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Drägerwerk: Das steckt hinter dem rasanten Kursanstieg

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern Drägerwerk blickt nach einem überraschend guten Jahresstart optimistischer auf die Geschäftsentwicklung im Gesamtjahr. Im ersten Quartal habe das Geschäft nach vorläufigen Berechnungen über den ursprünglichen Erwartungen gelegen, teilte das Unternehmen mit. Damit sei die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass Drägerwerk das obere Ende seiner bisherigen Prognose erreicht oder diese sogar übertrifft. 

Allerdings sieht der Vorstand des SDax-Mitglieds auch Anzeichen für eine allgemeine Abschwächung der Wirtschaftsentwicklung. So hat Drägerwerk für 2021 einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von sieben bis elf Prozent in Aussicht gestellt, nachdem der Umsatz 2020 wegen der starken Nachfrage im Zuge der Pandemie um mehr als ein Viertel auf 3,4 Milliarden Euro gestiegen war. Von den Erlösen sollen in laufenden Jahr demnach fünf bis acht Prozent als Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) hängen bleiben. Im Vorjahr hatte diese Marge 11,6 Prozent erreicht.

Jetzt hält Drägerwerk für 2021 zwar das obere Ende seiner Prognosen für realistisch, schränkte aber ein: Die epidemische Lage lasse eine genauere Vorhersage derzeit nicht zu. Drägerwerk werde spätestens zum Halbjahr die Prognose erneut überprüfen und gegebenenfalls präzisieren.

Auftragslage verschlechtert sich

Der Auftragseingang ging in den ersten drei Monaten erwartungsgemäß deutlich zurück, nachdem Drägerwerk ein Jahr zuvor von der hohen Nachfrage im Zuge der damals aufflammenden Covid-19-Pandemie profitiert hatte. Mit 740 Millionen Euro fielen die Bestellungen im abgelaufenen Quartal währungsbereinigt nur noch gut halb so hoch aus wie ein Jahr zuvor, lagen damit aber immer noch fast 100 Millionen Euro höher als in der Vor-Corona-Zeit im ersten Quartal 2019. 

Der Umsatz stieg im Vorjahresvergleich um mehr als ein Viertel auf gut 792 Millionen Euro. Hierzu trug laut Vorstand sowohl das Segment Medizin- als auch Sicherheitstechnik bei. Das Ebit betrug 129 Millionen Euro nach einem kleinen Minus im Vorjahr. Die Ebit-Marge sprang von minus 0,1 Prozent auf plus 16,3 Prozent. 

Das sagen die Analysten

Aktienanalyst Eggert Kuls von Warburg Research zeigte sich von der Entwicklung im ersten Quartal positiv überrascht. Er habe nur mit einem weniger als halb so hohen operativen Gewinn gerechnet. Den Auftragseingang hatte Kuls hingegen so erwartet. Er hält es allerdings für möglich, dass das erste Quartal das stärkste des Jahres bleiben wird, und dass sich die Margen im zweiten Halbjahr normalisieren werden. Seine eigenen Prognosen für das Gesamtjahr hält er dennoch für zu niedrig. 

Das macht die Aktie von Drägerwerk 

Der Kurs der Drägerwerk-Vorzugsaktien +1,75% schoss am Donnerstagvormittag um zeitweise mehr als neun Prozent nach oben. Zuletzt lagen die SDax +1,52% gelisteten Papiere noch mit 7,2 Prozent im Plus bei 74,20 Euro und wurden damit so hoch gehandelt wie seit Anfang November nicht mehr. 

Zuvor waren die Papier seit Monaten in einer Spanne zwischen 60 und 72 Euro gependelt. Mit in der Spitze 75,70 Euro setzten sie sich nun am Donnerstag von der aktuell bei 70,60 Euro laufenden 200-Tage-Durchschnittslinie deutlich nach oben ab. Die charttechnisch viel beachtete Linie gilt als Indikator für den längerfristigen Trend. Zu Beginn der Corona-Krise war der Kurs vor gut einem Jahr kurzzeitig bis auf über 100 Euro in die Höhe gesprungen. Das Rekordhoch von 123,70 Euro stammt jedoch aus dem Jahr 2015. 

Sechs-Monats-Chart Drägerwerk (in Euro)
Mit Material von dpa-AFX.
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