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Diese 9 Themen sind am Freitag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Am deutschen Aktienmarkt scheinen sich heute die Wogen nach dem Vortages-Kursrutsch infolge stark steigender Coronazahlen erst einmal zu glätten. Langfristig orientierte Investoren nutzten bereits die tieferen Kurse wieder zum Einstieg, hieß es aus dem Handel. So steht der DAX +0,69% vor dem Xetra-Start mit 12.735 Punkten 0,2 Prozent über dem Vortagsschluss.

Weiterhin prägen Unsicherheitsfaktoren wie die US-Präsidentschaftswahl, der Stillstand der Verhandlungen über ein neues US-Konjunkturprogramm sowie in Europa die Brexit-Hängepartie und natürlich das grassierende Coronavirus das Geschehen.

Folgende Themen könnten heute Einfluss auf die Kurse nehmen:

Vorgaben aus den USA

Die US-Börsen haben gestern ihre anfangs klaren Verluste im Handelsverlauf sichtbar eingedämmt. Der Leitindex Dow Jones Industrial +0,90% schloss lediglich 0,1 Prozent tiefer bei 28.494 Punkten. Der marktbreite S&P 500 +1,13% verlor letztlich 0,2 Prozent auf 3.483 Zähler. Dagegen stand beim technologielastigen Nasdaq 100 +1,65% zur Schlussglocke noch ein deutlicheres Minus von 0,7 Prozent auf 11.898 Punkte zu Buche.

US-Wahlkampf

Nach der Absage ihres TV-Duells haben sich US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden zeitgleich in zwei Fernsehsendern Fragen von Wählern gestellt. Knapp drei Wochen vor der Wahl am 3. November mussten die Amerikaner am Donnerstagabend (Ortszeit) entscheiden, ob sie Trump im Sender NBC oder Biden im Sender ABC verfolgen. Beide traten in Swing States auf, also in umkämpften Bundesstaaten, die bei der Präsidentenwahl am 3. November entscheidend sein könnten: Der Republikaner Trump in Miami im Bundesstaat Florida, der Demokrat Biden gut 1600 Kilometer entfernt in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania.

Handel in Fernost

Die Börsen Asiens haben am Freitag keine einheitliche Richtung eingeschlagen. Der japanische Leitindex Nikkei 225 +2,30% ging mit einem Tagesminus von 0,4 Prozent bei 23.410 Punkten ins Wochenende. Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen büßte 0,25 Prozent ein, während es für den Hang-Seng-Index +0,69% in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong um 0,9 Prozent nach oben ging. Insbesondere die nach wie vor hohen Corona-Infektionszahlen lasten weiterhin auf den Märkten.

Corona-Pandemie

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen 7.334 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Am Vortag war mit 6.638 neuen Fällen der bis dato höchste Wert seit Beginn der Pandemie in Deutschland registriert worden.

Angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen in ganz Europa haben die Staats- und Regierungschefs der EU eine intensivere Zusammenarbeit bei der Pandemiebekämpfung vereinbart. In einer Erklärung nach dem ersten Tag des EU-Gipfels in Brüssel sprachen sie sich in der vergangenen Nacht für eine bessere Koordination bei den Quarantänevorschriften, der grenzüberschreitenden Kontaktverfolgung sowie bei Teststrategien, dem Aufbau von Impfkapazitäten und Reisebeschränkungen aus. Die derzeitige Situation sei "beispiellos" und gebe "Anlass zu ernsthafter Besorgnis".

Das umstrittene Beherbergungsverbot für Reisende aus Gegenden mit besonders hohen Infektionszahlen wird nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder demnächst überall fallen. Die Einschränkungen für Urlauber aus Corona-Hotspots seien im Kampf gegen die Seuche "in der Tat nicht das Wichtige. Das wird jetzt auch Stück für Stück auslaufen", sagte der CSU-Chef am Donnerstagabend.

Konjunkturdaten

Um 11 Uhr kommen die Handelsbilanz sowie der Verbraucherpreisindex der Eurozone. Die US-Einzelhandelsumsätze folgen um 14.30 Uhr, um 15.15 Uhr geht es weiter mit der Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung. Das Konsumklima der Uni Michigan beschließt um 16 Uhr eine ereignisreiche Woche.

Kleiner Verfallstag an Terminmärkten

Wenig Schwankungen werden vom heutigen kleinen Verfall an den Terminmärkten erwartet. "Im Vergleich mit den großen Quartals-Verfallterminen sind die heute fälligen Positionen relativ klein", erläutert Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Der ein oder andere Investor könnte aber sicherlich versuchen, den Index in eine für ihn günstige Richtung zu drücken.

Paukenschlag bei Thyssenkrupp

Auf Unternehmensseite haucht ein eventuelles Übernahmeangebot für die kriselnde Stahlsparte des Thyssenkrupp-Konzerns den zuletzt zunehmend unter Druck geratenen Aktien vorbörslich neues Leben ein. Die TKA-Papiere +4,84% legten auf der Handelsplattform Tradegate um rund 14 Prozent im Vergleich zum Xetra-Schluss zu.

Das britische Unternehmen Liberty Steel wolle noch vor dem Wochenende eine Offerte für das gesamte Stammgeschäft des MDAX-Konzerns vorlegen, hatte der Spiegel am Vorabend unter Berufung auf eigene Informationen berichtet. Nach einer grauenvollen Aktienkursentwicklung von Thyssenkrupp, die das Chaos in dem Konzern widerspiegele, berge der Bericht hohes Potenzial, so ein Händler.

Auto-Neuzulassungen

Waren am Vortag unter anderem Autowerte wegen der Corona- und Konjunktursorgen deutlich unter Druck geraten, kommen nun positive Nachrichten aus dem Sektor: Der europäische Automarkt hat im September zum ersten Mal in diesem Jahr einen Anstieg zum Vorjahresmonat aufweisen können. In der EU wurden 933.987 Pkw neu zugelassen, wie der europäische Branchenverband Acea am Morgen mitteilte. Das waren 3,1 Prozent mehr als im September 2019.

Allerdings hatte im Vorjahr die damals in Kraft tretende nächste Stufe des neuen Abgas- und Verbrauchstestverfahrens WLTP zu Vorzieheffekten geführt - viele Autos waren noch im August neu angemeldet worden, weil sie ab September eine neue Zertifizierung benötigt hätten.

Quartalszahlen 

Vorbörslich waren die Papiere von Daimler +1,73% gefragt. Der Autokonzern hatte die Anleger am Vorabend auf ein unerwartet starkes drittes Quartal eingestellt. Vor allem im September hätten sich die Geschäfte stark entwickelt, teilte Daimler mit. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi sprach von einer "hervorragenden" Entwicklung.

Im Laufe des Tages werden nun noch Auslieferungszahlen von Volkswagen +3,17% erwartet.

Der Nutzfahrzeughersteller Volvo -0,33% hat im dritten Quartal auch dank Nachholeffekten wieder mehr Lkw-Bestellungen erhalten. Das Umfeld habe sich im Verlauf des Quartals aufgehellt, erklärte Vorstandsvorsitzender Martin Lundstedt heute bei der Vorlage der Quartalszahlen. So fuhr der Konzern mit 57.530 LKW 61 Prozent mehr Bestellungen ein als ein Jahr zuvor. Zum Teil orderten Kunden nun Fahrzeuge, die sonst im zweiten Quartal bestellt worden wären. Die im Zuge der Corona-Pandemie im Vorquartal eingebrochene Nachfrage führte jedoch im dritten Quartal zu deutlichen Rückgängen bei Umsatz und Ergebnis.

Im Tagesverlauf kommen noch Quartalszahlen unter anderem von Bank of New York Mellon, Schlumberger und State Street. (mmr mit Material von dpa-AFX)

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