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Diese 9 Themen sind am Donnerstag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Am deutschen Aktienmarkt dürften die steigenden Anleihezinsen erneut die Kurse unter Druck setzten. Der nach dem Rekordhoch am Vortag schon etwas zurückgefallene Dax +1,34% dürfte den schwachen internationalen Börsen folgen. Knapp eine halbe Stunde vor Xetra-Handelsbeginn wurde der DAX 0,2 Prozent tiefer bei 13.990 Punkten gesehen. Am Vortag hatte es beim Dax noch bis nahe an die 14.200 Punkte gereicht.

Es bleibt somit dabei, dass die Anleger nach kurzen Anstiegen schnell Kasse machen. "Die Bären bieten den Bullen erneut die Stirn", schrieb der Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners am Morgen. "Der Kampf um die 14.00-Punkte-Marke geht in eine neue Runde." Folgende Themen könnten die Kursentwicklungen am Donnerstag beeinflussen: 

1. Vorgaben aus den USA

Wieder steigende Zinsen am US-Rentenmarkt und überraschend schwache Daten vom heimischen Arbeitsmarkt haben am Mittwoch den US-Börsen zugesetzt. Auch der Dow Jones Industrial +0,48% konnte sich am Ende des Handelstages nicht mehr länger im Plus halten und gab letztlich um 0,4 Prozent auf 31.270 Punkte nach.

2. Vorgaben aus Asien

Die Aktienmärkte in Asien haben am Donnerstag schwächer tendiert. Die schwachen Vorgaben aus den USA wirkten nach. Der japanische Leitindex Nikkei 225 +0,12% schloss nach den jüngsten Kursgewinnen 2,1 Prozent schwächer. Der CSI-300-Index mit den 300 größten Unternehmen, die an Chinas Festlandsbörsen gelistet sind, büßte zuletzt 3,2 Prozent ein und in Hongkong ging es für den Hang Seng +0,75% um 2,4 Prozent abwärts.

3. Ölpreise klettern vor wichtigem Treffen

Die Ölpreise sind am Donnerstag vor einem wichtigen Treffen des Ölverbunds Opec+ gestiegen. Am Markt wird überwiegend mit einer Anhebung der Förderung gerechnet. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 64,59 US-Dollar. Das waren 52 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Erdöl der Marke West Texas Intermediate (WTI) stieg um 42 Cent auf 61,70 Dollar.

Der Donnerstag steht ganz im Zeichen der Opec+. Der Rohölverbund berät über seine künftige Förderpolitik. Angesichts einer allgemein erwarteten Konjunkturerholung rechnen viele Analysten mit einer Anhebung der Produktion, die wegen der Corona-Pandemie seit längerem künstlich begrenzt wird. Allerdings gibt es noch keine einheitliche Position unter den Förderstaaten. 

4. Rede von FED-Chef Jerome Powell 

Am heutigen Donnerstag wird Fed-Chef Jerome Powell eine weitere Rede halten und könnte dabei möglicherweise die Sorgen der Anleger vor einer steigenden Inflation weiter beschwichtigen. Erst am Mittwoch vergangener Woche hatte der Dow Jones nach dem Beruhigungsversuch von Powell zur Geldpolitik ein neues Rekordhoch erreicht. 

5 . Unternehmensnews

Am Aktienmarkt hierzulande ist der Tag bestimmt von der Berichtssaison mit Zahlen des Pharma- und Chemiekonzerns Merck KGaA +0,34%, des Immobilienkonzerns Vonovia +1,47% und des Konsumgüterherstellers Henkel +1,31% aus dem Dax sowie weiteren Geschäftsberichten von MDax- und SDax-Unternehmen.

Auch die am Vorabend von der Deutschen Börse beschlossenen Indexänderungen, die zum 22. März in Kraft treten, nehmen Einfluss auf die Kurse. Im Dax rückt Siemens Energy +0,07% an die Stelle des Konsumgüterkonzerns Beiersdorf -0,85%. Siemens Energy reagierten darauf vorbörslich auf Tradegate mit plus fünf Prozent zum Xetra-Schluss. Beiersdorf gaben moderat nach.

Hellofresh -1,52% bleibt derweil noch im MDax. Die Papiere des Kochboxen-Versenders verloren zweieinhalb Prozent auf Tradegate zum Xetra-Schluss. Dies bestätigt den jüngsten Trend: Pandemie-Krisengewinner werden in Zeiten von Lockdown-Aufweichungen verkauft. In Deutschland wurde der Lockdown zwar grundsätzlich bis 28. März verlängert, jedoch gibt es mittlerweile zahlreiche Ausnahmen.

6. Konjunkturdaten

Während in den USA Daten zum Auftragseingang der Industrie für den Monat Januar sowie die wöchentlichen Erstanträge zur Arbeitslosenhilfe veröffentlicht werden, werden in Deutschland Zahlen zum Bauwesen erwartet. Zudem legt die Statistikbehörde der Europäischen Union Eurostat die Arbeitslosenquote sowie den Einzelhandelsumsatz für Januar vor. 

7. Corona-Lage in Deutschland

Der Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland wird angesichts weiter hoher Infektionszahlen grundsätzlich bis zum 28. März verlängert. Allerdings soll es je nach Infektionslage viele Öffnungsmöglichkeiten geben. Das haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länder-Ministerpräsidenten am Mittwoch in mehr als neunstündigen Verhandlungen beschlossen. Vereinbart wurde eine stufenweise Öffnungsstrategie mit eingebauter Notbremse: Führen in einer Region einzelne Lockerungen zu einem starken Anstieg der Infektionszahlen, werden dort automatisch alle schon erfolgten Erleichterungen wieder gestrichen.

Derweil steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter an: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 11.912 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 359 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Donnerstag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 11.869 Neuinfektionen und 385 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5.20 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

8. Türkei verhindert Kontrolle des UN-Waffenembargos 

Die Türkei hat Marinesoldaten aus der EU erneut an der Kontrolle des UN-Waffenembargos gegen Libyen gehindert. Als Grund für das türkische Vorgehen gilt, dass die Regierung in Ankara befürchtet, dass die EU-Operation im Mittelmeer einseitig zum Nachteil der von ihr unterstützen Konfliktpartei in Libyen sein könnte. Zudem wird vermutet, dass die türkische Regierung selbst in Waffentransporte verwickelt ist. 

Deutschland wird an diesem Freitag wieder ein Bundeswehrschiff für den EU-Einsatz ins Mittelmeer schicken. An Bord der "Berlin" werden etwa 220 Soldatinnen und Soldaten sein. Für Länder wie Deutschland ist eine Lösung des Libyenkonflikts auch deswegen wichtig, weil die Zustände in dem Land das Geschäft von Schlepperbanden begünstigen, die Migranten illegal über das Mittelmeer nach Europa bringen.

9. Lage in Myanmar nach Militärputsch weiter verheerend

Nach dem bisher blutigsten Tag der Proteste in Myanmar sind am Donnerstag erneut zahlreiche Menschen in vielen Landesteilen gegen die Militärjunta auf die Straßen gegangen. Derweil trauern die Menschen im Land um die Toten. Nach Angaben der Vereinten Nationen waren allein am Mittwoch mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen, als die Polizei mit scharfer Munition auf Demonstranten schoss. Die Zahl der Toten könnte aber weiter steigen, weil viele Menschen teils schwer verletzt wurden.

Das Militär hatte vor rund einem Monat gegen die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht. Als Grund führten die Generäle Unregelmäßigkeiten bei der Parlamentswahl vom November an, die Suu Kyi klarem Vorsprung gewonnen hatte. Die 75-jährige Friedensnobelpreisträgerin sitzt im Hausarrest. Die Demonstranten fordern die Wiedereinsetzung der früheren Freiheitsikone.

Sechs-Monats-Chart DAX (in Punkten)
Mit Material von dpaAFX.
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