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Diese 8 Themen sind am Mittwoch für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Vor den mit Spannung erwarteten geldpolitischen Signalen der US-Notenbank (Fed) am Abend zeichnet sich am deutschen Aktienmarkt zur Wochenmitte zunächst eine Entspannung ab. Am Mittwochmorgen wurde der DAX +1,90% zeitweise rund 0,7 Prozent höher bei 15.236 Punkte taxiert. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 +1,69% wird am Mittwoch ein Anstieg um rund 1,1 Prozent erwartet.

Zinsängste und die zugespitzte Ukraine-Krise hatten den DAX am Montag und Dienstag zeitweise unter die runde Marke von 15.000 Punkten gedrückt, die er aber letztlich rasch zurückerobern konnte. Die aus dem Ukraine-Konflikt resultierende Kombination aus einem hohen Ölpreis und starker Unsicherheit sei wie ein Damoklesschwert über den Märkten, kommentierte Marktanalyst Thomas Altmann von QC Partners. "Und so wie es aussieht, werden die Börsen noch länger mit dieser Unsicherheit leben müssen." Folgende Themen könnten die Kursentwicklungen am Mittwoch beeinflussen:

1. Vorgaben aus den USA 

Auch am Dienstag ist der Handel an den US-Börsen von nervösen Schwankungen geprägt gewesen. Wie schon am Vortag startete der Handel mit einer Flucht der Anleger aus dem Risiko. Einen frühen Abschlag von mehr als zwei Prozent holte der Dow Jones Industrial -0,75% gestützt auf gut aufgenommene Quartalszahlen einiger Indexmitglieder zeitweise wieder auf. Zum Schluss allerdings stand mit 34.297 Punkten wieder ein dünnes Minus von 0,2 Prozent auf der Kurstafel. Am breiten Markt und unter den Technologiewerten machte sich die seit Tagen schon spürbare Nervosität der Anleger vor dem am Mittwoch erwarteten Zinsentscheid der US-Notenbank Fed weiter stark bemerkbar. Der marktbreite S&P 500 +1,14% verlor 1,2 Prozent auf 4.356 Zähler. Angeschlagen bleibt aber vor allem der technologielastige Nasdaq 100 -0,44%, der um 2,5 Prozent auf 14.149 Zähler absackte.

2. Vorgaben aus Asien 

In Asien haben sich die Aktienmärkte am Mittwoch bei geringen Ausschlägen uneinheitlich entwickelt. Während es in Japan weiter nach unten ging, legten die chinesischen Aktienbörsen zuletzt zu. Der japanische Leitindex Nikkei 225 schloss mit 27.011 Punkte rund 0,4 Prozent unter dem Vortagsniveau. Der chinesische CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland legte nach den deutlichen Verlusten vom Vortag im späten Handel ein halbes Prozent. In der Sonderverwaltungsregion Hongkong pendelte der Hang-Seng-Index +3,05% zuletzt um den Vortagsschluss.

3. Ölpreise weiter volatil

Die Ölpreise bleiben schwankungsanfällig. Am Mittwochmorgen standen die beiden wichtigsten Rohölsorten wieder leicht unter Druck. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 88,09 US-Dollar. Das waren elf Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 28 Cent auf 85,32 Dollar.

Die Preisschwankungen am Erdölmarkt waren zuletzt hoch. Waren die Preise am Montag noch stark unter Druck geraten, hatte am Dienstag eine Erholung eingesetzt. Ausschlaggebend für den Schlingerkurs ist die hohe Verunsicherung an den Finanzmärkten. Gründe sind die erwartete Zinswende in den USA und die angespannte Situation an der ukrainisch-russischen Grenze.

4. Konjunkturdaten 

Zur Wochenmitte stehen in Japan die endgültigen Frühindikatoren auf dem Programm. Das Verbrauchervertrauen wird zudem in Frankreich veröffentlicht und in Polen wird die Arbeitslosenquote für den vergangenen Dezember präsentiert. In den USA werden am Nachmittag zudem die Lagerbestände im Großhandel, der EIA-Ölbericht und die Zahl der Neubauverkäufe im vergangenen Dezember veröffentlicht. 

5. Unternehmensnews 

Unter den Einzelwerten stehen am Mittwoch die Aktien von Wacker Chemie +4,64% im Rampenlicht. Der auf die Solar- und Halbleiterindustrie spezialisierte Chemiekonzern ist gut ins neue Jahr gestartet. "Die hohe Nachfrage setzt sich über den Jahreswechsel hinaus fort", sagte Konzernchef Christian Hartel. Im vergangenen Jahr profitierte das Unternehmen unter anderem vom Bauboom und der voranschreitenden Digitalisierung in vielen Teilen der Welt. Der Nettogewinn vervielfachte sich vor diesem Hintergrund den Angaben zufolge auf 780 Millionen Euro. Im vorbörslichen Handel auf der Plattform Tradegate stiegen die Wacker-Papiere zuletzt um 2,7 Prozent.

Die Finanzinvestoren Advent und Centerbridge wollen mit einer Erhöhung ihres Aareal Bank-Angebots die Übernahme doch noch erfolgreich abschließen. Da man Aareal-Bank-Aktien für 31 Euro gekauft habe, erhöhe man nun den angebotenen Preis für alle Aktionäre, teilte die Zweckgesellschaft Atlantic BidCo der beiden Finanzinvestoren mit. Das alte Angebot hatte bei 29 Euro je Anteilsschein gelegen. Advent und Centerbridge hatten jüngst mit Gegenwind von den Hedgefonds Petrus Advisers und Teleios Capital gegen die Übernahmeofferte zu kämpfen. Beide halten zusammen mehr als 20 Prozent der Aareal-Anteile und haben einen deutlich höheren Preis gefordert. Die Aareal-Bank-Titel schnellten auf Tradegate um 7,2 Prozent auf 29,92 Euro nach oben.

6. Fed-Zinsentscheid

Die US-Notenbank berät angesichts der hohen Inflationsrate und des soliden Wirtschaftswachstums über die Straffung ihrer Geldpolitik. Experten rechnen nach der Sitzung des Zentralbankrats am heutigen Mittwoch (20.00 Uhr MEZ) mit einem klaren Signal der Federal Reserve (Fed) für eine Anhebung des Leitzinses im März. Es wäre die erste Zinserhöhung in der weltgrößten Volkswirtschaft seit Beginn der Pandemie. Der Leitzins liegt derzeit in der extrem niedrigen Spanne von 0,0 bis 0,25 Prozent.

Die Fed hat ihre Kehrtwende weg von den Hilfsprogrammen gegen die Corona-Krise und hin zu einer strafferen Geldpolitik bereits eingeleitet. Monatliche Wertpapierkäufe von bis zu 120 Milliarden US-Dollar (rund 106 Mrd Euro), um Finanzmärkten Liquidität zu verschaffen und die Konjunktur zu stützen, sollen nach einer Drosselung im März auslaufen.

Damit wäre US-Notenbankchef Jerome Powell zufolge der Weg für eine erste Zinserhöhung im Grundsatz frei. Mitte Januar hatte Powell erklärt, nach Abschluss der Anleihekäufe sei es Zeit, "den Leitzins im Lauf des Jahres zu erhöhen". Anschließend soll auch rasch die durch Krisenprogramme angeschwollene Bilanz der Fed abgebaut werden, was den Märkten weiter Liquidität entziehen würde.

7. EU-Nutzfahrzeug bricht ein 

Vor allem mangels Interesse bei Vans ist die Zahl der neu zugelassenen Nutzfahrzeuge in der Europäischen Union erneut zurückgegangen. Im Dezember sank sie verglichen mit dem Vorjahresmonat um 8,4 Prozent auf 155.963 Exemplare, wie der europäische Branchenverband Acea am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Die Zahlen waren den sechsten Monat in Folge rückläufig. Vor allem Spanien musste mit knapp einem Drittel weniger Neuzulassungen Federn lassen.

Im Gesamtjahr registrierte der Verband mit fast 1,9 Millionen Nutzfahrzeugen zwar knapp ein Zehntel mehr an Neuzulassungen als noch 2020. Das lag aber maßgeblich daran, dass in der ersten Jahreshälfte mehr Fahrzeuge zugelassen wurden als im schwachen Referenzzeitraum 2020. Von dem Vor-Corona-Level sind die Autobauer noch ein weites Stück entfernt.

8. Corona-Lage in Deutschland 

Erstmals in der Corona-Pandemie sind binnen eines Tages mehr als 150.000 Neuinfektionen an das Robert Koch-Institut übermittelt worden. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben von Mittwochmorgen 164.000 Fälle in 24 Stunden. Am 19. Januar hatte die Zahl erstmals über 100 000 gelegen. Vor einer Woche waren es 112.323 erfasste Neuinfektionen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz überschritt erstmals die Schwelle von 900: Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 940,6 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 894,3 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 584,4 (Vormonat: 220,7). Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 166 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 239 Todesfälle (Mit Material von dpa-AFX).

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