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Diese 9 Themen sind am Freitag für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Steigende Renditen am US-Anleihemarkt dürften am Freitag für einen weiteren Rücksetzer am deutschen Aktienmarkt sorgen. Der Kampf um die Marke von 14.000 Punkten im Dax -0,17% dürfte damit in eine neue Runde gehen, nachdem er zur Wochenmitte noch bis knapp unter 14.200 Punkte gestiegen war und damit einen Rekord aufgestellt hatte. Der aktuelle Zinsanstieg bei US-Staatsanleihen allerdings hemmt - wie bereits in der vergangenen Woche - das Interesse an Aktien.

Rund eine halbe Stunde vor dem Xetra-Handelsstart wurde der deutsche Leitindex indes nahezu unverändert bei 13.975 Punkte gesehen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 +0,23% wird am Freitag ebenfalls etwas schwächer erwartet.

1. Vorgaben aus den USA

Nach einem anfangs nervösen Auf und Ab am Donnerstag haben vage Äußerungen des US-Notenbankpräsidenten Jerome Powell die US-Börsen schließlich auf Talfahrt geschickt. Am US-Rentenmarkt zogen zugleich die Renditen wieder kräftig an. Der bekannteste US-Index, der Dow Jones Industrial +0,16%, büßte 1,1 Prozent auf 30.924 Punkte ein. Der marktbreite S&P 500 -0,33% sackte um 1,3 Prozent ab auf 3.768 Punkte ab. Zeitweise hatte er noch etwas tiefer notiert und hatte damit sämtliche Gewinne im bisherigen Jahresverlauf eingebüßt.

2. Powell-Rede sorgt für Kursmassaker

Als neuer Anstoß des Renditeanstiegs gilt, dass sich US-Notenbankchef Jerome Powell am Vorabend gelassen zu dem Thema äußerte. Laut den Experten der Commerzbank hatte der Markt darauf gehofft, dass er ein Eingreifen signalisiert. Die Marktängste habe er somit nicht abbauen können. Nun liege der Fokus am Freitag stark auf dem erwarteten US-Arbeitsmarktbericht.

3. Vorgaben aus Asien

Die Aktienmärkte in Asien haben am Freitag uneinheitlich tendiert. Der Renditeanstieg in den USA dämpft weiter die Lust auf riskantere Anlageklassen. Der japanische Leitindex Nikkei 225 -0,75% schloss 0,2 Prozent schwächer. Der CSI-300-Index mit den 300 größten Unternehmen, die an Chinas Festlandsbörsen gelistet sind, legte zuletzt hingegen um 0,3 Prozent zu und in Hongkong ging es für den Hang Seng +1,26% um 0,5 Prozent aufwärts. Trotz der globalen Rezession durch die Corona-Pandemie will China 2021 ein Wirtschaftswachstum von "mehr als sechs Prozent" erreichen. Um unabhängiger vom Ausland zu werden, unterstrich Regierungschef Li Keqiang zur Eröffnung der Jahrestagung des Volkskongresses, dass der Entwicklung der heimischen Wirtschaft "Vorrang gegeben" werden müsse. 

4. Ölpreise steigen weiter

Die Aussicht auf unveränderte Fördermengen des Ölverbundes Opec+ hat die Ölpreise am Donnerstag stark nach oben getrieben. Am Markt war bei dem Treffen der Energieminister überwiegend eine Anhebung der Fördermenge erwartet worden. Die Ölpreise legten daraufhin zu. 

Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 67,34 US-Dollar und erreichte so den höchsten Stand seit Januar 2020. Das waren 3,26 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für amerikanisches Erdöl der Marke West Texas Intermediate (WTI) stieg um 3,12 Dollar auf 64,38 Dollar.

5. Konjunkturdaten

Am Freitag stehen besonders der US-Arbeitsmarktbericht für den Monat Februar sowie die US-Konsumentenkredite aus dem Januar im Fokus. Zusätzlich veröffentlicht Deutschland den Auftragseingangsdaten der Industrie für den Monat Januar und Russland legt die Februar Verbraucherpreise vor. 

6. Unternehmensnews

Unter den Einzelwerten sind Nachrichten angesichts der zu Ende gehenden Berichtssaisaon recht dünn gesät. Für VW-Anleger -0,58% könnte interessant sein, dass der spanische Staat mit der spanischen Volkswagen-Tochter Seat und dem Energieunternehmen Iberdrola +1,01% gemeinsam eine Batteriefabrik bauen will. Das erste Werk dieser Art in Spanien solle in der Nähe des Seat-Standorts Matorell bei Barcelona entstehen, sagte Industrieministerin Reyes Maroto. Auf Tradegate gab es im Vergleich zum Xetra-Börsenschluss nur eine minimal positive Reaktion. 

Infineon -0,52% könnten nach den Zahlen des US-Halbleiterunternehmens Broadcom -1,82% in den Blick rücken, denn dieser überraschte positiv mit seinen Zahlen zum ersten Geschäftsquartal und seinem Ausblick auf das zweite. Auf Tradegate ging es trotz des negativen Marktumfeldes leicht nach oben. 

Auch Scout24 -1,76% legten auf Tradegate zu und zwar um rund ein Prozent und profitierten damit bereits vorbörslich von einem positiven Kommentar des kanadischen Analysehauses RBC. Analyst Wassachon Udomsilpa hob die Aktie des Online-Portalbetreibers von "Sector Perform" auf "Outperform" und das Kursziel von 70 auf 73 Euro an. Der Kursrücksetzer um 20 Prozent seit November biete eine gute Einstiegsgelegenheit, schrieb er. Die Papiere des Wirkstoffforschers Evotec -1,50% indes büßten auf Tradegate mehr als 5 Prozent ein und dürften damit unter der gestrichenen Kaufempfehlung der US-Bank Citigroup leiden.

7. Australien enttäuscht wegen Impfstoff-Lieferstopp

Australien hat den Lieferstopp von Corona-Impfstoff aus der Europäischen Union scharf kritisiert. "Wir sind natürlich enttäuscht und frustriert über diese Entscheidung, aber das ist auch der Grund, warum wir uns doppelt abgesichert haben", sagte Finanzminister Simon Birmingham dem Sender Sky News am Freitag. "Wir haben bis zu 150 Millionen Dosen Impfstoff in Auftrag gegeben, davon 50 Millionen Dosen, die hier in Australien produziert werden sollen", sagte er. Die Welt befinde sich derzeit in einem ziemlich unerforschtem Gebiet, da sei es wenig überraschend, "dass einige Länder das Regelbuch zerreißen werden".

Italien hatte EU-Kreisen zufolge die Lieferung von 250 000 Dosen Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca an Australien verhindert - und damit erstmals die Ausfuhr von Corona-Impfstoff aus der Europäischen Union in einen Drittstaat gestoppt. Ende Januar hatte die Europäische Union Exportkontrollen für Corona-Impfstoff gestartet. Im Visier sind Hersteller, die ihre EU-Lieferpflichten nicht erfüllen. Nun trifft es Astrazeneca.

8. Öffnungsperspektiven nicht in Stein gemeißelt

Führende Politiker aus Bund und Ländern haben in der Corona-Pandemie zur Vorsicht gemahnt und daran erinnert, dass die Öffnungsperspektiven nicht unumkehrbar sind. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte am Donnerstagabend in einem ARD-"Extra", in diesem "sehr ausbalancierten Konzept" gebe es Öffnungsperspektiven, aber vorsichtige mit Notbremse. "Es ist keine Einbahnstraße. Wenn die Zahlen wieder schlechter werden, werden die Öffnungen zurückgenommen", stellte Söder klar.

Auch Kanzleramtschef Helge Braun machte im ZDF-"heute journal" deutlich, bei steigenden Zahlen müsse es auch wieder Schließungen geben. "Wir werden nicht noch einmal akzeptieren, dass wir so nah an den Rand der Überlastung unseres Gesundheitswesens kommen wie wir das kurz vor Weihnachten waren", betonte der CDU-Politiker. Die Lockerungsbeschlüsse verteidigte Braun. "Nach vier Monaten braucht die Gesellschaft eine Perspektive", betonte Braun. Zugleich verwies er aber auf den Schutzmechanismus, der bei Überschreitung einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 100 auf 100.000 Einwohner wieder in Kraft tritt. 

9. Corona-Lage in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 10.580 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 264 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Freitag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9.997 Neuinfektionen und 394 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5.20 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 65,4 - und damit etwas höher als am Vortag (64,7). Vor vier Wochen, am 5. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 79,9 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. 

Sechs-Monats-Chart DAX (in Punkten)
Mit Material von dpaAFX.
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MTU Aero Engines AG 198,20 +0,81%
Flops
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