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Diese 9 Themen sind für DAX-Anleger am Donnerstag wichtig

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 6 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Ohne den erhofften Impuls der US-Notenbank zeigt sich am Morgen eine schwächere Tendenz am deutschen Aktienmarkt. Vor Xetra-Handelsstart wurde der DAX -1,41% etwa 1,4 Prozent tiefer gesehen bei 13.069 Punkten. Damit zeichnet sich nach zuletzt eher ereignis- und lustlosem Handel ein neues Wochentief ab.

Der DAX dürfte damit nun die untere Begrenzung der Handelsspanne der vergangenen Tagen testen, die von etwa 13.100 bis zu 13.300 Punkten reicht. Neue Impulse könnten am Nachmittag Daten aus den USA zum Bausektor, dem Arbeitsmarkt sowie zur Stimmung in den Unternehmen der Region Philadelphia geben.

Die Aussicht auf eine Fortsetzung der Nullzinspolitik in den USA bis ins Jahr 2023 und eine etwas optimistischere Wirtschaftseinschätzung hatten dem US-Aktienmarkt am Vorabend nur kurz geholfen. Der Vorstoß des Dow aus seiner jüngsten Handelsspanne wurde schnell wieder eingefangen und die zuletzt etwas stabilisierten Technologie-Indizes der Nasdaq zeigten wieder Schwäche.

Folgende Themen dürften heute Einfluss auf die Kurse nehmen:

Notenbank-Entscheidungen

Die US-Notenbank Fed will ihren Leitzins angesichts der Corona-Krise offenbar über Jahre hinweg an der Nulllinie belassen. Das geht aus neuen Prognosen hervor, die die Fed am Mittwoch nach ihrer Zinssitzung in Washington veröffentlichte. Demnach erwarten die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses überwiegend, dass sich an der gegenwärtigen Zinsspanne von null bis 0,25 Prozent bis ins Jahr 2023 nichts Wesentliches ändern wird. Zudem teilte die Fed mit, ihre milliardenschweren Wertpapierkäufe "mindestens" in dem bisherigen Tempo fortzuführen.

Wie die US-Zentralbank will auch die Bank von Japan vorerst an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten. Japans Wirtschaft beginne zwar, sich langsam zu erholen, befinde sich wegen der Folgen der Corona-Pandemie jedoch weiterhin in einer ernsten Situation, teilte die Zentralbank in Tokio am Morgen nach zweitägigen Beratungen mit. Japans Geschäftsbanken können sich damit weiter so gut wie kostenlos Geld bei der Notenbank besorgen. Kredite für Investitionen der Wirtschaft und für Verbraucher sollen billig bleiben.

Euro-Kurs schwach

Der Euro -0,1564% ist am Donnerstagmorgen nach der Sitzung der US-Notenbank Fed am Vorabend auf den tiefsten Stand seit Mitte August gefallen. Der Kurs der Gemeinschaftswährung sank im frühen Handel bis auf 1,1738 US-Dollar und baute damit die Verluste der Vortage aus. Der Kurs entfernt sich damit auch deutlich von dem noch Anfang September erreichten Zwischenhoch von etwas mehr als 1,20 Dollar.

Vorgaben aus den USA

Die Aussicht auf eine Fortsetzung der Nullzinspolitik in den USA bis ins Jahr 2023 hat die Anleger an der Wall Street am Mittwoch nur kurz erfreut. Nachdem der US-Leitindex Dow Jones Industrial -0,35% zunächst um mehr als ein Prozent in die Höhe geklettert war, schmolzen die Gewinn bis zum Handelsende fast vollständig dahin. Anleger hatten bereits damit gerechnet, dass die US-Notenbank Fed ihren Leitzins angesichts der Corona-Krise offenbar über Jahre hinweg an der Nulllinie belassen will.

Zudem habe Notenbank-Chef Jerome Powell im Anschluss an die Bekanntgabe der jüngsten geldpolitischen Entscheidungen keine positiven Überraschungen geliefert und so für Enttäuschung gesorgt, sagte Edward Moya, Marktanalyst beim Handelshaus Oanda. Der Dow schloss lediglich 0,1 Prozent höher bei 28.032 Punkten. Der marktbreite S&P 500 -0,26% aber rutschte ins Minus und verlor 0,5 Prozent auf 3.385 Punkte. Für den zuletzt wieder recht gut gelaufenen, technologielastigen Nasdaq 100 -0,11% ging es um 1,7 Prozent auf 11.247 Punkte nach unten.

Handel in Fernost

An den asiatischen Aktienmärkten ist es am Donnestag wegen des Ausbleibens der erhofften Impulse von der US-Notenbank am Vorabend nach unten gegangen. So waren alle wichtigen Börsen im Minus. In Tokio schloss der japanische Leitindex Nikkei 225 -0,15% 0,7 Prozent unter Vortag bei nun 23.319 Punken. Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen verlor zuletzt fast ein Prozent. In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong gab der Hang-Seng-Index +0,82% 1,4 Prozent nach.

Konjunkturdaten

Um 11 Uhr stehen die Verbraucherpreise aus der Eurozone zur Veröffentlichung an. Die Zinsentscheidung der Bank of England ist für 13 Uhr angesetzt. Neue Zahlen zu den US-Baubeginnen und Baugenehmigungen folgen zusammen mit dem Philly Fed-Herstellungsindex sowie den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe um 14.30 Uhr.

Pkw-Neuzulassungen in Europa

Der gerupfte europäische Automarkt zeigt Zeichen einer Erholung. Im Juli ist die Nachfrage zum Vorjahreszeitraum um 5,7 Prozent auf 1,07 Millionen Fahrzeuge zurückgegangen, wie der europäische Automobilherstellerverband Acea am Morgen in Brüssel mitteilte. Im August die sanken die Zulassungen jedoch wieder stärker um 18,9 Prozent auf 769.525 Fahrzeuge.

In den acht Monaten des laufenden Jahres liegt das Minus zum Vorjahr nun bei 32 Prozent. Von März bis Juni lag der Einbruch jeweils bei deutlich über 20 Prozent, im April ging es mit über drei Viertel am stärksten zurück. Die Aktien von Daimler -0,41%, BMW -0,31% und Volkswagen  -1,22% zeigten sich vorbörslich etwa ein Prozent leichter.

Unternehmens-News

Bei den übrigen Einzelwerten tat sich im vorbörslichen Aktiengeschäft auf Tradegate recht wenig. RWE-Aktien -0,36% gaben um ein Prozent nach, belastet von einer gestrichenen Kauf-Empfehlung der französischen Bank Societe Generale.

Dass Delivery Hero -3,35% für bis zu 230 Millionen Euro die lateinamerikanischen Aktivitäten des Konkurrenten Glovo übernimmt, ließ die Papiere des Essensauslieferers leicht nachgeben.

Ein Dementi der Vorwürfe durch den selbsternannten Researchdienst Viceroy Research hat die Anleger von Grenke -6,20% am Mittwoch keineswegs beruhigt. Die Short-Attacke ging sogar nochmals verschärft weiter, am Ende brachen die Papiere um 40 Prozent ein auf ein Tief seit 2014. Am Donnerstag-Morgen zogen Grenke-Aktien auf Tradegate kurz um etwa fünf Prozent an, um dann doch wieder abwärts zu drehen.

Die US-Bank JPMorgan hat das Kursziel für ProSiebenSat.1 -1,53% von 14,60 auf 17,00 Euro angehoben und die Einstufung auf "Overweight" belassen. Das neue Ziel trage der gestiegenen Branchenbewertung für die Internetaktivitäten des Medienkonzerns Rechnung, schrieb Analyst Daniel Kerven in einer aktuellen Studie. Zudem sehe die Entwicklung der Werbeeinnahmen im dritten Quartal besser als erwartet aus.

Ryanair-Hauptversammlung

Auch im Krisenjahr 2020 müssen sich die Verantwortlichen der Billig-Airline Ryanair -0,96% kritische Fragen der Aktionäre gefallen lassen: Die Hauptversammlung des Konzerns soll heute ab 10 Uhr in einem Hotel in der irischen Grafschaft Meath stattfinden. Anders als bei den Hauptversammlungen etlicher anderer Unternehmen in diesem Jahr sollen etwa 50 Ryanair-Aktionäre tatsächlich persönlich zusammenkommen. Beherrschendes Thema dürften die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Airline sein, die für die gesamte Branche verheerend sind. Ryanair hat sich nach monatelangem Geschäftsausfall kürzlich mit der Ausgabe neuer Aktien 400 Millionen Euro frisches Kapital besorgt.

Corona-Pandemie

Die Zahl der Neuinfektionen steigt wieder stärker. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Donnerstagmorgen 2.194 neue Corona-Infektionen gemeldet.

In den USA kamen am Mittwoch nach Angaben der Johns Hopkins Universität 36.782 Corona-Fälle hinzu. Weltweit war am Dienstag mit gut 368.000 Neuinfektionen ein neuer Rekord verzeichnet worden.

US-Präsident Donald Trump hat in einem ungewöhnlichen Vorstoß den Amerikanern viel schneller eine breite Verfügbarkeit von Coronavirus-Impfstoffen versprochen als seine eigene Gesundheitsbehörde. Auf die Frage, wann jeder in den USA Zugang zu einer Impfung bekommen könne, sagte Trump gestern: "Ich denke, das wird sehr bald sein." Einer seiner medizinischen Berater, der Radiologe Scott Atlas, stellte 700 Millionen verfügbare Impfstoff-Dosen indes bis Ende März in Aussicht. (mmr mit Material von dpa-AFX)

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DAX ®
DAX ® - Performance (3 Monate) 12.557,64 -1,41%
PKT -179,31
Porträt - Chart - Indexzusammensetzung
Tops Kurs %
Merck KGaA 125,05 +0,36%
Linde plc 196,05 +0,33%
Covestro AG 43,34 +0,21%
Fresenius Medical Care 67,00 -0,09%
Continental 101,75 -0,34%
Flops
Deutsche Bank 7,96 -2,39%
adidas AG 274,50 -2,52%
Bayer AG 42,50 -2,57%
MTU Aero Engines AG 154,95 -3,10%
Delivery Hero SE 94,50 -3,98%
Nachrichten
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