmalzahlung von 100 Euro für Kinder aus Familien, die auf Hartz IV angewiesen sind oder nur ein sehr geringes Einkommen haben. Das Geld soll je nach Bedarf für Ferien-, Sport- und Freizeitaktivitäten eingesetzt werden können. Mehr Geld soll zudem für Sprachförderung an Kitas in sogenannten sozialen Brennpunkten zur Verfügung gestellt werden, weil viele Kinder die Einrichtungen nicht besuchen konnten. Auch eine stärkere Förderung von Schulsozialarbeit, Freizeitangeboten und kostengünstigen Ferienfahrten ist geplant.

8. Corona-Lage in Deutschland 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 18.034 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards kurz nach 5 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Am Mittwoch vor einer Woche hatte der Wert bei 22.231 gelegen. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 132,8 (Vortag: 141,4; Vorwoche: 160,6) . Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben binnen 24 Stunden 285 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es 312 Tote (Mit Material von dpa-AFX).

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