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Diese 9 Themen sind am Donnerstag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 7 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Am deutschen Aktienmarkt dürfte sich die Stabilisierung am Donnerstagmorgen weiter fortsetzen. "Alle Augen auf die EZB" – so lautet das Tagesmotto der Marktstrategen der Bank Credit Suisse. Denn die Sitzung der Europäischen Zentralbank dürfte spannend werden. Es geht vor allem um die Frage, wie sich die Änderungen an der geldpolitischen Strategie vom Monatsanfang auf die konkrete Politik der Notenbank auswirken.

Anleger dürften im Rahmen der EZB-Sitzung auch den Eurokurs -0,0089% im Blick behalten, da zum Beispiel eine nachgebende Gemeinschaftswährung Ausfuhren verbilligen kann. In diesem Fall könnten hierzulande die Aktien der stark exportorientierten Branchen zulegen.

Für den DAX -0,32% zeichnet sich knapp eine halbe Stunde vor dem Xetra-Handelsstart ein guter Auftakt ab, der deutsche Leindex wurde zuletzt 0,3 Prozent fester bei 15.466 Punkten gesehen. Am Montag war der Dax zeitweise bis auf 15.048 Punkte eingeknickt, steuert nun aber wieder auf seine damit durchbrochene 50-Tage-Linie bei 15.537 Punkten zu. Sie gilt als Gradmesser für den mittelfristigen Trend. Folgende Themen könnten die Kursentwicklungen am Donnerstag beeinflussen:

1. Vorgaben aus den USA 

Die Investoren haben am Mittwoch die Bedenken hinsichtlich der Delta-Variante des Coronavirus wie schon am Vortag abgelegt. Die Aktienkurse in New York setzten die Erholung fort, nachdem sie zum Wochenbeginn noch stark unter Druck geraten waren. Stützend wirkten zudem wohlwollend aufgenommene Quartalsberichte der beiden Dow-Konzerne Coca-Cola +0,28% und Verizon -0,73% . Der Leitindex Dow Jones Industrial +0,24% stieg um 0,8 Prozent auf 34.798 Punkte. Damit hat der Dow den starken Rücksetzer vom Montag mittlerweile mehr als aufgeholt. Für den marktbreiten S&P 500 +0,26% ging es ebenfalls um 0,8 Prozent auf 4.358 Punkte nach oben. Gleichzeitig rückte auch der technologielastige Nasdaq 100 +0,09% um rund 0,8 Prozent auf 14.842 Punkte vor.

2. Vorgaben aus Asien 

Die Stimmung an den Börsen Asiens hat sich am Donnerstag weiter aufgehellt. Der Hang Seng in Honkong -4,09% stieg zuletzt um ein halbes 1,6 Prozent und der CSI-300-Index , der die Aktien der 300 größten börsennotierten Unternehmen vom chinesischen Festland beinhaltet, notierte zuletzt knapp in der Gewinnzone. In Tokio blieb die Börse wegen eines Feiertages geschlossen.

3. Ölpreise geben weiter nach 

Die Ölpreise haben sich am Donnerstag im frühen Handel nur wenig von der Stelle bewegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 72,14 US-Dollar. Das waren neun Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel ebenfalls leicht um fünf Cent auf 70,25 Dollar.

Die Ölpreise sind in den vergangenen Tagen schwankungsanfällig gewesen. Für tendenzielle Belastung sorgen Ängste vor neuen Corona-Beschränkungen angesichts der raschen Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante. Allerdings lassen sich die Anleger davon nur zeitweise schrecken. Bessert sich die Stimmung an den Finanzmärkten, kommt das auch der riskanten Anlageklasse Rohöl zugute. 

4. Konjunkturdaten 

Am Donnerstag legt das Bundesfinanzministerium den Monatsbericht für den Monat Juli vor. In Frankreich stehen derweil das Juli-Geschäftsklima sowie das Produzentenvertrauen im laufenden Monat auf dem Programm. Zudem dürften der CFNA-Index, die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Zahlen zu den wiederverkauften Häusern im vergangenen Juni und das Juli-Verbrauchervertrauen für frische Impulse an den US-Börsen sorgen. 

5. Unternehmensnews

Unter den Einzelwerten könnten die Aktien von Amadeus Fire +0,37% zu den Favoriten zählen. Der Personaldienstleister erhöhte die Gewinnprognose für das laufende Jahr nach einem guten Geschäft in den ersten sechs Monaten kräftig. Auf der Handelsplattform Tradegate notierten die Papiere rund sechs Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom Mittwoch.

Auch der Diagnostik-Spezialist Stratec -2,68% wird nach einem starken ersten Halbjahr mit Blick auf den Umsatz zuversichtlicher für das Gesamtjahr. Die ohnehin hohe Wachstumsdynamik der ersten Monate des Jahres hatte sich im zweiten Quartal nochmals leicht erhöht. Das Geschäft hat sich dem Unternehmen zufolge somit besser entwickelt als erwartet. Auf Tradgegate lagen die Aktien gut drei Prozent im Plus. 

Halbleiterwerte hingegen könnten etwas unter Druck geraten. Grund dafür ist, dass der US-Chipkonzern Texas Instruments -0,13% im laufenden Quartal auch einen Umsatzrückgang im Vergleich zum zweiten Jahresviertel für möglich hält. Dies schürt Börsianer zufolge im gesamten Sektor Nachfragesorgen. Die Anteilsscheine von Infineon +1,33% gaben auf Tradegate leicht nach.

Zudem nimmt die Berichtssaison mit den Quartalszahlen folgender Unternehmen weiter Fahrt auf:  Roche, Givaudan, Hyundai Motor, Unilever, Vantage Towers, Volkswagen, AT&T, American Airlines, Abbott Laboratories, Twitter und Intel.

6. EZB-Zinsentscheid 

Europas Währungshüter machen Tempo: Nach der Strategie soll nun auch der geldpolitische Ausblick überarbeitet werden. Von der Sitzung des Rates der Europäischen Zentralbank (EZB) an diesem Donnerstag werden weitere Weichenstellungen erwartet. "Es wird ein wichtiges Treffen", hatte EZB-Präsidentin Christine Lagarde angekündigt. Es werde "einige interessante Variationen und Veränderungen geben". Die Ergebnisse der Beratungen gibt die Notenbank in Frankfurt am Nachmittag (13.45 Uhr) bekannt.

Beim Thema Inflation gibt sich die EZB künftig mehr Spielraum. Angestrebt wird nun für die 19 Staaten des Euroraums eine jährliche Teuerungsrate von zwei Prozent. Zumindest zeitweise will die EZB dabei auch akzeptieren, wenn diese Marke moderat über- oder unterschritten wird. Bislang lag das Inflationsziel der EZB bei "unter, aber nahe zwei Prozent".

7. Euro-Dollar-Kurs stabil 

Der Euro -0,0089% hat am Donnerstagmorgen vor mit Spannung erwarteten Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) an der Marke von 1,18 US-Dollar notiert. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,1797 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die EZB hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,1772 Dollar festgesetzt.

8. Durchbruch bei Nord Stream 2

Nach jahrelangem Streit haben die USA und Deutschland einen Durchbruch im Konflikt um die deutsch-russische Pipeline Nord Stream 2 erzielt. Beide Länder veröffentlichten am Mittwoch eine gemeinsame Erklärung. Außenminister Heiko Maas (SPD) zeigte sich erleichtert, mit den USA eine konstruktive Lösung gefunden zu haben. Deutschland und die USA wollen demnach die Ukraine beim Aufbau eines "grünen Energiesektors" unterstützen und sich dafür einsetzen, den Gastransit durch die Ukraine im nächsten Jahrzehnt zu sichern. "Wir stehen als transatlantische Partner fest an der Seite der Ukraine", erklärte Maas.

Die beinahe fertiggestellte Ostsee-Pipeline soll russisches Gas nach Deutschland bringen - unter Umgehung der Ukraine, die auf die Einnahmen aus dem Gas-Transit angewiesen ist. Die USA hatten Nord Stream 2 jahrelang massiv kritisiert, wollen nun aber auf weitere Sanktionen verzichten. In der Erklärung wird Russland davor gewarnt, Energie als politische "Waffe" einzusetzen - dies ist die größte Befürchtung in den USA.

Der Durchbruch bei dem größten Konfliktpunkt soll auch helfen, den angestrebten Neustart in den deutsch-amerikanischen Beziehungen nach den schwierigen Jahren unter dem früheren US-Präsidenten Donald Trump zu erleichtern. "Die Einigung zeigt auch, dass Deutschland und die USA wieder eng zusammengerückt sind", sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

9. BBK-Präsident räumt Fehler beim Katastrophenschutz ein 

Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Armin Schuster, hat nach der verheerenden Flutkatastrophe im Westen Deutschlands Fehler im System eingeräumt. "Die Tragödie ist nicht mit Worten zu greifen", sagte Schuster am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin". Er könne nicht so tun, als wäre das optimal gelaufen: "Das ist nicht optimal gelaufen."

Aber beim Thema Warnung spielten "unglaublich viele" in einer Meldekette eine Rolle. "Mein Amt hat viel Knowhow und wenig Zuständigkeit. Wir drücken auf den Warnknopf erst im Kriegsfall", betonte Schuster mit Blick darauf, dass der Bund nur für den Bevölkerungsschutz im Verteidigungsfall zuständig ist. "Ansonsten stellen wir unser System den Ländern und Kommunen zur Verfügung und die benutzen es. Das klappt auch."

Die Frage sei jetzt, wie das Warnsystem verbessert werden könne, zum Beispiel mit mehr Sirenen und Warnungen per SMS. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) habe im Prinzip schon entschieden, dass die Warnung per Cell Broadcasting komme. "Das Thema Sirene, Cell Broadcast, wird in den nächsten zwei, drei Jahren garantiert Wirkung erzielen", unterstrich Schuster (Mit Material von dpa-AFX)

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Porträt - Chart - Indexzusammensetzung
Tops Kurs %
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MTU Aero Engines AG 209,40 +0,92%
Deutsche Bank 10,66 +0,89%
HeidelbergCement 74,86 +0,70%
BASF 67,46 +0,66%
Flops
Delivery Hero SE 127,75 -1,28%
Continental 116,38 -1,37%
adidas AG 312,00 -1,83%
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