DAX®12.177,18-3,71%TecDAX®2.920,19-3,59%Dow Jones 3027.685,38-2,29%Nasdaq 10011.504,52-1,61%
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Diese 9 Themen sind am Mittwoch für DAX-Anleger wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Am deutschen Aktienmarkt zeichnet sich am Mittwoch ein freundlicher Handelstag ab. Vor Xetra-Start wurde der DAX -3,71% über ein Prozent höher gesehen bei 12.726 Punkten. Er könnte so der positiven Tendenz an den US-Börsen folgen, die am Vortag ihre Gewinne nach dem europäischen Handelsschluss noch etwas ausbauten.

Nach Einschätzung von Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners werden die Bäume aber so schnell nicht wieder in den Himmel wachsen. "Die Angst, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, bleibt bei den Anlegern groß", sagte er. Bei stärkeren Kursverlusten wie am Montag kämen zwar immer noch Aktienkäufer in den Markt, die den Index stützen. Gleichzeitig fehlten jene, die den Index nachhaltig nach oben tragen.

Folgende Themen könnten heute noch Einfluss auf die Kurse nehmen:

Vorgaben aus den USA

Nach den deutlichen Vortagesverlusten hat sich die Wall Street am Dienstag etwas erholt präsentiert. Positive Impulse kamen von guten Daten zum US-Immobilienmarkt. Der Dow Jones Industrial -2,29% schloss mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 27.288 Punkten. Am Montag hatte der Dow wegen Sorgen über eine erneute Corona-Welle zeitweise den niedrigsten Stand seit Anfang August markiert. Der marktbreite S&P 500 -1,80% stieg am Dienstag um 1,1 Prozent auf 3.315 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 -1,61% gewann 1,9 Prozent auf 11.186 Zähler.

Handel in Fernost

In Asien haben die Aktienmärkte keine einheitliche Richtung gefunden. So ging der japanische Leitindex Nikkei 225 -0,64% nach einer zweitägigen feiertagsbedingten Pause kaum verändert in den Feierabend bei 23.356 Punkten. Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen zog dagegen leicht an. Praktisch unverändert war der Hang-Seng-Index +0,62% in der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong.

UN-Generaldebatte

Die vom Coronavirus überschattete UN-Generaldebatte hat wachsende Spannungen in der Welt offenbart und Sorge vor einem Kalten Krieg zwischen den USA und China geschürt. Bei der vor allem virtuell abgehaltenen Konferenz dominierten zum Auftakt am Dienstag gegenseitige Vorwürfe der Staatschefs zum Umgang mit Covid-19. US-Präsident Donald Trump forderte, Peking dafür zur Rechenschaft zu ziehen, die Ausbreitung des "China-Virus" nicht gestoppt zu haben. Chinas Staatschef Xi Jinping dagegen sprach sich in Richtung Washingtons gegen Alleingänge und für Solidarität in der Pandemie aus.

Konjunkturdaten

Zur Wochenmitte ist die Agenda gut gefüllt. Aus Japan wurde der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor erwartet. Um 8 Uhr lief das GfK-Konsumklima über die Ticker. Ungeachtet der Ankündigung Zehntausender Stellenstreichungen und eines wieder anschwellenden Infektionsgeschehens in der Corona-Pandemie hat sich die Konsumlaune der Verbraucher in Deutschland demnach nicht weiter verschlechtert. In der neuesten GfK-Studie prognostizieren die Experten für Oktober einen Konsumklima-Wert von minus 1,6, eine kleine Verbesserung gegenüber September (minus 1,7).

Die Einkaufsmanagerdaten für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungsbereich aus Deutschland folgen um 9.30 Uhr. Neue Daten aus der Eurozone erscheinen um 10 Uhr und jene für die USA um 15.45 Uhr. Zudem veröffentlicht die Europäische Zentralbank ihren September-Wirtschaftsbericht. Am Ölmarkt warten Investoren um 16.30 Uhr auf die Zahlen zu den Rohöllagerbeständen.

Euro-Schwäche

Der Euro +0,2067% ist im asiatischen Handel weiter gefallen und deutlich unter die Marke von 1,17 US-Dollar gerutscht. In der Nacht auf Mittwoch fiel der Kurs der Gemeinschaftswährung zeitweise bis auf 1,1675 Dollar und kostete damit so wenig wie seit Ende Juli nicht mehr.

Die aktuelle Schwäche begründen Experten unter anderem mit den wieder steigenden Corona-Infektionszahlen in Europa. Wichtige Länder aus der Eurozone wie Spanien und Frankreich sorgen für Beunruhigung. Neue Beschränkungen könnten die Erholung der Wirtschaft in der Eurozone belasten. Aus diesem Grund ziehen sich viele Investoren derzeit eher aus dem Euro zurück und setzen auf den US-Dollar.

Kabinett entscheidet über neue Schulden

Das Kabinett will heute den Bundeshaushalt für 2021 absegnen - und damit auch entscheiden, wie der Bund weiter gegen die Folgen der Corona-Krise ankämpft. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will erneut erhebliche Schulden aufnehmen, geplant sind Kredite von rund 96 Milliarden Euro. Im kommenden Jahr soll deshalb wieder die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse ausgesetzt werden.

Unternehmens-News

Unter den Einzelwerten könnten die Aktien von Nordex -5,64% zur Wochenmitte zu den Favoriten zählen. Der Windanlagen-Hersteller erhielt im laufenden Quartal neue Aufträge über insgesamt 227 Megawatt aus Europa. Auf der Handelsplattform Tradegate notierten die Papiere mehr als vier Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom Dienstag.

Ein starker Quartalsbericht der Konkurrenz ist am Mittwoch vorbörslich auch zur Freude der Aktionäre von Puma -3,79% und Adidas -2,54%. Verglichen mit ihrem Xetra-Schlusskurs zogen die Papiere der beiden deutschen Sportartikelkonzerne vorbörslich um etwa drei Prozent an, wenn auch teils nur bei dünnem Handel. Der Online-Shopping-Boom während der Corona-Pandemie hatte dem US-Rivalen Nike -1,11% im ersten Geschäftsquartal zu deutlich mehr Gewinn verholfen. Die Nike-Aktien waren nachbörslich in den USA um mehr als zehn Prozent angezogen.

Die Papiere von Osram -1,10% schnellten auf Tradegate gar um gut elf Prozent nach oben. Der Sensorenhersteller AMS -2,43% hatte nach der im Juli abgeschlossenen Übernahme des deutschen Lichtkonzerns mit diesem einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen.

Darüber hinaus können auch frische Analystenkommentare für Bewegung sorgen. So schrieb Analyst Hassan Al-Wakeel von der britischen Investmentbank Barclays, dass die Infusionstochter Kabi des Medizinkonzerns Fresenius SE -1,62% das Schlimmste hinter sich haben dürfte. Bei der Krankenhaustochter Helios dürfte derweil der regulatorische Gegenwind nachlassen. Al-Wakeel lobte zudem deren mittelfristige Aussichten. Die Papiere von Fresenius stiegen auf Tradegate um 2,6 Prozent.

Börsengang

Der Wohnmobil-Hersteller Knaus Tabbert +0,67% schaffte derweil den Sprung an die Börse gerade so. Der Ausgabepreis wurde auf 58 Euro und damit am unteren Ende der Spanne festgelegt. Der Eigentümer, die niederländische Beteiligungsgesellschaft HTP, hatte zudem erst am Dienstag angekündigt, nur noch bis zu 3,65 Millionen Aktien und damit deutlich weniger Anteile als geplant loswerden zu wollen - dies gelang dann auch. Dazu kommen noch 350.000 Aktien aus einer Kapitalerhöhung. Damit beträgt der Erlös des Börsengangs 232 Millionen Euro. Die Aktien sollen heute zum ersten Mal an der Börse gehandelt werden.

Tesla Battery Day enttäuscht

Elon Musk will einen Tesla zum Schnäppchenpreis auf den Markt bringen – der zudem vollautonom fahren kann. Doch das ist Zukunftsmusik. Die Innovationen, die sich Anleger vom Battery Day erhofft hatten, blieben aus. Anleger enttäuscht und ließen die Tesla-Aktien -0,58%, die schon mit einem Minus von 5,6 Prozent aus dem regulären US-Handel gegangen waren, nachbörslich um weitere mehr als sieben Prozent fallen. Allerdings zählt Tesla mit einem Kursplus von über 400 Prozent im laufenden Jahr auch zu den größten Überfliegern am Markt, so dass die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen günstig ist. (mmr mit Material von dpa-AFX)

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