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Diese 8 Themen sind am Montag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Am deutschen Aktienmarkt zeichnet sich zu Beginn der sechsten Woche des Corona-Crashs trotz der Zuspitzung der Krise eine vorsichtige Stabilisierung ab. Vor Xetra-Handelsstart wurde der DAX am Morgen bei 9.663 Punkte taxiert und damit etwa 0,3 Prozent über dem Schlussstand vom Freitag.

Damit könnte sich der deutsche Leitindex +2,87% zunächst weiter innerhalb der relativen engen Spanne zwischen 9.500 und 10.000 Punkten etablieren. "Das Augenmerk der Börsianer wird diese Woche auf der Frage liegen, ob der Boden auch ohne neue Hilfspakete hält", schrieb Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Denn in dieser Woche müssten die Märkte wohl ohne große neue Hilfsmaßnahmen von Regierungen und Notenbanken auskommen (siehe auch Wochenausblick).

Trotz der freundlichen Woche summiert sich das Minus im Crash immer noch auf fast 30 Prozent. Und die Corona-Nervosität dürfte hoch bleiben. So zog der VDAX -6,88%, der die Schwankung am Aktienmarkt misst, am Freitag wieder deutlich an.

Corona-Krise

Am Wochenende spitzte sich die Corona-Krise weiter zu. So bereitete US-Präsident Donald Trump die Amerikaner auf dramatische Opferzahlen vor. Wenn es gelinge, die Todeszahl auf 100.000 zu begrenzen, "dann haben wir alle zusammen einen guten Job gemacht", sagte er am Sonntag.

Weltweit waren nach Auskunft der Johns-Hopkins-Universität bis Montagmorgen weltweit mehr als 34.000 mit dem Virus infizierte Menschen gestorben. Den Angaben zufolge haben sich mehr als 723.000 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Experten gehen weltweit von einer hohen Dunkelziffer aus.

Die Weltwirtschaft befindet sich nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) wegen der Coronavirus-Pandemie schon in einer Rezession. Die Wirtschaft in den USA und weiteren reichen Ländern schrumpfe bereits, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Freitag. Die Weltwirtschaft werde wegen des Virus in diesem Jahr eine "schwere" Rezession erleben, warnte Georgiewa. Auch die Industriestaaten-Organisation OECD erwartet wegen der Corona-Krise eine Rezession in vielen Volkswirtschaften.

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise hierzulande sind bereits jetzt dramatisch - wie schlimm aber wird es noch, was kann die Politik noch tun? Antworten darauf werden in einem Sondergutachten der "Wirtschaftsweisen" erwartet, das heute ab 11 Uhr vorgestellt wird.

EU-Streit über Corona-Bonds

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich zurückhaltend über sogenannte Corona-Bonds geäußert und damit Ärger in Italien ausgelöst. Ministerpräsident Giuseppe Conte, der eine gemeinsame Schuldenaufnahme der Europäischen Union fordert, reagierte empört. Er werde bis zum Ende seiner Kräfte für eine starke gemeinsame Antwort auf die Corona-Krise kämpfen, sagte er am Wochenende. Die EU-Kommission stellte daraufhin klar, dass alle Optionen auf dem Tisch blieben, sofern die EU-Verträge sie zuließen.

Vorgaben aus den USA

Am US-Aktienmarkt nach der scharfen Talfahrt hatte die kräftige Erholung am Freitag gestoppt. Anleger gingen vor dem Wochenende angesichts der enormen Unsicherheit in der Corona-Krise lieber auf Nummer sicher. Über der Marke von 22.000 Punkten, die der Dow Jones Industrial -0,04% zeitweise wieder zurückeroberte, konnte sich der US-Leitindex letztlich nicht halten. Konjunkturdaten hatten zugleich kaum Einfluss auf das Handelsgeschehen. Mit einem Abschlag von 4,1 Prozent auf 21.636 Punkte beendete der Dow den Tag. Auf Wochensicht bedeutet dies immer noch ein Plus von knapp 13 Prozent.

Handel in Fernost

Die Börsen China und Japans haben am Montag nach einem sehr schwachen Start einen Teil ihrer Verluste wettgemacht. So lockerte die chinesische Zentralbank hre Geldpolitik ein wenig weiter. Der Hang Seng in Hong Kong und der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen fielen zuletzt zwischen rund einem halben und in etwas mehr als einem Prozent. In Japan ging es für den Nikkei-225 +2,15% mit 1,8 Prozent auf 19.085 Punkte etwas deutlicher abwärts.

China senkt Kurzfrist-Zinsen

Die chinesische Notenbank greift der Wirtschaft des Landes im Kampf gegen die Folgen der Corona-Krise mit niedrigeren kurzfristigen Zinsen für die Banken unter die Arme. Der Zinssatz für Notenbankgeld, das den Geschäftsbanken den Landes im Rahmen sogenannter Repo-Geschäfte für einen Zeitraum von sieben Tagen zur Verfügung gestellt wird, werde von zuvor 2,4 Prozent auf 2,2 Prozent gesenkt, teilte Chinas Zentralbank am Montagmorgen mit. Das Kreditgeschäft habe ein Volumen von 50 Milliarden Yuan (etwa 6,5 Milliarden Euro). Mit der Maßnahme wollen die Notenbanker für ausreichend Liquidität im Finanzsystems sorgen und damit der angeschlagenen Wirtschaft des Landes unter die Arme greifen.

Konjunktur-Daten

Überaus wichtige Konjunkturdaten aus der ersten Reihe werden zum Wochenauftakt nicht erwartet. Die Zahlen zur Wirtschaftsstimmung in der Eurozone um 11 Uhr, der Verbraucherpreisindex für Deutschland um 13 Uhr und die schwebenden US-Hausverkäufe um 16 Uhr dürften daher nur wenig Beachtung finden.

Unternehmens-News

Aus Unternehmenssicht könnten die Aktien von Bayer +7,16% im Anlegerfokus stehen. Im vorbörslichen Geschäft auf der Handelsplattform Tradegate stiegen die Papiere des Pharma- und Agrochemiekonzerns im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs vom Freitag um 2 Prozent. Bayer hatte unter anderem positive Studiendaten zum Gerinnungshemmer Xarelto veröffentlicht.

Die Titel der Lufthansa +7,56% setzten ihre Erholung fort und gewannen auf Tradegate 5 Prozent.

Die Anteilsscheine von Munich Re +1,65% profitierten von einer Hochstufung der Citigroup-Analysten und gewannen vorbörslich 1,6 Prozent.

Die Beteiligungsgesellschaft Indus +1,78% rechnet 2020 wegen der Coronavirus-Pandemie mit einem deutlichen Rückgang bei Umsatz und Ergebnis. "Wir arbeiten intensiv daran, die Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf die Indus-Gruppe zu begrenzen", sagte Unternehmenschef Johannes Schmidt am Montag laut Pressemitteilung. Große Risiken lägen in den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf die weltweite Wirtschaft.

Dividenden-Verzicht

Die Europäische Zentralbank hat die Banken im Euroraum gebeten, während der Corona-Pandemie keine Dividenden an ihre Aktionäre zu zahlen. Die Empfehlung gelte mindestens bis zum 1. Oktober 2020 und betreffe Ausschüttungen für die Geschäftsjahre 2019 und 2020, teilte die Notenbank am Freitag mit. In diesem Zeitraum sollten die Kreditinstitute auch keine eigenen Aktien zurückkaufen. Ziel der Empfehlung sei es, die Fähigkeit der Banken zu stärken, Verluste zu verkraften sowie die Kreditvergabe an private Haushalte und an Unternehmen zu unterstützen. (mmr mit Material von dpa-AFX)


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Porträt - Chart - Indexzusammensetzung
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LUFTHANSA 8,64 +7,49%
SAP 111,60 +4,91%
WIRECARD 87,15 +4,62%
Flops
LINDE PLC EO 0,001 177,85 +1,34%
BEIERSDORF 92,98 +1,09%
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BMW ST 50,29 +0,42%
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25.05. NACHBÖRSE/XDAX -0,1% auf 11.379 Pkt - Encavis gesucht LUFTHANSA 8,63 +7,56%
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