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$200 Milliarden? Alibaba-Tochter plant Mega-IPO

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Mit einer Bewertung von bis zu 200 Milliarden Dollar könnte der Finanzarm des chinesischen Online-Händlers Alibaba an die Börse gehen. Die Ant Gruppe hat am Dienstag ein Doppellisting in Hongkong und Shanghai beantragt – und könnte bis zu 20 Milliarden erlösen.

Gigantischer Bezahldienst

Mit Alipay betreibt die Ant Gruppe den in China weit verbreiteten, größten mobilen Bezahldienst. Angeboten werden auch Kredite, Versicherungen und Vermögensverwaltung. Den Markt teilt sich Alipay mit der Konkurrenz von Wechat-Pay des chinesischen Internetkonzerns Tencent. Das chinesische Milliardenvolk bezahlt heute in Geschäften meist nur noch mit dem Handy, indem ein Code eingescannt wird.

Auch in Europa wird Alipay von Tausenden Einzelhändlern akzeptiert, um chinesische Touristen anzulocken. In Deutschland bieten die Drogerieketten dm und Rossmann sowie die WMF-Gruppe, der Kaufhof oder der Flughafen München die Zahlung mit Alipay auf dem Handy an.

Eine Milliarde Nutzer

Der Umsatz des mobilen Bezahldienstes Alipay wurde in dem Antrag an die Börse in Hongkong nach Angaben der Finanzagentur Bloomberg mit 118 Billionen Yuan (14,4 Bio Euro) in den zwölf Monaten bis Juni angegeben. Die App hat demnach 711 Millionen monatliche Nutzer – eine Milliarde insgesamt. Mehr als 80 Millionen Händler benutzten die Alipay-App zudem, um Geschäfte zu tätigen, hieß es weiter. Die Ant Gruppe stehe in Partnerschaft mit mehr als 2.000 Finanzinstituten.

Doppellisting – aber wichtige Details fehlen

Mit Hongkong und Shanghai umgeht die Ant Gruppe die großen amerikanischen Börsen – eine Neuerung für ein derart großes chinesisches Technologie-Unternehmen. Das Vorgehen wird auch vor dem Hintergrund der wachsenden Spannungen zwischen China und den USA gesehen. Nach einigen Skandalen wollen die US-Aufsichtsbehörden chinesischen Unternehmen künftig auch tiefer in die Bücher schauen als bisher. Alibaba selbst war 2014 in New York an die Börse gegangen. 2019 erfolgte die Zweitnotierung in Hongkong.

"Die Börsengänge werden dem Unternehmen helfen, sein Ziel der Digitalisierung der Dienstleistungsindustrie in China und der wachsenden heimischen Nachfrage zu beschleunigen", teilte die Ant Gruppe mit. Auch wolle sich das Unternehmen besser für die Entwicklung globaler Märkte positionieren und mehr in Technologie und Innovation investieren.

Allerdings werden keine weiteren Details genannt – weder zur Preisspanne noch dazu, was das Unternehmen mit dem Gang aufs Parkett erlösen will. Bei der letzten Finanzierungsrunde 2018 wurde der Wert der Ant Gruppe auf 150 Milliarden US-Dollar geschätzt. Das Unternehmen wurde 2011 aus dem Alibaba-Konzern herausgelöst.



Mit Material von dpaAFX.

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