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Diese 9 Themen sind am Donnerstag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Anleger könnten am Donnerstag bei deutschen Aktien wieder vorsichtig zugreifen. Etwa eine halbe Stunde vor Xetra-Handelsstart wurde der Leitindex nun bei 13.985 Punkten gesehen. Im frühen Handel hatte der DAX auch schon knapp über der runden 14.000er-Marke notiert.

Die Marke hatte der DAX +1,31% in der starken Vorwoche erstmals überschritten. Zuletzt war der Leitindex nach unten bei 13.800 Punkten gesichert und nach oben bei der runden Marke gedeckelt.

Möglich also, dass der DAX nun neuen Schwung erhält, sollten die 14 000 Punkte überschritten werden. Als nächster großer Kurstreiber - potenziell positiv wie negativ - wird am Markt immer wieder die am Freitag mit dem US-Bankensektor startende Berichtssaison genannt.

Folgende Themen könnten heute Einfluss auf die Kurse nehmen:

1. Vorgaben aus den USA

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial -0,12% hat am Mittwoch nahezu unverändert geschlossen. Während er seine Gewinne im Handelsverlauf nicht halten konnte, legten die drei anderen wichtigen US-Indizes zu. Nach den erneuten Rekorden in der vergangenen Woche ist die Luft allerdings dünner geworden, zumal am Freitag mit den ersten US-Banken die Berichtssaison startet. Im Blick der Anleger stand zur Wochenmitte die Techbranche, allen voran Intel sowie der atemberaubende Börsengang von Affirm. Der Dow beendete den Tag mit einem Mini-Minus bei 31.060 Punkten.

2. Beige Book der Fed

Die Corona-Pandemie setzt der US-Wirtschaft weiter zu. Die Gesamtwirtschaft wachse derzeit allenfalls mäßig, teilte die US-Notenbank Fed in ihrem gestern Abend veröffentlichten Konjunkturbericht (Beige Book) mit. Zugleich deuteten Berichte aus der Wirtschaft darauf hin, dass die Entwicklung regional unterschiedlich verlaufe. Als Folge der Corona-Beschränkungen sei ein Trend hin zu Internetkäufen zu beobachten. Die industrielle Fertigung erhole sich weiter vom Einbruch während der ersten Corona-Welle im vergangenen Frühjahr.

3. Weiteres Billionen-Paket?

Nun warten die Anleger auf den Amtswechsel in Washington in der kommenden Woche und damit auf die ersten Schritte, die der neue Präsident Joe Biden zur Stützung der Wirtschaft unternehmen will. Nach Informationen des Nachrichtensenders CNN plant Biden, einen zwei Billionen Dollar schweren Paket vorzuschlagen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte am Vorabend zugleich eine mit der Angelegenheit vertraute Person zitiert und berichtet: Der ranghohe Demokrat und künftige Senatsmehrheitsführer Chuck Schumer habe den designierten Präsidenten Joe Biden dazu gedrängt, in einer ersten Runde mehr als 1,3 Billionen Dollar an Corona-Hilfen locker zu machen.

4. Zweites Amtsenthebungs-Verfahren gegen Donald Trump

Nach der Erstürmung des US-Kapitols durch Anhänger von Donald Trump hat das Repräsentantenhaus ein erneutes Impeachment-Verfahren gegen den abgewählten Präsidenten eröffnet. Die Kongresskammer stimmte gestern mehrheitlich dafür, dass sich Trump im Senat wegen "Anstiftung zum Aufruhr" verantworten muss. Damit geht Trump in die Geschichte ein: Noch nie wurden gegen einen US-Präsidenten gleich zwei Amtsenthebungsverfahren eröffnet. Bei dem Votum in der Kongresskammer stimmten auch mehrere republikanische Abgeordnete dafür, ihren Parteikollegen aus dem Amt zu entfernen.

5. Handel in Fernost

Die Aktienmärkte in Asien haben am Donnerstag überwiegend fester tendiert. Der japanische Leitindex Nikkei 225 -0,49% schloss 0,8 Prozent höher bei 28.698 Punkten. An den Börsen Chinas zeichnete sich ein gemischtes Bild ab. Der chinesische CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der Börsen Schanghai und Shenzhen büßte zuletzt 1,25 Prozent ein, während der Hang Seng -2,40% in der Sonderverwaltungszone Hongkong um 0,7 Prozent zulegte.

6. Konjunkturdaten

In den frühen Morgenstunden veröffentlichte China seine Handelsbilanz. Wie die Pekinger Zollbehörde mitteilte, legten die Exporte im Dezember im Vorjahresvergleich um 18,1 Prozent zu. Die Importe stiegen um 6,5 Prozent. Analysten hatten bei beiden Werten mit weniger gerechnet.

Um 10 Uhr bilanziert das Statistische Bundesamt das Corona-Krisenjahr für die deutsche Wirtschaft. Ökonomen erwarten ein Minus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen fünf und fünfeinhalb Prozent. Damit wäre die deutsche Wirtschaftsleistung ungefähr so stark geschrumpft wie während der globalen Finanzkrise 2009, als das BIP um 5,7 Prozent eingebrochen war.

In der USA stehen dann um 14.30 Uhr die Einzelhandelsumsätze sowie das Controlling des Einzelhandels an. Zeitgleich werden auch die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und die Folgeanträge auf Arbeitslosenunterstützung veröffentlicht.

7. Quartalszahlen

Unter den Einzelwerten dürften aus der zweiten und dritten Reihe vereinzelt erste Unternehmen mit Quartalsbilanzen in den Fokus der Anleger rücken. So informierte der Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern Drägerwerk -0,15% angesichts der Corona-Pandemie über ein starkes Geschäftsjahr. Sowohl das Umsatzwachstum als auch die Profitabilität hätten über den eigenen Erwartungen gelegen, hieß es. Dies dürfte sich aber 2021 so nicht fortsetzen, schränkte Drägerwerk ein und rechnet daher mit einem währungsbereinigten Umsatzrückgang und auch einer wieder schwächeren operativen Profitabilität. Am Markt kamen die Zahlen dennoch gut an, die Aktie legte vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Börsenschluss zu.

Der Autozulieferer und Lichtspezialist Hella gab endgültige Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal bekannt, die auf Tradegate zu einem vorbörslichen Gewinn von 1,5 Prozent führten. Das organische Wachstum sei etwas besser gewesen, als auf vorläufiger Basis berichtet, kommentierte Jefferies- Analyst Sascha Gommel und verwies auch darauf, dass Hella die angehobenen Geschäftsjahresziele nun nochmals bekräftigt hat.

Südzucker -0,58% meldete für die vergangenen neun Monate einen Nettoverlust. Dieser sei von 35 Millionen Euro im Vorjahr auf nun 53 Millionen Euro gestiegen. Die Aktie reagierte aber auf Tradegate bislang nicht.

8. Analysten-Stimmen

Außerdem könnten Analystenurteile bewegen. So hat die französische Exane BNP Paribas ihr Urteil für die Adidas +1,71%-Aktie von "Neutral" auf "Outperform" angehoben. Das Kursziel wurde zugleich von 270 auf 325 Euro hochgesetzt. Die Privatbank Berenberg startet unterdessen die Bewertung der Aktie von HeidelbergCement +1,82% mit "Buy" und einem Kursziel von 75 Euro.

Die französische Großbank Societe Generale (SocGen) hat das Kursziel für SAP +2,48% vor dem Ende Januar erwarteten Quartalsbericht von 141 auf 138 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Buy" belassen. Der Softwarekonzern dürfte die Erwartungen erfüllen und so sollte der Fokus auf dem Ausblick und speziell den Cloud-Perspektiven liegen, schrieb Analyst Richard Nguyen in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Das Kursziel senkte er wegen niedrigerer mittelfristiger Margenerwartungen.

Das Analysehaus Jefferies hat das Kursziel für Deutsche Telekom +0,90% von 17,20 auf 18,50 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Es gebe gute Gründe, im Telekomsektor 2021 eine starke Erholung zu erwarten, schrieb Analyst Jerry Dellis in einer am Donnerstag vorliegenden Branchenstudie. Die Aussichten für die Preise seien gut und auch das Firmenkundengeschäft sollte robust verlaufen. Die Deutsche Telekom gehöre dabei zu den bevorzugten Werten.

Die Privatbank Berenberg hat das Kursziel für flatexDegiro +1,83% nach Zahlen von 70 auf 75 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Der Online-Broker habe einen starken Jahresabschluss hingelegt und einen positiven Ausblick auf 2021 gegeben, schrieb Analyst Christoph Greulich in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Der Experte erhöhte seine Ergebnisprognosen für die Jahre 2021 und 2022.

9. Corona-Lage

Die Zahl der ans Robert Koch-Institut gemeldeten Corona-Todesfälle hat einen Höchststand erreicht. Innerhalb eines Tages übermittelten die deutschen Gesundheitsämter 1.244 neue Todesfälle, wie aus den RKI-Zahlen von Donnerstagmorgen hervorgeht. Zudem wurden 25 164 Neuinfektionen gemeldet. Der bisherige Höchststand bei den Toten von 1.188 war am 8. Januar erreicht worden. Der Epidemiologe Dirk Brockmann vom Robert Koch-Institut (RKI) hat eine weitere Kontaktreduzierung im Kampf gegen die Corona-Pandemie angemahnt(mmr mit Material von dpa-AFX)

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