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Diese 9 Themen sind am Dienstag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Am deutschen Aktienmarkt zeichnen sich am Dienstagmorgen weiter Kursverluste ab. Nach der kräftigen Erholung am Vortag mit kurzzeitiger Rückeroberung der 14.000-Punkte-Marke dürften die Dax-Anleger +0,29% am Dienstag wieder etwas defensiver agieren. Knapp eine halbe Stunde vor Xetra-Handelsbeginn wurde der DAX bei 13.973 Punkten und damit rund 0,4 Prozent niedriger als am Vortag gesehen. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 +0,70% wird 0,4 Prozent schwächer erwartet. Folgende Themen könnten die Kursentwicklungen am Dienstag beeinflussen:

1. Vorgaben aus den USA

Das näher rückende umfangreiche Corona-Hilfspaket für die US-Konjunktur sowie eine Beruhigung an den Anleihemärkten haben am Montag für kräftige Gewinne an den US-Börsen gesorgt. Zudem stützten starke Stimmungs- und Wirtschaftsdaten, denn im Februar hellte sich die Stimmung in der US-Industrie überraschend stark auf. Der Einkaufsmanagerindex ISM erreichte den höchsten Stand seit drei Jahren. Darüber hinaus stiegen die Bauinvestitionen im Januar deutlich kräftiger als erwartet. Der weltweit bekannteste Index Dow Jones Industrial -0,75% schloss knapp zwei Prozent höher bei 31.535 Punkten. Der technologielastige Nasdaq 100 -0,71% rückte um 2,9 Prozent auf 13.282 Punkte vor.

2. Vorgaben aus Asien

Nach der deutlichen Erholung zum Wochenstart sind die Anleger an den wichtigsten Börsen Asiens am Dienstag schon wieder vorsichtiger geworden. "Die asiatischen Märkte scheinen heute Morgen eine Verschnaufpause einzulegen, nachdem sie gestern die weltweite Erholung der Aktien eingeleitet haben", schrieb etwa Marktanalyst Jeffrey Halley vom Broker Oanda. Er vermutet erneut schnelle Gewinnmitnahmen als Grund. Der japanische Leitindex Nikkei 225 +0,10% fiel um 0,9 Prozent auf 29.408 Punkte. Der CSI-300-Index mit den 300 größten Unternehmen, die an Chinas Festlandsbörsen gelistet sind, sank zuletzt um rund zwei Prozent und in Hongkong ging es für den Hang Seng +0,10% um knapp 1,4 Prozent abwärts .

3. Ölpreise sinken weiter

Die Ölpreise haben am Dienstag an ihre schwache Tendenz der vergangenen Handelstage angeknüpft. Im frühen Handel gaben die Preise moderat nach. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 63,05 US-Dollar. Das waren 64 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Erdöl der Marke West Texas Intermediate (WTI) fiel um 56 Cent auf 60,08 Dollar.

Wenige Tage vor einem wichtigen Treffen des Ölverbunds Opec+ geht den Ölpreisen etwas die Puste aus. Seit Jahresanfang waren die Erdölpreise deutlich gestiegen, zuletzt sind sie dagegen unter Druck geraten. Über die Entscheidung der Ölstaaten besteht Ungewissheit: Während der Ölriese Saudi-Arabien wegen der coronageschwächten Nachfrage eher für eine knappe Produktion eintritt, scheint der ebenfalls große Anbieter Russland eine höhere Förderung zu befürworten.

4. Unternehmensnews

Die Agenda am Dienstag hält diverse Unternehmenszahlen bereit, so von Hellofresh -0,81% und Kion -0,90%. Die Zahlen des Kochboxenversenders Hellofresh dürften zunächst gut ankommen, sagte ein Händler. Auf Tradegate gewannen die Papiere vorbörslich 3,3 Prozent zum Xetra-Schluss. Hellofresh gilt als Profiteur der Corona-Krise. Auch die Jahreszahlen des Staplerherstellers Kion und dessen Ausblick färbten positiv auf den Aktienkurs abfärben, wie das vorbörsliche Plus von 2,5 Prozent auf Tradegate zeigte. 

Der Softwareanbieter Teamviewer -1,09% ist derweil weiter auf Einkaufstour und baut mit einer Übernahme in den USA den Bereich Augmented Reality für die Industrie aus. Das US-Unternehmen Upskill bietet Echtzeit-Schnittstellen über Datenbrillen und andere mobile Endgeräte, die unter anderem für Facharbeiter und Wartungsteams nützlich sein können, wie Teamviewer mitteilte. Anleger zeigten sich erfreut, es ging vorbörlich um 1,4 Prozent hoch. 

Das Biotechunternehmen Morphosys -0,78% übertraf im abgelaufenen Geschäftsjahr die eigenen Ziele. Das dürfte dem zuletzt schwächer gelaufenen Aktienkurs gut tun, sagte ein Börsianer. Die Titel gewannen im vorbörslichen Dienstagshandel auf Tradegate 3,6 Prozent verglichen mit dem Xetra-Schluss. 

Der deutsche Chiphersteller Infineon +0,17% ersetzt wie von Experten erwartet den finnischen Netzwerkausrüster Nokia +0,59% im Eurostoxx 50 +0,70%. Umgesetzt wird die Änderungen am 22. März. Infineon gewannen vorbörslich auf Tradegate leicht dazu zum Xetra-Schluss. Die Aktien haussieren schon seit einem Jahr.

5. Arbeitsmarktdaten

Die Bundesagentur für Arbeit stellt an diesem Dienstag (10.00 Uhr) ihre Arbeitsmarktstatistik für den Monat Februar vor - den vierten Lockdown-Monat in Folge. Experten gehen nicht von allzu großen Bewegungen bei der Zahl der Arbeitslosen aus. Im vergangenen Jahr hatte es im Februar einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit gegeben.

In diesem Jahr könnte eine Frühjahrsbelebung zunächst einmal ausbleiben. Der Stichtag für die statistische Erhebung war der 11. Februar, bis dahin erhobene Daten flossen noch in die Februar-Statistik ein. Die Nürnberger Statistiker gehen davon aus, dass die Pandemie den deutschen Arbeitsmarkt mit einem Plus von knapp einer halben Million Arbeitslosen belastet hat. Noch immer wird der Markt in starkem Maße von der Kurzarbeit gestützt.

6. Konjunkturzahlen 

Am heutigen Dienstag legt das europäische Statistikamt zudem erste Inflationsschätzungen für den Monat Februar vor. Während in der EU derzeit eine hitzige Debatte zwischen Ökonomen bezüglich der Inflationsgefahren des Euros entbrannt ist, versuchen die Notenbanker der Europäischen Zentralbank (EZB) die Sorgen vor einer zu hohen Inflation zu zerstreuen. 

7. PKW-Absatzzahlen 

In den USA werden am Dienstag neue Absatzzahlen für den Monat Februar präsentiert. Der zweitwichtigste Automarkt der Welt war im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie deutlich eingebrochen. 

8. Corona-Lage in Deutschland 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3.943 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 358 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Dienstag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 3.883 Neuinfektionen und 415 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5:25 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 65,4 - und damit etwas niedriger als am Vortag (65,8). Vor vier Wochen, am 2. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 90 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. 

9. Richtungskampf vor Corona-Beratungen

Einen Tag vor den Beratungen von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie erscheinen die Positionen unversöhnlich: Lockerungsbefürworter trommeln ebenso wie Vertreter eines vorsichtigen Kurses massiv für ihre Linie. Handel, Mittelstandspolitiker und ein Teil der Ministerpräsidenten werben für zeitnahe Lockerungen. Ärzte und ein anderer Teil der Landesregierungschefs hingegen warnen vor übereilten Schritten - sie weisen auf die steigenden Infektionszahlen und das Anrollen einer dritten Welle hin. Die Entscheidung dürfte am Mittwoch kaum vor dem Abend fallen.

Sechs-Monats-Chart DAX (in Punkten)
Mit Material von dpaAFX.
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